Einsatzberichte

Wir geben hier einen kleinen Einblick in die Art und Dringlichkeit unserer Einsätze.

2021

... April

... März

Boxkampf verloren,

dieser süße Kater auf dem Foto wollte es mit einem vorbeifahrenden Auto aufnehmen und sprang diesem unüberlegt in den Reifen. Das hatte natürlich zur Folge, dass er verletzt und benommen auf der Straße liegenblieb. Die Autofahrerin reagierte blitzschnell, hielt an und hat den Kater vor der in der Dunkelheit herrschenden Kälte mit einem Handtuch geschützt so gut es ging. Die eintreffende Polizei unterstützte die Frau und rief uns um Hilfe.

Der junge Kater war leider nicht gechippt oder tätowiert, was unser Engagement aber nicht mindert, ihm zu helfen. Er wurde in den Rettungswagen gebracht und durchgecheckt. Er war sehr apathisch. Er blutete etwas aus Nase und Mund, aber sonst konnte keine Verletzungen festgestellt werden. Beim Messen der Körpertemperatur mussten wir aber eine extreme Untertemperatur feststellen. Die Normaltemperatur einer Katze beginnt bei 38°C, aber das kleine Unfallopfer hatte nur noch 34°C. Dies kann durch den Schock beim Unfall verursacht werden. Zudem war es auch noch sehr kalt, vor allem der Boden. So war das Wichtigste, Wärme zu geben und den Kreislauf zu stabilisieren.

Da wir bei einem Autounfall innere Verletzungen nie ausschließen können, fuhren wir zügig zur Tierklinik. Dort wurde der kleine Kerl versorgt und am nächsten Tag konnte ihn schon der Katzenschutz Donzdorf abholen. Als er sich von seinem Schock erholt hatte, behielt er lediglich eine dicke Nase zurück.

Auf unserer Facebookseite suchen wir immer mit Fotos nach den Besitzern. De es ein sehr gepflegtes Tier war, gingen wir davon aus, dass ihn jemand vermissen würde. Tatsächlich wurde er zwei Tage später nach Hause geholt.

Hier nochmal die eindringliche Bitte: Lassen sie immer ihre Katze chippen und registrieren sie ihren Liebling bei einem Heimtierregister. Das erspart dem Tier viel Stress, da so vermieden werden kann, dass es aushäusig untergebracht werden muss. Außerdem müssen Sie Ihr Tier dann nicht erst tagelang suchen. Bitte lassen Sie auch reine Wohnungskatzen chippen und registrieren, denn auch diese können mal einen ungewollten Ausflug machen! Das Einbringen des Chips ist eine einmalige „Spritze“, nicht teuer und beeinträchtigt das Tier gesundheitlich in keinster Weise!

Sie machen damit auch unsere Arbeit um einiges einfacher! Vielen Dank!

Brückenrettung in Esslingen

An einigen Brückenkonstruktionen in Esslingen wurden Netze zur Taubenabwehr angebracht. Das ist ziemlich alltäglich und nichts schlimmes. Hier wurde jedoch beobachtet wie eine Katze hinter dem Netz der Brückenunterkonstruktion seit mehreren Tagen herum balancierte. Die besorgten Passanten befürchteten, dass die Katze hinter das Netz geklettert war, aber keinen Ausgang mehr fand. Kurzerhand wurde der Tierrettungsmitarbeiter losgeschickt, der das Abseilen beruflich erlernt hatte. Innerhalb kürzester Zeit seilte er sich von der Straße aus an der Brücke herab zu einem flachen Gewässerstück. So konnte unser Mitarbeiter die Brücke von unten inspizieren. Wie die Katze rein oder wieder raus kam, ist unklar. Zum Glück jedoch konnte keine Katze in Not angetroffen werden.

Für Höhen- oder Tiefenrettung sind wir jedoch nicht grundsätzlich ausgerüstet. Alles was über eine normale Leiter nach unten oder oben erreichbar ist, sind wir gerne behilflich. Gerade aber Dächer oder hohe Bäume können wir nur in Zusammenarbeit mit der ansässigen Feuerwehr erreichen. Was zum einen eine Kostenfrage ist und für die Feuerwehr, wie auch für uns immer das Risiko für die Retter vor Ort abgewägt werden muss.

Reiher schlecht zu Fuß

Von diesem Fisch- oder Graureiher wurde uns gemeldet, dass er nicht mehr stehen kann. So fuhren wir nach Birenbach, um uns das Tier anzuschauen. Bei unserem Eintreffen saß er im Gras und als wir näher kamen, versuchte er aufzustehen, kippte aber über den linken Fuß auf die Seite und purzelte in einen Entwässerungsgraben, wo er im Gebüsch hängen blieb. Im Eilschritt folgten wir dem Fischreiher, um ihm zu helfen. Völlig desorientiert hing der eigentlich so stolze Vogel im Gebüsch. Mit etwas Fingerspitzengefühl konnte er jedoch schnell aus dem Geäst befreit werden. Zur Sicherheit der Mitarbeiter wurde der Schnabel abgeklebt, um das Tier besser untersuchen zu können. Verletzungen konnten weder wir, noch später die Tierärztin feststellen. Von der Symptomatik her befürchteten wir eine Vergiftung, da uns auch berichtet wurde, dass im näheren Umfeld vergiftete Körner gegen Mäuse und Ratten ausgebracht wurden. Weil die Nager nicht sofort daran sterben, ist es durchaus möglich, dass ein Reiher oder auch andere Tiere leichte Beute machen und einige dieser vergifteten Nagetiere fressen. So werden sie selbst in Mitleidenschaft gezogen. Der Reiher wurde daraufhin auf Vergiftung behandelt und über Nacht warm gehalten. Am nächsten Tag konnte er schon wieder stehen. Nach wenigen Tagen Versorgung durfte er dann wieder zurück in die Natur.

Dieser Reiher hat Glück gehabt. Durch aufmerksame Menschen und eine schnelle Versorgung konnte er gerettet werden. Bitte bedenken Sie immer, wenn Sie Gifte ausbringen: Die vergiftete Maus wird oft vom nächsten Tier in der Nahrungskette gefressen, z.B. von einem Bussard. Wenn dieser vergiftete Mäuse frisst, stirbt er und wird unter Umständen vom Fuchs gefressen, der dann wiederum Nahrung für weitere Tiere werden kann... Eine solche Kette von vergifteten Tieren kann erschreckend lang werden und auch Ihr eigenes Haustier betreffen. Eine Ausbringung von Gift erzeugt so enormes Leid. 

Gift ist eine grausame Art des Tötens und hat meist weitreichende Folgen. Bitte verzichten Sie darauf Gifte auszubringen, um nicht auch andere Tiere zu schaden. Heutzutage gibt es viele Alternativen, die deutlich umwelt- und tierfreundlicher sind.

Wildes Huhn!

Manchmal gibt es Einsätze, da fragt man am Telefon ein zweites Mal nach: Doch der Polizist bestätigte: es geht um ein Huhn in der Kirchheimer Innenstadt! Nicht alltäglich - aber wir helfen jedem Tier, solange es ins Auto passt ;-) … heute eben ein Huhn, wieso nicht – das passt sicher in den Rettungswagen!

Wie das Huhn es geschafft hatte zu überleben ist rätselhaft, denn es saß unmittelbar neben einer der meistbefahrenen Durchgangsstraßen von Kirchheim, die es auch überquert haben musste, in einem Vorgarten auf einer kleinen Mauer. Hühner sind nicht gefährlich, aber sie können sehr schnell sein. So war es das Wichtigste, das Tier zu sichern, damit es nicht zurück auf die Straße rannte. Unsere Tierrettungsmitarbeiterin näherte sich langsam dem neugierig schauenden Huhn, redete sanft mit ihm, um es dann mit einem schnellen Überstülpen des Fangnetzes zu sichern. Nicht ganz damit einverstanden, äußerte das Huhn lautstark gackernd seinen Unmut. Doch es half nichts. Das Huhn wurde aus dem Netz gepellt, einer kurzen Sichtkontrolle unterzogen und für lecker… äh Spaß… unverletzt empfunden.

Es war ein stattliches Huhn - doch wohin jetzt damit? Kein Tierheim ist für so ein Tier ausgestattet. Zum Glück hat unsere Tierrettungsmitarbeiterin selbst Laufenten und so konnte es über Nacht erst einmal versorgt werden. Am nächsten Tag war dann die Frage Hahn oder Henne… Kein Ei, aber auch kein Kikeriki… nach einigen Recherchen konnte es dann aber trotzdem als Henne bestimmt werden. Ein Glück, denn für eine Henne findet man doch leichter einen Platz, als für einen Hahn. So war es auch: nach einer Nacht Notunterkunft konnte es artgerecht bei anderen Hennen und einem Hahn dauerhaft untergebracht werden.

Roter Wildfang,

ein kleines Katerchen wurde von einem Auto angefahren. Die Autofahrer wollten das vermeintlich tote Tier am Straßenrand ablegen, als es plötzlich zu neuem Leben erwachte und in einem megaschnellen Tempo aufsprang und leicht humpelnd davonrannte. Die zwei Insassen des Autos rannten hinterher. Sie bekamen Unterstützung von zwei Spaziergängerinnen, einer Frau mit ihrer Tochter. Sie wollten das kleine Fellknäuel einfangen, aber dieses wollte das nicht. Er war mehr ein kleines rotes Teufelchen und hatte sicher auch Schmerzen. Wir wurden hinzugezogen, da es dunkel wurde und der kleine Wildfang Hilfe benötigte. Die beiden Spaziergängerinnen hatten zum Glück die Zeit, um auf uns zu warten und uns das sehr abseits gelegene Versteck des Katerchens zu zeigen. Die Tochter hatte auf den Kleinen aufgepasst, während uns die Mutter den Weg zeigte. Mit einem kleinen Trick und etwas schneller Reaktion gelang es, den kleinen roten Wildfang einzufangen. Fauchen konnte er jedenfalls wie ein Großer. Bis auf einen kleinen bluteten Riss am Ohr und eine leichte Schmerzempfindlichkeit am Becken war er zumindest oberflächlich unverletzt und sehr lebendig. Zur Abklärung eventueller innerer Verletzungen kam er in die Tierklinik.

Zum Glück ist ihm nichts Schlimmeres passiert und er wartet nun im Tierheim in Göppingen auf ein neues hoffentlich sicheres Zuhause!

Wie fängt man einen Hund mit einem Rettungswagen?

Diese süße Hundedame machte in Uhingen einen Ausflug, leider ohne ihre Besitzerin. Das fiel einem Passanten auf, der daraufhin die Polizei anrief, welche uns zur Unterstützung alarmierte. Beim Eintreffen unsere Tierrettungsmitarbeiter saß die Hündin sehr verängstigt an einem Zaun auf einem fast leeren Parkplatz. Jeder Annäherungsversuch scheiterte. Weil nur auf einer Seite ein Zaun den Platz begrenzte und er sonst vollkommen offen war, gestaltete sich das Einfangen der Hündin sehr problematisch. Deshalb versuchten wir unser Glück mit der Fangstange. Die Hundedame war aber zu flink, entwischte der Schlinge und sauste die lange kerzengerade Maybachstraße entlang, die exakt neben der B10 entlang verläuft. Die Hündin hätte nur die Böschung hinaufrennen müssen, um sich auf der Schnellstraße wiederzufinden. Das hätte ihren Tod bedeutet und das musste verhindert werden. Um sie nicht weiter zu verängstigen, beobachteten wir das Tier erst einmal. Sie lief von parkendem Auto zu parkendem Auto, immer Deckung suchend. Als sie ein gutes Stück entfernt war, fuhren wir langsam mit viel Abstand hinterher, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Was unserer Mitarbeiterin auf fiel war, dass die Hündin immer wieder auch durch Scheiben in Autos schaute, als ob sie einen Weg hinein suchte. Da kam die zündende Idee! Als die Hündin eine kleine Rast an einem parkenden Auto einlegte, stellten wir unseren Rettungswagen quer über die Fahrbahn. Die uns begleitenden Polizisten regelten kurzerhand den Feierabendverkehr, so dass es keine Gefahr für Mensch und Hund gab. Unsere Mitarbeiterin öffnete alle Türen des Rettungswagens, während sich der Kollege in weitem Bogen hinter die Hündin schlich. Nachdem der Rettungswagen bereit war, entfernte sich die Tierretterin und der Kollege machte auf sich aufmerksam. So lief die Hündin wieder zurück in Richtung Rettungswagen und fand diesen auch gleich sehr interessant. Zuerst beschnüffelte sie die Schiebetür im hinteren Bereich. Doch der Fahrgastraum gefiel ihr wohl nicht so gut. So ging sie um das Auto herum und fand die offene Fahrertür. Mit einem Satz saß sie hinter dem Steuer. Unsere Mitarbeiterin stieß so schnell sie konnte die Fahrertür zu und die Fellnase war im Fahrerraum gefangen. Der Rettungswagen hat innen ein kleines Schiebefenster und so konnten wir Kontakt aufbauen. Nach wenigen Minuten wagte unsere Mitarbeiterin sich in die Fahrerkabine. Etwas gut Zureden, etwas anschnüffeln lassen und alles war gut, die Hündin ließ sich anleinen. So konnte die Hündin nun im hinteren Teil des Rettungswagens untergebracht werden und die Straße wurde wieder freigegeben. Da die Halterin nicht erreichbar war, wurde die sichtlich aufgeregte und erschöpfte Hündin in der Tierherberge in Donzdorf untergebracht.

Schürfwunde nach einer Asphaltbremsung

zog sich dieser Bussard zu. Vermutlich wurde er von einer starken Windböe eines LKWs erfasst und so zu Boden geschleudert. Ein aufmerksamer Autofahrer hatte diesen edlen Greifvogel auf der B313 bei Esslingen im Bereich der Überleitung zur B10 am Straßenrand liegen sehen und sich um ihn gekümmert. Bei unserem Eintreffen war der Vogel etwas benommen und wurde zur Beobachtung mitgenommen. Er wurde dann bei der Tierrettung einer genaueren Untersuchung unterzogen. Bis auf eine Schürfwunde an einem Zeh konnte zunächst keine Verletzung festgestellt werden. Allerdings muss bei solch einer Sachlage immer von einem Anflugtrauma ausgegangen werden. Dies bedeutet meist eine Gehirnerschütterung. So wurde der Bussard vorerst ruhig und dunkel gesetzt. Am nächsten Tag war er soweit ganz fit und hatte gefressen. Die Wunde am Fuß bzw. am Zeh musste aber behandelt werden da sie etwas anschwoll. Ein paar Tage später war der Vogel jedoch wieder so fit und der Zeh gut verheilt, dass er zurück in die Freiheit durfte. Das war nochmal Glück im Unglück!

Verletzter Waschbär!

Wir wurden zu einem verletzten Waschbären am Stadtrand von Göppingen gerufen. Landwirtschaftliche Mitarbeiter haben ihn gefunden und kurzerhand mit auf den nahegelegenen Pferdehof genommen. Dort wurde er unter einen Holzstapel gesetzt und drumherum abgesperrt. So konnten wir von der Tierrettung ihn sehr einfach einfangen. Leider war das Bärchen in keinem guten Zustand. Die linke Vorderpfote war total zertrümmert. Umgehend wurde der noch junge Waschbär zum Tierarzt gebracht. Die Pfote war nicht mehr zu retten und schon stark infektiös, deshalb wurde er von seinem Leiden erlöst. Da das Bärchen noch einige kleinere Wunden aufwies und der Fundort nahe der B10 lag, gehen wir von einem Autounfall aus.

Tolle Spürnase!

Nahe eines Pferdehofes in Köngen war der Hund einer Pferdebesitzerin sehr interessiert an einer großen Plastikfolie. Sie war von einem Landwirt über sein Feld gespannt worden, um die darunter wachsenden Pflanzen vor dem Wetter und Vögeln zu schützen. Der Hund war völlig aus dem Häuschen und so schaute die Hundebesitzerin genauer hin, was ihn so sehr interessierte. Vermutlich hatte sie eher mit einem Hasen gerechnet, nicht aber mit einem Turmfalken. Der Greifvogel saß auf der feuchten Erde und schaute etwas komisch aus seinem Federkleid. Nachdem er keinerlei Anzeichen machte wegzufliegen, besorgte die Hundebesitzerin einen Karton und verstaute ihn darin. Beim unserem Eintreffen fanden wir einen völlig unverletzten aber sehr erschöpften Falken vor. Die Feuchtigkeit und die Kälte sorgten mit großer Wahrscheinlichkeit für eine Untertemperatur des Greifvogels. So nahmen wir ihn mit und wärmten das Tier unter einer Wärmelampe über Nacht vorsichtig auf. Am nächsten Tag war der Falke gar nicht mehr so müde und randalierte ziemlich heftig im Käfig. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Flugvoliere und etwas Futter durfte der hübsche Kerl uns schon wieder verlassen.

Dank des Hundes wurde dieser schöne Turmfalke gefunden und konnte gerettet werden!

Verlassenes Eichhörnchenkind!

Dieses kleine Eichhörnchenkind lag unter einem großen Baum. Eine Familie hatte es auf ihrem Spaziergang entdeckt. Es rührte sich kaum und seine Eltern wollten es wohl leider nicht mehr haben. Erwachsene Eichhörnchen wurden zwar gesichtet, aber sie hatten sich nicht mehr um das Kleine gekümmert. Der Sohn der Familie war so nett und hat es bis zu unserem Eintreffen vor Ameisen und anderen Insekten beschützt. Bei der Erstversorgung zeigte sich leider eine starke Unterkühlung. Um es gleichmäßig warm zu halten, steckte es sich unsere Mitarbeiterin kurzerhand unter ihren Pulli. Ein klein wenig fitter wurde es dadurch, doch es war immer noch recht schwach und so kontaktierten wir das „Filstal Eichhörnchen“. Dies ist eine Pflegestelle für verwaiste oder verletzte Eichhörnchen. Selbstverständlich durften wir gleich kommen. Bei der Untersuchung war uns noch eine Trübung der Augen des Eichhörnchenkindes aufgefallen. Auch die Pflegestelle bestätigte diese Tatsache. Vermutlich war es blind und ist deshalb vom Baum abgestürzt. Leider hat es noch am selben Tag angefangen, Krämpfe zu bekommen. Bevor ein Tierarzt erreicht werden konnte, ist es verstorben.

Wir sehen solche Dinge oft als grausame Natur an. Es ist jedoch die Realität, dass ein blindes Eichhörnchen keine Chance hat, in der freien Wildbahn zu überleben. Deshalb kümmern sich dann auch die Elterntiere nicht mehr um ein solches krankes, verletztes oder behindertes Tierkind, sondern konzentrieren sich auf die verbliebenen gesunden Geschwister, um ihnen die besten Chancen zum Überleben zu geben.

Ein Häschen am falschen Ort!

Dieses süße Widderkaninchen hüpfte auf einem Pferdehof in Wendlingen umher. Da es dort nicht hingehörte, wurde es mutig von jungen Reiterinnen eingefangen. Weil niemand auf der Suche nach ihm dort auftauchte, wurden wir angerufen, damit wir uns um den süßen Mümmelmann kümmern konnten. Bei der Abholung wurde der kleine niedliche Widder noch schnell durchgecheckt, ob auch keine Verletzungen vorhanden waren. Zum Glück war es unverletzt und konnte direkt in Esslingen im Tierheim untergebracht werden. Dort wartet es nun sehnsüchtig auf seinen Besitzer oder Besitzerin.

Update: Glück gehabt, der Besitzer hat sein Häschen vermisst und sich gemeldet!

Wie ein gerupftes Hühnchen...

hüpfte dieser Amselhahn durch einen Garten. Der Häuslesbesitzerin fiel auf, dass er nicht fliegen konnte oder wollte. Außerdem hatte er nur noch eine Schwanzfeder. Deshalb rief Sie die Tierrettung an. Gerade bei Vögeln ist eine sogenannte Sicherung immer ganz wichtig. Zum einen, damit keine Katze oder andere Raubtier das verletzte Tier erbeuten kann und zum anderen haben wir doch oft einen längeren Anfahrtsweg und der Vogel könnte bis zu unserem Eintreffen weiter gehüpft sein. Singvögel sind völlig ungefährlich und könne daher problemlos eingefangen werden. Entweder kann man das Tier direkt mit der Hand ergreifen oder man wirft ein Handtuch darüber. Um den Vogel unterzubringen reicht ein Karton, der ein paar Luftlöcher hat oder ein Katzenkorb, solange das Vögelchen nicht durch das Gitter passt. Bei Greifvögeln sollte man grundsätzlich vorsichtig sein und nie ohne Handschuhe oder Handtuch die Sicherung vornehmen – am besten mit beidem. Die Krallen der Greifvögel sind kleine Dolche!

In diesem Fall war die Finderin auf Zack und konnte den Vogel vor unserem Eintreffen in einen Katzenkorb setzen.

Der Amselhahn hatte eine Wunde unter dem Flügel, daher kam das Flugproblem. Tatsächlich waren alle Schwanzfedern bis auf eine nicht mehr vorhanden. Die Vermutung liegt nahe, dass er das Opfer einer Katze geworden war. So brachten wir ihn zum Tierarzt, wo er mit einem Antibiotikum versorgt wurde. Die Wildvogelhilfe in Hattenhofen hat die weitere Pflege übernommen. Trotz aller Bemühung ist er in der folgenden Nacht verstorben.

Bisse sind für Vögel fast immer lebensbedrohlich. Durch den hohen Stoffwechsel breiten sich Infektionen in ihrem Körper sehr schnell aus. Wird der Vogel nicht schnell tierärztlich und mit Antibiotikum versorgt, bedeutet dies in der Regel den Tod des Vogels. Aber wie das Beispiel unseres Amselhahns zeigt, kann auch, wenn alles richtig gemacht wird, leider nicht jedem Tier geholfen werden – trotzdem sollte man es immer versuchen und so jedem Tier eine Chance geben zu überleben.

... Februar

Hasenjagd

leider ist das ein schlimmer Fall von Verantwortungslosigkeit. 11 Zuchtkaninchen wurden auf einem Parkplatz in Plochingen/Stumpenhof ausgesetzt. Die Tiere hätten keine Chance zu überleben gehabt. Zum Glück rief ein aufmerksamer Radfahrer die Polizei und die Tierrettung. Sieben Personen (TRD, Polizei, Radfahrer, LKW-Fahrer) mussten nun 11 Kaninchen, die sich auch noch unter einem LKW versteckten, einfangen. Wer schon mal versucht hat, einen Hasen zu fangen, weiß dass diese Gesellen recht flott unterwegs sind. Doch das Glück war auf der Seite der Retter: alle 11 Tiere konnten eingefangen werden. Bei Zweien der Hoppler wurde ein gebrochenes Bein festgestellt. Diese beiden wurden tierärztlich versorgt. Der Rest der Bande durfte sich im Tierheim in Esslingen den Bauch voll schlagen. Alle Mümmelmänner waren jung, lieb aber etwas abgemagert.

Nachtrag: Die Brüche bei den zwei Kaninchen waren glücklicherweise so, dass sie nicht eingeschläfert werden mussten. Sie sind auf dem dem Weg der Besserung, müssen sich momentan noch etwas schonen. Sie werden liebevoll beim TRD versorgt und dürfen in Kürze auch wieder hoppeln wie sie möchten.

Infos zum Schwan vom Januar

Hier noch ein paar aktuelle Bilder vom Schwan aus Esslingen. Der junge Schwan hat sich gut in die Gruppe eingelebt und hat einen prima Start ins weitere Leben!

Dame mit kleiner Macke

sie war dürr, konnte kaum stehen und hatte eine Lücke im Gefieder. So bekamen wir einen Bussard überreicht.

Mit viel Geduld wurde sie von Hand gepäppelt, bis sie wieder selbständig gefressen hat. Als ihr Appetit wieder vorhanden war, durfte sie in die große Flugvoliere umziehen. Dort zeigte sie ihre wahre Pracht. Ein wirklich großes stattliches Tier (darum gehen wir davon aus das es ein weiblicher Bussard ist, sonst erkennt man das ja leider nicht)! Sie erhielt so viel Futter, wie sie nur wollte und brauchte. Ein bisschen Sorge machte uns ihr Flügel wegen der Lücke im Gefieder. So hielten wir Rücksprache mit unserem sehr erfahrenen Falkner. Er konnte uns aber beruhigen, der Bussard würde auch mit einer Feder weniger in der Natur klar kommen. Fliegen konnte sie auch wunderbar, das zeigte sie uns des öfteren in der Flugvoliere.

Nachtrag: Nachdem sie sich genügend Speck angefuttert und schön trainiert hatte, durfte sie bei schönem Wetter Anfang März wieder in die Natur zurück, um am blauen Himmel ihre Kreise zu ziehen.

Angriff auf einen Greifvogel

In einem Schulzentrum in Weilheim fiel zwei aufmerksamen Lehrern auf, dass auf der benachbarten Wiese ziemlich was los war. Krähen attackierten immer wieder den selben Fleck Wiese. Neugierig schauten die beiden nach, was denn für die schwarzen Vögel so interessant war. Schnell stellte sich heraus, dass dort ein kleiner Greifvogel im Gras saß und nicht wegflog. Geistesgegenwärtig warf einer der Lehrer seine Jacke über den Greifvogel und so konnte sein Leben gerettet werden. Gemeldet wurde uns ein verletzter Turmfalke, der sich bei näherer Betrachtung jedoch als ein Sperber herausstellte. Aber da sind wir von der Tierrettung nicht kleinlich ;-) .

Da er sonst unverletzt war, wurde von einem Anflugstrauma ausgegangen. Wenn ein Vogel mit etwas kollidiert, ist er oft für eine gewisse Zeit benommen, leider nutzen Krähen dies immer wieder aus um solche Tiere anzugreifen und oft auch zu töten. In diesem Fall hatte der verunglückte Sperber jedoch zwei Schutzengel. Ein wenig Pause und Nahrung verhalfen dem kleinen Greifvogel zu einer schnellen Auswilderung.

Der Osterhase ist zu früh dran…

… jedenfalls sollte dieser kleine Hoppler nicht Mitte Februar alleine am Straßenrand sitzen. Aus welchem Grund das kleine Feldhasenbaby am Straßenrand gelandet war, ist unklar. Vielleicht wurde es aufgeschreckt oder ist einem Fressfeind entkommen. Damit es eine Chance hat, groß und stark zu werden, haben wir es zu einer Päppelstelle gebracht. Dort wird es mit viel Liebe und jahrelanger Erfahrung und Knowhow aufgezogen. Wenn es groß und selbständig geworden ist, darf es dann wieder zurück in die Natur hoppeln!

Bitte unbedingt beachten!
Feldhasenbabys nur im Notfall anfassen, die Hasenmutter wird das Junge nach dem Menschenkontakt nicht mehr annehmen und versorgen. Lesen Sie dazu auch den Bericht im April 2020.

Schlecht zu Fuß

war dieser Haubentaucher. Er wurde schreiend im Schnee gefunden. Haubentaucher findet man hauptsächlich an größeren Gewässern, denn sie brauchen eine Anlauffläche, um zum Flug starten zu können. Das geht aber nur auf dem Wasser, denn an Land ist dieser geschickte Schwimmer und Taucher ein richtiger Tolpatsch. Warum er im Schnee lag, wissen wir nicht. Der kleine Schreihals war etwas nass und kalt aber sonst unverletzt - und sehr wehrhaft. Der Haubentaucher erhielt eine warme Unterkunft und etwas Fisch bei der Wildvogelhilfe Hattenhofen. Nach kurzer Zeit war er wieder so fit, dass er lautstark klarmachte, dass er doch bitte wieder ans Wasser gebracht werden wollte. Zusammen mit der Wildvogelhilfe machten wir uns auf den Weg zu den Bürgerseen bei Kircheim unter Teck, denn er sollte möglichst in der Nähe seines Fundortes wieder frei gelassen werden. Das Blöde war nur, dass der See der in Größe und Lage gut gepasst hätte, aber komplett zugefroren war. So blieb bei den winterlichen Temperaturen nur ein fließendes Gewässer, also der Neckar, übrig. In Wendlingen an der Römerbrücke wurde dann ein schöner Platz gefunden. Die Freude des Haubentauchers, endlich wieder im Wasser zu sein, war unübersehbar. Sofort wurde getaucht, geschwommen und geputzt. So machte er sich langsam mit der Strömung des Neckars von dannen… wir wünschen Dir allzeit guten Flug und keine weitere Bruchlandung!

Hilfe für Anton!

Auf dem Firmengelände einer Aichwalder Firma wurde seit einiger Zeit ein Fuchs beobachtet. Der Fuchs sah laut der Beschreibung nicht besonders gut aus. So wurde eine Lebendfalle aufgestellt, da der Fuchs auf dem Firmengelände zu viele Versteckmöglichkeiten hatte. Zum Glück ging er nach kurzer Zeit in die Falle. Beim Tierarzt wurde dann bestätigt was wir ihm schon angesehen hatten: Räude!
Räude wird von sogenannten Grabmilben verursacht. Diese fressen sich unter der Hautoberfläche durch das Gewebe und vermehren sich dort. Dieser Parasit ist leicht übertragbar - auch auf den Hund oder andere Füchse. Wird der Befall nicht behandelt endet die Räude meist tödlich. Schuld daran ist der Juckreiz. Der Fuchs kratzt sich aufgrund der Milben blutig und die offenen Wunden entzünden sich. Der Fuchs wird schwächer, kann schlechter jagen, die Milben vermehren sich. So kommt ein Kreislauf in Gang, der manchmal nicht mehr zu stoppen ist. Glücklicherweise kann einem Tier, bei dem der Befall noch nicht zu stark ist, geholfen werden. Unser Anton war zwar schon etwas dünn, steckte die Medikamente aber gut weg und hatte auch einen guten Appetit. Bis zu 800g Fleisch verputzte das schlaue Tier am Tag. Nach 14 Tagen gab es nochmal eine zweite Behandlung und nach dem es ihm danach auch weiterhin gut ging und er nicht mehr ansteckend war, durfte er die Pension TRD verlassen.

Eingepfercht und verlassen

Die Tierrettung wurde von der Polizei hinzugezogen nachdem ein Fußgänger in einer Gartensiedlung anhaltendes Hundegebell hörte und dies meldete. Auf einem verwilderten Grundstück stand nur eine kleine Hütte, aus ihr kam das Bellen. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. So entschied die Polizei, dass in der Hütte nachgeschaut werden sollte und öffnete die Türe. In der kleinen Hütte bot sich dann ein trauriges Bild: Zwei kleine Gitterkäfige, in dem einen waren zwei französische Bulldoggen untergebracht und im anderen zwei Huskys. Die Hunde hatten kaum Platz um zu stehen, geschweige denn, sich entspannt hinzulegen. Die Käfige waren mit Draht und Kabelbinder verschlossen und in den Käfigen war kein Wasser und kein Futter. Da vier Hunde von einer Person und einem Rettungswagen nicht versorgt und transportiert werden konnten, wurde unser zweiter Rettungswagen hinzugezogen. Alle vier Hunde konnten gesichert und versorgt werden. Sie wurden im Tierheim Esslingen untergebracht.

Ein Waschbär auf dem heißen Blechdach!

Wir wurden zu einem Waschbären nach Ebersbach gerufen, der sich merkwürdig verhielt. Er war zutraulich und schlief dazu noch am Tage in der Dachrinne eines Anbaus. Da dies ein nicht ganz typisches Verhalten für diesen Kleinbären ist, wollten wir uns die Sache anschauen. Der Waschbär saß in ca. 4m Höhe mit dem Hinterteil in der Dachrinne. Die Häuser waren jedoch so verwinkelt aneinander gebaut, dass zwischen Anbau und Haus nur ein schmaler Weg, der keinen Platz für eine gute Leiter bot. Ein Hocker brachte nicht den gewünschten Erfolg. Durch die Unruhe wachte das Bärchen auf und trollte sich langsam über das Anbaudach zur nächsten Hauswand. Dort kletterte er hinauf und legte sich auf das angrenzende Dach an einen kleinen Kamin. In dieser Höhe konnte die Tierrettung nicht mehr agieren und so sprachen wir uns mit der örtlichen Feuerwehr ab. Diese ist erfreulicherweise sehr tierlieb und schaute sich die Situation an. Die Häuser waren jedoch so ungeschickt eng aneinander gebaut worden, dass auch der Wehrleiter der örtlichen Feuerwehr die Gefahr, dass ein Feuerwehrmann verunglücken könnte als zu hoch einschätzte. Für die Drehleiter war definitiv kein Platz. Vielen Dank an die Feuerwehr Ebersbach, die leider trotz aller Mühen wieder unverrichteter Dinge abrücken musste. Wir sahen auch keine Möglichkeit mehr, uns um den Waschbären zu kümmern und hoffen das es nur eine vorübergehende Unpässlichkeit war.

Tierisches Dankeschön an die Hundefreunde Wendlingen e.V.

von ihnen erhielten wir eine großzügige Sachspende für die Vesper-Kirche.

 

Oft macht man sich keine Gedanken darüber, wie es denn den Tieren von Bedürftigen geht. Diese Gedanken machten sich aber unsere beiden ehrenamtlichen Helfer Jeanette und Jürgen regelmäßig. Darum gibt es seit Längerem auch die tierische Vesper-Kirche. Bedürftige Menschen, die auch ein Haustier haben, bekommen hier Unterstützung. Oft ist ein tierischer Begleiter, egal ob für Jung oder Alt, ein emotionaler Halt in unserer hektischen und immer egoistischer werdenden Gesellschaft. Um so mehr freuen wir uns über jede Spende und dieses mal sogar über die üppige Sachspende der Hundefreunde Wendlingen. Jeanette und Jürgen haben somit genügend Material, um den Tierbesitzern unter die Arme zu greifen. Neues Spielzeug für die Katze, ein warmes Mäntelchen für den kleinen Hund oder auch ein kuscheliges Bettchen, damit der tierische Freund bei diesen arktischen Temperaturen nicht friert.

... Januar

Unerfahrener Jungschwan im falschen Revier

Dieser Jungschwan wagte sich in seinem jugendlichen Leichtsinn in ein Revier von Altschwänen. Schwäne sind sehr territorial und verteidigen ihr Revier auf Leben und Tod. Das bekam der Jungschwan zu spüren. Die schneeweißen Altschwäne attackierten den Jungschwan, bis dieser fast in der Maille in Esslingen ertrunken wäre. Ein beherzter Spaziergänger kam ihm zu Hilfe und zog den entkräfteten Jungschwan aus dem Wasser und meldete ihn bei der Polizei. Diese alarmierte uns. Unser Chef persönlich fuhr zu dem hilflosen Schwan und brachte ihn in Sicherheit. Er versorgte die Wunden am Kopf und am Schnabel und stellte fest das der Jungschwan auch etwas wenig Speck auf den Rippen hatte. Jetzt darf er sich auf dem Gelände der Tierrettung erholen.

Update: Er hat sich in der Zwischenzeit prima erholt und frisst anständig. Nun darf er eine weitere Reise antreten. Er kommt nach Rastatt zur Vogelschutzstation. Diese hat eine größere Gruppe an Jungschwänen, die dort versorgt und auf die Auswilderung vorbereitet werden. Dorthin haben wir auch schon im November unseren frechen Jungschwan gebracht, der so gerne über Straßen und Brücken lief.

Ein toller Start ins neue Jahr!

Die Hundeschule Alphateam aus Hochdorf hatte eine ganz besondere Idee zum Jahreswechsel. Um der Tierrettung finanziell zu helfen, organisierten Sie einen Spendenlauf mit Hunden.

Zu Coronazeiten ist das natürlich alles auch nicht ganz so einfach und so klügelte

Michael Kroner einen ganz besonderen Plan aus. Michael ist der Inhaber der Hundeschule und erzählte uns persönlich von seiner tollen und durchaus anspruchsvollen Aktion:

"Der Spendenaufruf zum Spendenlauf-21 startete am 20.12.2020 und lief bis 17.01.2021. Es nahmen 137 Starter am Lauf teil. Für jedes eingestellte Video mit diesem Parcours-Lauf habe ich 3.-€ gespendet. Viele der Starter haben dann noch zusätzlich gespendet. So kamen die 900.-€ zusammen. Hoopers ist eine Hundesportart, bei der der Mensch den Hund über Körpersprache und Hörsignale aus einem festgelegten Bereich auf Distanz durch einen Parcours führt."

 

Ein ganz herzliches Dankeschön für diese tolle Aktion und die Unterstützung der Tierrettung!!!

Waschbär am Straßenrand

In Holzhausen beobachtete ein Paar aus seiner Wohnung einen Waschbären, der orientierungslos auf dem Gehweg umherirrte. Er lief auf die Straße, kollidierte beinahe mit einem Auto und saß dann wieder regungslos auf dem Gehweg.

Besorgt riefen sie bei uns an. Vorort bewaffneten sich unsere beiden Mitarbeiter mit Fangnetzen. Es war jedoch auffallend, dass mit den Autoscheinwerfern keine Reflexionen in den Augen zu sehen waren. Ziemlich einfach war dann auch das Einfangen des Bärchens. In der Box im Rettungswagen fiel dann das Desaster auf: Beide Augen waren so sehr zugeschwollen und verklebt, dass der arme Kerl gar nichts mehr sehen konnte. Er wurde umgehend in die Tierklinik gebracht. Leider war die Diagnose nicht gut. Beide Augen waren extrem beschädigt. Eine Infektion mit Staupe konnte in diesem Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden. Um dem Waschbären weiteren Stress und Leiden zu vermeiden wurde er eingeschläfert.

Lämmchen auf Abwegen

Spaziergänger fanden auf einer Dettingen Wiese ein Lämmchen, die Nabelschnur hing noch herunter. Weil weit und breit kein anderes Schaf zu sehen war, alarmierte das Ehepaar die Polizei. Diese konnte trotz Recherche keinen Schäfer auftreiben, dem ein Lamm fehlte und so alarmierte sie uns zur Unterstützung. Unsere Mitarbeiterin kümmerte sich um das Lämmchen und machte es erst einmal trocken, da es sehr regnerisch und das kleine Tier durchnässt war. Auch konnte sie aufgrund der noch frischen Nabelschnur mit Sicherheit sagen, dass das Lamm sicher erst in der vorangegangenen Nacht geboren war. Sie wurde auch gleich freundlich begrüßt und vom Lämmchen abgeschleckt. Es versuchte, überall zu saugen. Neugeborene Lämmchen benötigen eine spezielle Muttermilch, die Biestmilch. Ohne diese Milch nach der Geburt versagt in den meisten Fällen das Immunsystem und das Lamm stirbt nach kurzer Zeit. Zusammen mit der Polizei begab sich unsere Mitarbeiterin auf eine Suchaktion im Fundbereich um vielleicht doch noch das Mutterschaf zu finden. Nach etwas wilder Fahrt auf holprigen Wegen wurde ein einzelnes Hausschaf gesichtet. Dieses hatte ein Lämmchen an seiner Seite. Auffällig war die Fellfärbung, denn wie beim Fundlamm war auch dieses schwarz-weiß.

Leider war die Zusammenführung nicht ganz einfach, da das Mutterschaf vor den Helfern in Blau immer davon lief. Zum Glück vermisste der Schäfer sein großes Schaf und so fanden sich alle auf einer Obstbaumwiese zusammen. Die Polizei und unsere Helferin waren froh, die Herde gefunden zu haben und der Schäfer, dass er alle Schäfchen wieder zusammen hatte.

Woche der Bussarde!

In nur einer Woche war Spot nun der siebte hilfsbedürftige Bussard. Leider oder glücklicherweise - das kommt wohl auf die Sichtweise an - ist er einer von zwei Bussarden, die überlebt haben. Er wurde in einem Garten auf dem Rücken liegend gefunden. Die hilfsbereiten Grundstücksbesitzer in Weilheim versuchten ihn auf die Beine zu stellen, doch er kippte immer wieder um. Da es anfing zu regnen, holten Sie ihn ins Haus und alarmierten die Tierrettung. Spot hat eine sehr schöne Gefiederfärbung und ist eigentlich ein Prachtexemplar, er stand sogar gut im Futter. Vermutlich ist er mit etwas, möglicherweise mit einem anderen Vogel kollidiert und ist dann abgestürzt. Ein leichtes Anflugtrauma, zu vergleichen mit einer Gehirnerschütterung, erklärt vermutlich große Unsicherheit auf den Beinen. Auch eine kleiner Riss im rechten unteren Augenlid wurde festgestellt. So wurde er wegen des eisigen Wetters wieder auf Temperatur gebracht. Er war aber schon am nächsten Tag so fit, dass er gleich in die Flugvoliere durfte. Er hatte einen guten Appetit. Für ein paar Tage wurde das Auge beobachtet, das zum Glück von alleine schnell abheilte. Als es das Wetter zuließ, durfte er wieder zurück in die Freiheit!

Bussard im Kühlergrill

Auf der B10 Höhe Göppingen ist ein Mäusebussard mit einem fahrenden Auto kollidiert. Der Fahrer hielt auf dem Pannenstreifen an und sah, dass ein Bussard mit dem Kopf-Schulterbereich im Kühlergrill direkt unter dem Nummernschild feststeckte. Beherzt ergriff er das Tier und befreite es aus dem Frontbereich des Autos. Da er leider unsere Nummer (0177/3590902) nicht parat hatte, reagierte er aber vorbildlich und brachte das lädierte Tier zur Polizeiwache in Uhingen. Da wir schon oft mit der Polizei zusammengearbeitet haben, rief eine tierliebe Polizistin bei uns an. Wir machten uns sofort auf den Weg zur Wache, um uns um den Vogel zu kümmern. Leider fiel unserer Mitarbeiterin gleich der offene Beinbruch bei der Erstuntersuchung auf. Um dem Vogel weiteres Leid zu ersparen wurde er zu einer nahe gelegenen Tierärztin gebracht. Diese bestätigte den offenen Bruch im rechten Bein, das linke war jedoch auch gebrochen, sowie der linke Flügel. Auch die Zunge des Bussards war eingerissen. Diese Verletzungen sind zu schwerwiegend für einen Wildvogel, um wieder zu gesunden. Er wurde eingeschläfert, um ihm die Schmerzen zu nehmen.

Glücklose Taube

In Jesingen wurde eine Taube auf einem großen Firmenparkplatz gefunden. Ihr Flügel hing herunter und blutete. Als unsere Mitarbeiterin eintraf war es kein schöner Anblick. Die Taube hatte einen stark blutenden Flügel, es waren sämtliche Federn und Knochen zerbrochen, ein regelrechtes Loch war im Flügel. Am Rumpf wurden kleine regelmäßige punktförmige Wunden gefunden. Der Verdacht liegt Nahe, dass sie in die Fänge eines Raubvogels geraten war. Warum dieser von seiner Beute abließ ist unklar. Sie entkam zwar ihrem Feind, doch auf Grund der schlimmen Verletzungen verlor sie doch ihr Leben. Die Taube musste beim Tierarzt von ihrem Leiden erlöst werden.

Nr.5 lebt

Wie im gleichnamigen Film ging es hier nur um Eines: ums Überleben. Ein aufmerksamer Naturfotograf, der seinem Hobby nachging, fand den Bussard völlig entkräftet im Schnee bei den Kirchheimer Bürgerseen.

Er rief die Tierrettung und unsere Mitarbeiterin nahm sich des Vogels an. Was ihm genau passiert war, war ungewiss. Sicher war nur, dass er kraftlos und unterkühlt war, Verletzungen konnten jedoch nicht festgestellt werden. Vögel haben im Vergleich zum Mensch eine höhere Körpertemperatur, diese liegt im Normalfall zwischen 40 und 41,5°C . Vermutlich hatte der Bussard nur ein leichtes Anflugtrauma. Er landete jedoch im Schnee. Wäre er nicht gefunden worden, hätte er keine Chance gehabt. Er wurde langsam aufgewärmt. Er konnte nicht selbständig auf seinen Beinen stehen und wollte auch nicht selbständig fressen. Er wurde zwei Tage lang mit kleinen Mahlzeiten von Hand gefüttert, und siehe da: nach zwei Tagen stand er wieder richtig auf seinen Beinen. Die Futtermenge wurde erhöht und er bekam zusätzlich auch noch Infusionen. Er wurde fitter und fing an in der Krankenstation zu randalieren. Das ist der passende Zeitpunkt, ihn in die große Flugvoliere umzusiedeln. Dort hatte er noch mehr Ruhe und Platz und entwickelte einen prächtigen Appetit. Fast zwei Wochen intensive Betreuung hatten sich gelohnt. Er durfte zurück in die Natur… wir freuen uns sagen zu dürfen: Nr5 lebt!!!

Häschen in der Grube,

zum Glück ist dieser Feldhase unverletzt in die Baugrube gefallen. Doch er kam nicht mehr heraus, da er vermutlich keinen Halt auf der Folie fand. So stiegen die zwei Tierrettungsmitarbeiterinnen mit einer Leiter in die Baugrube. So ein Hase ist nicht leicht zu fangen doch zum Glück war dieser schon etwas außer Puste. Mit einem beherzten Griff konnte der Hase gesichert werden. Unverletzt wurde er in eine Transportbox gesetzt und weit weg von der Baugrube wieder in die Freiheit entlassen.

 

 

Warum bist Du wach kleiner Igel?

...das fragte sich die Finderin als sie morgens ihre Haustüre öffnete. Wenn ein Igel im Januar unterwegs ist, braucht dieser auf jeden Fall Hilfe. Nicht immer ist medizinische Hilfe notwendig, oft benötigt ein Igel nur Futter, um durch den Winter zu kommen. Die freundliche Dame rief uns an und bat um Hilfe, da sie kein Auto hatte. Unsere Mitarbeiterin fuhr zur Fundadresse und nahm den kleinen Igel an sich. Er war auch wirklich noch recht klein und hätte es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht durch den Winter geschafft. Im Tierheim in Esslingen hat er nun Unterschlupf gefunden und hat ein sicheres Dach über dem Kopf, bis er dann im Frühjahr wieder flitzen darf.

Fahrerflucht = Tierquälerei

Leider haben Tiere, vor allem Wildtiere, immer noch nicht den Stellenwert in unserer Gesellschaft, den sie eigentlich haben müssten. Tiere haben die gleichen Gefühle wie Schmerz und Leid, wie wir Menschen wenn wir verletzt werden.

Nicht gemeldete Unfälle mit Tieren gelten nicht als Fahrerflucht, fallen jedoch unter das Tierschutzgesetz und werden mit bis zu 5000€ Geldbuße bestraft. Ein verletztes Tier einfach sich selbst zu überlassen ist im rechtlichen Sinne Tierquälerei.

Ein Beispiel für solch herzloses Verhalten: Ein Dachs wurde angefahren. Ein ausgewachsener Dachs wiegt 12kg-20kg. Unser angefahrener Dachs dürfte ein Gewicht von etwa 15 kg gehabt haben. Eine Kollision mit solch einem Tier muss jeder Autofahrer mitbekommen. Das arme Tier schleppte sich noch von der Straße auf einen Fußweg. Dort wurde er von einem Passanten gefunden, der zum Glück unsere Nummer dabei hatte. Beim Eintreffen unseres Teams war der Dachs schon recht teilnahmslos. Eine offene Wunde am rechten Hinterbein mit einem Blutfleck auf dem Asphalt wurde bei der ersten Untersuchung sichtbar. Dachse haben ein extrem starkes Gebiss. Trotz seines schlechten Zustandes wehrte er sich heftig und verbiss sich in eine Decke. Mit der Decke passe er aber nicht in die Transportbox. Kurzerhand wurde die Decke zerschnitten und der Dachs konnte in die Tierklinik transportiert werden. Dort stellte sich leider innere Blutungen und ein Trümmerbruch am rechten Hinterlauf heraus. Das Tier wurde von seinen Schmerzen erlöst.

Wir stellen uns dann immer dieselben zwei Frage: Ob derjenige auch weitergefahren wäre wenn das Opfer ein Mensch gewesen wäre? Wie würde sich dieser Mensch selbst fühlen, wenn er selbst mit diesen Verletzungen auf der Straße liegen gelassen würde?

Ein süßer Pfropfen im Ofenrohr

Eine Familie in Börtlingen hörte ein seltsames Kratzen in ihrem Ofenrohr. Im Januar konnte es nicht mehr der Weihnachtsmann sein und so versuchten sie herauszubekommen, was da los war. Nach kurzer Zeit konnten sie im Schein ihrer Taschenlampe im Rohr die zwei großen Augen einer Eule erkennen.

Unsere Mitarbeiterin machte sich auf den Weg, das Tier aus seiner misslichen Lage zu befreien. Vor Ort bot sich folgende Situation: Das Ofenrohr war so eng, dass sich der Vogel nicht selbst befreien konnte. Bei der Analyse der Sachlage erkannte unsere Mitarbeiterin, dass es sich wohl um einen Waldkauz handelte, der genau in der Mitte eines waagrechten Abschnittes des Ofenrohres saß. Weder durch die Feuerstelle, noch durch die Wartungsluke war der Vogel greifbar. Da gutes Zureden auch nicht helfen würde, musste etwas gefunden werden, womit der Vogel etwas im Rohr nach vorne geschoben werde konnte. Der Schlauch des Staubsaugers war dann die Lösung. Er wurde durch die Wartungsluke eingeführt und so wurde der Kauz von hinten vorsichtig in Richtung Wohnzimmer geschoben. Dies erforderte etwas Geduld und Fingerspitzengefühl, aber nach einigen vorsichtigen Schüben hörte man im Rohr, wie sich der Kauz immer wieder etwas bewegte. Schließlich saß er dann so nah am Ende des Rohres, dass unsere Mitarbeiterin den Vogel erreichte. Vorsichtig ergriff sie seine Beine um ihn dann langsam und vorsichtig die letzten Zentimeter aus dem Rohr zu ziehen. Und Plopp… da war er: Ein wunderschöner Waldkauz. Da der Kaminfeger erst Tage zuvor das gesamte System gereinigt hatte, war der Waldkauz nicht einmal stärker verschmutzt.

Nach einer weiteren ausgiebigen Untersuchung stellte sich heraus das er unverletzt und gut genährt war. Vermutlich war er nicht länger als 24 Stunden in dem Rohr gefangen, denn die Familie hatte sofort um Hilfe gebeten, als sie die Geräusche im Ofenrohr gehört haben und die Situation erkannten. So durfte der Kauz wenige Stunden nach seiner Rettung wieder in die Freiheit.

Nachtrag zum Schweizer Falken

 

nach wenigen Tagen konnte das Turmfalkenweib wieder fliegen. Ein paar weitere Tage Erholung und Nahrung wurde ihr gegönnt, bevor es am 02.01.2021 zurück in die Freiheit ging.

Die erste Freisetzung eines Schützlings des TRD im Jahr 2021 war ein voller Erfolg!

 

Wir wünschen allen Tierfreunden einen Guten Start und viel Glück für das neue Jahr!

2020

... Dezember

Besuch aus der Schweiz

Eine tierliebe Familie entdeckte beim Spazierengehen nahe der vorbeiführenden A8 einen flugunfähigen kleinen Greifvogel. Beherzt nahmen sie ihn mit nach Hause und riefen die Tierrettung. Unsere Mitarbeiterin fuhr zur Familie und schaute sich den Vogel an. Es handelte sich um einen Turmfalken. Der rechte Flügel wurde nur wenig eingesetzt und das Anlegen an den Körper erfolgte verzögert. Nach einer erneuten fachkundigen Untersuchung des Flügels wurde beschlossen, den Turmfalken erst einmal in der Tierrettungsvoliere unterzubringen da kein Knochenbruch diagnostiziert werden konnte. Bei der Unteruchung hatte isch gezeigt, dass der Falke beringt war. Der Ring wurde genauer unter die Lupe genommen. Er stammte von der Vogelwarte Sempach in der Schweiz! Die die Ringnummer war gut abzulesen. Natürlich waren wir interessiert zu erfahren was die Beringung bedeutete und so telefonierten wir mit der Vogelwarte.

Der weibliche Turmfalke wurde im Juni 2019 als Küken in St. Gallen beringt, während sie noch ein Nestling (Küken) war. Die Vogelwarte beringt in ihrer Region wildlebende Vögel, um ihr Flugverhalten, ihre regionale Ausbreitung und ihr Nistverhalten zu untersuchen.

Hilflose Wanderratte

Jeder Einsatz ist anders, einige erfordern großen Ideenreichtum und oder handwerkliches Geschick. Diese Wanderratte blieb auf ihrer Flucht in einem Gitter hängen, welches ein Abwasserrohr abgedeckt hat. Die Ratte wollte in das Rohr flüchten, verschätze sich aber offensichtlich ganz gewaltig. Mit dem Kopf nach unten hängend blieb sie im Gitter stecken, weil sie ihre Hinterbeine nicht hindurch bekam.

Das unschöne an diesem Einsatz war jedoch, dass ein empathieloser Mensch den Vorschlag machte, man könne die Ratte doch einfach durchs Gitter treten. Für uns von der Tierrettung ist ein solches Verhalten unvorstellbar, denn jedes Lebewesen hat es verdient, zu leben und nicht zu leiden. Dass Ratten zu „Schädlingen“ wurde, liegt ja nicht an den Ratten, sondern entstammt der Tatsache, dass der Mensch seinen Müll und eine Überproduktion an Lebensmittel herumliegen lässt. Jedes Lebewesen wird versuchen, seinen Hunger an diesen reichlichen Quellen zu stillen und für seine Nachkommen zu nutzen.

Die Ratte konnte durch handwerkliches Geschick mit einer Erweiterung im Gitter befreit werden. Sie verstarb jedoch trotzdem nach kurzer Zeit. Da die Verletzungen durch das Gitter nicht schwer waren, die Ratte aber ein stark getrübtes Bewusstsein aufwies, mutmaßten wir, dass die Ratte im Vorfeld Gift gefressen hatte.

Der blinde Bud

Wir wurden zu einer verletzten Katze gerufen. Der kleine Stubentiger saß zusammengekauert in einer Ecke an einem Garagentor. Das Einfangen war sehr einfach und er konnte im Rettungswagen untersucht werden. Es konnten keine Verletzungen festgestellt werden. Auffällig war, dass er sehr verzögert auf Ansprache und Geräusche reagierte und er sehr große Pupillen hatte. Da er nicht gechippt oder tätowiert war und ihn niemand in der Nachbarschaft kannte, wurde er über Nacht im Tierheim untergebracht und am nächsten Tag dem Tierarzt vorgestellt. Da er ein gemütlicher und nicht schlecht genährter freundlicher Kater ist, nannten wir ihn Bud. Das Untersuchungsergebnis des Tierarztes ist traurig: Bud ist leider auf beiden Augen blind. So wartet er nun im Katzenschutz Donzdorf auf liebe Menschen, die ihm ein Zuhause geben möchten.

... November

Schon wieder das „hässliche Entlein“?

Kaum zu glauben aber wahr. Die Tierrettung wurde zu einem Jungschwan gerufen der zwischen Altbach und Deizisau auf einer viel befahrenen Brücke saß. Gerettet, freigelassen, Einsatz beendet. Zwei Tage später ein Anruf: ein Jungschwan watschelt auf der Römerbrücke in Wendlingen herum. Gerettet, freigelassen, Einsatz beendet.

Wieder ein Anruf: Ein Jungschwan sitzt auf dem Gelände einer Firma in Denkendorf.

Unglaublich aber wahr, es war derselbe Jungschwan wie die beiden anderen Male. Dieses Mal durfte der Schwan nicht mehr in die Freiheit – vorläufig. Bei Rastatt gibt es eine Vogelschutzstation, die auch Schwäne betreut. Hier leben ein dutzend Jungschwäne zusammen und warten darauf, dass sie im kommenden Frühjahr in die große weite Welt starten können. Dorthin fuhr unsere Mitarbeiterin Sandra Weickmann den frechen Schwan aus dem Landkreis Esslingen. Nach ein paar Tagen bekamen wir von dort die Info, dass unser Esslinger Jungschwan sich sehr schnell in die Schwanenkolonie eingelebt hat. Wir wünschen diesem prachtvollen Vogel alles Gute. Der Vogelschutzstation ein dickes Dankeschön für die gute Unterbringung unseres frechen hässlichen Entleins!

Ein langer Dürrer wird kommen

Ein junger Kater schlich um das Haus einer Familie. Das ist eigentlich nichts Ungewöhnliches, nur die dort schon lebende Katze fand das gar nicht lustig. Sie wollte ihr Zuhause und ihr Fressen nicht teilen, doch ihre Dosenöffner hatten Mitleid mit dem armen jungen Kater, der etwas mager aussah. Daher wurde auch ihm etwas auf die Terrasse gestellt. Das gefiel ihm und er blieb. Er nutze sogleich die Gunst der Stunde und zack war er in der Küche. Das bedeutete aber Krieg im Hause, denn so einfach gab die schon im Haus lebende Katze ihr Territorium nicht auf. Weil sich die Situation nicht lösen lies, wurden wir um Hilfe gebeten. Vielleicht wurde beim Anruf auch etwas gemogelt... aber der Kater sah echt sehr dünn aus.

Wir von der Tierrettung wägen bei nicht verletzten oder nicht wirklich erkrankten Katzen erst einmal ab, ob das Tier nicht vor Ort bleiben kann. Unerklärlicherweise lassen viele Besitzer ihre Tiere immer noch nicht chippen oder tätowieren. So können wir nie ganz sicher sein, ob ein vermeintliches Fundtier nicht eigentlich zwei Straßen weiter ein Zuhause hat. Ganz geheuer kam der kleine Kerl unserer Mitarbeiterin jedoch nicht vor und so sprach sie sich mit dem Tierheim ab und der junge Herr wurde im Katzenschutz Donzdorf untergebracht. Wie sich herausstellte hatte er sich ein Darmproblem zugezogen und er litt bereits einige Zeit an heftigem Durchfall. Das erklärte vermutlich auch seinen abgemagerten Zustand. In der Zwischenzeit hat er dieses Problem aber überwunden und so wartet der schwarze, liebe und sehr verschmuste Kater, der inzwischen den Namen Gonzo bekommen hat, auf ein freundliches, liebevolles Zuhause!

Manchmal hilft meckern,

Eine aufmerksame Spaziergängerin hörte ein meckerndes Geräusch aus einem Schuppen. Als sie ihrer Neugierde folgte, erblickte sie ein Ziege in einem Verschlag, ganz einsam. Da sie die Tierrettung kannte, schilderte sie dort den Fall. Wir sprachen mit der Besitzerin, es ist nicht immer alles so und vorallem nicht so einfach wie es scheint. Berta, die Ziege war verliebt in einen Schafsbock. Sie lebten glücklich zusammen bei der dazu gehörenden Schafherde, bis der Bock verstarb. Dann ging nichts mehr. Die anderen Schäfchen und sie kamen nicht mehr miteinander klar. Auch hatte Berta überhaupt kein Interesse an Ziegen. So wusste die Besitzerin einfach nicht weiter und stellte Berta im Schuppen unter. Was natürlich nicht artgerecht für eine Ziegen war. Die Ziege war sehr Menschen bezogen und folgte ihrer Besitzerin auf Schritt und tritt. Leider war auch das nicht mehr möglich, weil die Besitzerin schon deutlich älter war und dies nicht mehr leisten konnte. So wurde herumtelefoniert, denn wir konnten und wollten Berta nicht im Stich lassen. So konnte man sich einigen, dass die liebe Ziege noch einmal umzieht. In ihrem neuen Zuhause gibt es nichts zu meckern, denn sie freut sie sich nun über Aufmerksamkeit und jede Menge Futter.

Ein Bär

Auch ein Bär von einem Hund braucht einmal Hilfe. Bär ist ein Kaukasischer Owtscharka. Er ist 11 Jahre alt und wiegt 70kg. Blöd nur wenn, man die Treppe hinunter stürzt. Sein Besitzers ging zunächst davon aus, dass nichts Schlimmeres passiert war, doch fiel ihm die Tage nach dem Sturz auf, dass Bär sehr schlecht aufstehen konnte. Bärs Herrchen wollte doch lieber auf Nummer sicher gehen und ihn beim Tierarzt durchchecken lassen. Das ist bei einem 70kg Hund eben doch nicht so einfach, wenn dieser nicht richtig laufen will bzw. kann.

Natürlich übernimmt die Tierrettung auch solche Krankenfahrten. Wir transportieren das Tier vom Zuhause zum Tierarzt oder zur Tierklinik und wieder zurück. In schlimmen Fällen haben wir auch eine Vakuummatratze oder eine Trage auf Rollen, so können wir das Tier möglichst schmerzfrei und sicher transportieren. Bär konnte zum Glück eigenständig in den Rettungswagen einsteigen und auch wieder aussteigen. Beim Tierarzt stellte sich heraus, dass er sich beim Sturz nicht ernsthaft verletzt hatte. Noch ein paar Tage Schonung dann sind die erlittenen Prellungen von selbst ausgeheilt. Glück gehabt, alter Bär!

Absturz nach Kollision mit Überlandleitung

Ein Spaziergänger rief die Tierrettung zu einer auf dem Rücken liegenden Graugans. Die schlimmen neurologischen Ausfälle, die blutende Wunde über dem Schnabel und der Fundort unter einer Stromleitung ließen den Rückschluss zu, dass die Gans wohl gegen das Stromkabel geflogen war. Die Kollision mit dem Stromkabel und der Aufprall auf dem Boden haben zu schweren Schädel-Hirnverletzungen geführt. Die Gans war nicht mehr in der Lage zu stehen oder ihren Kopf zu heben. Auch der behandelnde Tierarzt hatte keine gute Prognose für den armen Vogel. Damit die Gans sich nicht weiter quälte, wurde sie eingeschläfert.

Laut NABU werden jährlich knapp 3 Millionen Vögel Opfer von Kollisionen mit Überlandleitungen (Stand: 2017). Diese Kollisionen enden zumeist tödlich.

Einsames Kätzchen

Anwohner hatten mehrere Tage eine kleine Katze gesehen und sich ab und zu mal um sie gekümmert. Da das kleine Fellknäuel aber immer nur alleine gesichtet wurde, machten sich die Anwohner zunehmend Sorgen um das Wohl der kleinen Katze. Sie benachrichtigten die Tierrettung. Unser Mitarbeiter Alex machte sich auf den Weg zur kleinen Fundkatze nach Kirchheim. Weit und breit war keine Katzenfamilie auszumachen, allerdings gab es eine viel befahrene Straße in unmittelbarer Nähe. So wurde die kleine Mietze zu ihrer eigenen Sicherheit im Tierheim in Kirchheim untergebracht.

 

Brennender Tiertransporter

Aus noch ungeklärter Ursache fing ein Tiertransporter auf der B500 bei Iffezheim am Kreuz Baden-Baden an zu brennen. Geistesgegenwärtig brachte der LKW-Fahrer sein Gespann zum Stillstand, koppelte den hinteren Teil ab und ließ die Kälber aus dem brennenden vorderen Teil auf die Fahrbahn heraus. Damit rettete er allen 176 Kälbern das Leben, die sich aber nun frei auf der Straße bewegten.

Das Ausmaß war nur schwer zu überblicken. Die Feuerwehr, Polizei und das THW organisierten eine komplette Sperrung der B500. Da unklar war, ob Kälber verletzt waren und oder diese eventuell in Panik in das umgebende Gelände geflüchtet waren, wurde auch die Tierrettung Rhein Neckar hinzu gezogen. Für solch einen großen Einsatz bzw. Katastrophenfälle hat die Gemeinschaft Deutscher Tierrettungsdienste GDT ein deutschlandweites Netzwerk aufgebaut. Alle Tierrettungen werden informiert und rücken an bzw. können nachgefordert werden. In diesem Fall waren drei Tierrettungsdienste vor Ort (Tierrettung Rhein Neckar, Tierrettung Unterland und wir von der Tierrettung Mittlerer Neckar). Bei unserem Eintreffen war die Lage aber schon unter Kontrolle. Mit Hilfe der Feuerwehr, THW und der Tierrettung wurde ein lebendiges Gatter aus Leitern gebildet. Zum Glück war kein Tier von der Straße geflohen und es hatte sich auch keines verletzt. Wir halfen noch beim Verladen der Tiere in Tiertransporter, die vom Veterinäramt zur Verfügung gestellt wurden. Die Tiere wurden im französischne Mulhouse untergebracht.

Katze kollidiert mit Auto

Eine Familie musste aus dem nachfolgenden Auto mit ansehen, wie eine Katze von einem Auto erfasst wurde. Geistesgegenwärtig hielten sie an und kümmerten sich um das Tier. Sie wickelten es in eine Decke und alarmierten uns. Auf schnellstem Wege eilte das Einsatzteam zum Unfallort. Die noch recht junge Katze hatte sich etwas erholt und war leider nicht besonders kooperativ. Es handelte sich wohl um ein wild aufgewachsenes Kätzchen ohne Menschenkontakt. Daher war die Untersuchung im Rettungswagen sehr schwierig. Das linke Bein war schwer verletzt worden. Eine sehr tiefe Fleischwunde war zu sehen. Die Katze wurde direkt in die Tierklinik nach Esslingen gefahren. Dort wurde die Wunde versorgt und das Knie musste operiert werden. Momentan erholt sie sich im Tierheim in Esslingen. Wir drücken die Daumen, dass alles wieder verheilt!

... Oktober

Nicht nur ein Einsatz sondern für immer

Eine Familie aus Lauterstein beobachtete zwei Tage lang eine kleine Babykatze unter ihrem Schuppen. Trotz kläglichem Rufen tauchte kein Elterntier auf. So sammelten sie das Kleine ein und riefen die Tierrettung, um diese zu versorgen. Es war schon spät am Abend und so erklärte sich die Mitarbeiterin der Tierrettung bereit es über Nacht zu versorgen, da das kleine Kätzchen nicht älter als ca. fünf Wochen und leicht dehydriert war. Doch das war ein fataler Fehler!

Wer kann so einem kleine Geschöpf widerstehen? NIEMAND! Die kleine Katzendame trank gut die Katzenmilch aus dem Fläschchen und die ganze Familie stand mit leuchtenden Augen um das kleine Geschöpf herum. Und das Krümelchen soll jetzt ins Tierheim??? Niemals!… so wurde mit dem zuständigen Tierheim erst eine Betreuung als Pflegeplatz vereinbart, denn die gesetzliche Frist für Fundtiere muss eingehalten werden. Da es aber keinen Besitzer gab, gehört das Katzenmädchen in der Zwischenzeit zur Familie unsere Mitarbeiterin Hilde und hört auf den Namen Mortisha!

Powerkatze Rosi

Notruf aus Baltmannsweiler: Eine Katze wurde angefahren. Sofort eilte Jürgen Völker mit dem Rettungswagen der Samtpfote zu Hilfe. Bei einem solchen Einsatz wird eine – wie in diesem Fall – gut funktionierende Rettungskette zum Lebensretter: Die Autofahrerin, der die Katze ins Auto gelaufen ist, hielt an und holte die Katze von der Straße, die Familie des angrenzenden Grundstückes eilten mit einer eigenen Transportbox zur Hilfe, um die Katze zu sichern und alarmierten gleichzeitig die Tierrettung. Der kurze Einsatzweg führte zu einer schnellen Erstversorgung. Jürgen Völker hat die Ausbildung zum Tierrettungssanitäter und darf daher einen Zugang für eine Infusion legen. Die im Rettungswagen auf Körpertemperatur erwärmte Flüssigkeit soll vor allem das Blut verdünnen, damit es zu keiner Unterversorgung des Körpers kommt. Im Schockzustand ziehen sich die Gefäße im Körper zusammen und dies erschwert den Blutkreislauf. Parallel dazu fällt durch die schlechte Durchblutung die Körpertemperatur. Dies soll durch die vorerwärmte Infusionslösung verhindert werden. Auf dem Weg zur Tierklinik Plieningen stieg Sandra Kunz, die zweite ausgebildete Tierrettungssanitäterin zu, um die Katze best möglichst zu betreuen. Nach so einem schweren Unfall muss immer mit Komplikationen gerechnet werden, vor allem, wenn wie bei dieser Katze, ein deutliches Rauschen beim Abhören der Lunge hörbar ist.

Auf dem Weg zur Klinik wurde dem TRD-Team bewusst, das die Unfallkatze der Katze einer anderen Helferin der Tierrettung sehr ähnlich sah und der Unfall sich auch in unmittelbarer Nähe des Wohnhauses der TRD-Helferin ereignete. Nach einem kurzen Telefonat und einem gesendeten Foto war klar wer die Unfallkatze war – Rosi – die Katze der Helferin.

Diese eilte sofort in die Klinik um ihrer Katze beizustehen. In der Tierklinik in Plieningen stellte sich heraus, dass Rosi eine Menge abbekommen hatte: Zwerchfellriss mit Darmvorfall, Hämatome auf der Leber, eine Fleischwunde bis auf den Knochen am Hinterlauf und mehrere Brüche am Vorderlauf. Aber sie kämpfte, andere Katzen hätten sich vielleicht schon aufgegeben, nicht aber Rosi. Trotz des heftigen Unfalls trugen ihr Überlebenswille und die schnelle Erstversorgung zu einem einigermaßen guten Gesamtzustand bei.

Rosi wurde zweimal operiert. Der Vorderlauf wurde mit Fixateuren stabilisiert, das Zwerchfell genäht, wie auch die Verletzung am Hinterlauf. Wir drücken Rosi alle Daumen, dass sie schnell wieder gesund wird!

Bussard mit böser Überraschung

Wir wurden zu einem verunfallten Bussard gerufen. Dieser lag in Uhingen auf einer Wiese und konnte wohl nicht mehr fliegen. Unsere Tierrettungsmitarbeiterin versuchte herauszufinden warum, konnte aber keinen Knochenbruch ertasten und auch keine Wunde finden. So wurde er zunächst bei der Tierrettung untergebracht und gefüttert. Keiner der Flügel hing herunter und sein Appetit war groß. Vielleicht hatte er nur eine Gehirnerschütterung… Da er sich erholt zeigte, wurde beschlossen, dass er zurück in die Freiheit durfte. Er war ein wunderschöner mehrjähriger und gut im Futter stehender Bussard. Als die Mitarbeiter der Tierrettung ihn freilassen wollten, fiel er wie ein Stein aus den Händen unserer Mitarbeiterin zu Boden, wo er zu Fuß zu flüchten versuchte. Da es für einen Bussard kein Sinn macht, ihn flugunfähig freizusetzen, da er sich nicht ernähren könnte, wurde er wieder eingefangen. Am nächsten Tag zeigte ein Röntgenbild beim Tierarzt die Bredouille. Das Schultergelenk war „herausgerissen“. Eine Rücksprache mit einem speziellen Tierarzt ergab, dass eine solche Verletzung zwar operabel ist, so dass der Vogel zwar keine Schmerzen hat und der Flügel stabil bleibt, er aber nie wieder fliegen können wird. Für einen Greifvogel ist eine solche Diagnose ein Todesurteil. So mussten wir diesen wunderschönen Vogel leider einschläfern lassen, weil wir ihn natürlich nicht dem Leid des Verhungerns aussetzen wollten.

Fitnessprogramm für die Helfer der Tierrettung

Besorgte Anwohner riefen uns an, weil seit zwei Tagen ein Kaninchen hinter den Häusern durch die Gärten hüpfte. Das Tierheim Göppingen war am Versuch, das Kaninchen einzufangen, gescheitert. So durften wir unser Können unter Beweis stellen – und da wir hier berichten, haben wir unser Können bewiesen ;-)

Doch ganz einfach war es nicht… mehrere Gärten von mehreren Häusern grenzten ohne Einzäunungen aneinander. Ungefähr in der Mitte eine riesige selbstgebaute Palettensitzgruppe mit langer Eckbank in einem Partyzelt. Darunter hatte es sich der Hoppler gemütlich gemacht. Ausgestattet mit Fangnetzen, Box und ein paar Anwohnern begann die „Jagd“. Um die Palettenbank herum postiert versuchten wir auf dem Bauch liegend, das Kaninchen so zu lenken, dass es in einer der Netze hüpfte. Wer aber schon einmal ein gesundes Kaninchen oder Hasen beobachtet hat, weiß wie agil solch ein Tier ist.… Pustekuchen! Zweimal Haken geschlagen – und es rannte in langen Sprüngen in den nächsten Garten… die Kaninchenfänger hinterher. Ein Satz – und das Kaninchen war am Ende der Gärten eine 1m hohe Mauer hinaufgesprungen und versteckte sich unter einem Haufen Baumaterialien. Gleiches Spiel: Helfer, Netze, Boxen – zwei Haken geschlagen und zurück zur Palettenbank… schnaufende TRD-Helfer hinterher. Auf den Bauch liegend Kaninchen lenken (hihi), Helfer, Netze, Boxen – zwei Haken geschlagen – und das Kaninchen verschwand zwischen zwei Häusern. Auch hier keine Chance und es flitzte wieder zum Parkplatz mit dem Stapel Baumaterial... dieses Mal aber zum Schrecken aller schlüpfte das Kaninchen nicht darunter, sondern rannte Richtung Ausfahrt auf die Straße. Alle hinterher! Unser Mitarbeiter versuchte es wieder in Richtung Gärten zu lenken, während unsere Mitarbeiterin den Verkehr anhielt und regelte. Die Bewohner gaben ihr Bestes und so konnte das Kaninchen wieder zurück auf den Parkplatz getrieben werden, wo es diesmal doch unter dem Baumaterial verschwand. Wieder alle hinterher. Schon langsam laut keuchend wurde nun Schläue eingesetzt. Die darüber liegende Plane wurde ringsherum beschwert und nur zwei kleine Ausgänge gelassen. An einem wurde Radau gemacht und tatsächlich drückte dich das Kaninchen auch schon sichtlich am Schnaufen an das andere Ende des Haufens und es konnte mit einem beherzten Griff gepackt werden. Obwohl alle ziemlich durchgeschwitzt waren, war die Freude über den Erfolg groß und alle etwas stolz. Im Rettungswagen konnte dann ein kerngesundes unverletztes Kaninchen untersucht werden. Danke an alle für den körperlichen Einsatz!

Verletzter Marder in Gartenhütte

Den Bewohner eines Hauses fiel auf, dass ein Marder das Futter der Hauskatze fraß. Er bewegte sich eher schleppend zum Gartenhaus und verschwand dort durch die eingebaute Katzenklappe. Die Leute meinten es gut und ließen den Marder dort leben. Jedoch beobachteten sie, dass sich der Gesundheitszustand des Marders immer weiter verschlechterte und so riefen sie die Tierrettung. Zwei Mitarbeiter der Tierrettung machten sich mit Keschern, Sicherheitshandschuhen und Transportbox auf, um den Marder einzufangen und ihm zu helfen. Der Katzeneingang wurde verbarrikadiert und das Gartenhaus etwas leergeräumt. So konnte der Marder in einer Ecke gefunden werden. Leider bot sich kein schönes Bild. Das Tier war wohl von einem Auto erfasst worden und hatte sich dabei mehrere Wunden an den Hinterläufen zugezogen. Diese konnte er kaum noch bewegen und zog sie fast nur noch hinter sich her. Da das Wetter noch recht warm war hatten Fliegen ihre Eier in den Wunden abgelegt. Laut Tierarzt hatte der arme Marder mehrere Frakturen im Bereich Becken, Wirbelsäule und Hinterläufe. Auch die Maden hatten noch ihren Teil dazu beigetragen, dass dem Kleinen nicht mehr zu helfen war. Zusammen mit dem Tierarzt wurde entschieden, den Marder von seinem Leiden zu erlösen.

Katze in der Notaufnahme

Die Wetterverhältnisse haben dazu beigetragen, das es dieses Jahr wieder viele junge Kätzchen gab und gibt. So war es auch nicht verwunderlich, dass einige kleine süße Fellknäule auch auf dem Gelände der Klinik am Eichert auftauchten. Eines davon blieb auf der Zufahrt zur Notaufnahme sitzen und wies Blutspuren am Körper auf. Das diensthabende Notarztteam war sogleich auch für das Kätzchen da und nahm es mit in die Telefonzentrale. Doch sogleich landetet der Notarzt selber in der Notaufnahme! Die kleine Katze hatte vermutlich vor Angst und Schmerz sich nicht anders zu helfen gewusst und ihrem Retter in die Hand gebissen.

Bitte unterschätzen sie nie ein Tiergebiss, egal wie klein es auch sein mag. Vor allem Katzenbisse sind höchst gefährlich. Die dolchartigen Fangzähne, also die verlängerten Eckzähne, dringen meist tief in das Gewebe des Menschen ein. Beim Herausziehen des Zahns verschließt sich die Wunde auf Grund der Form der Zähne wieder. Da ein Gebiss immer Speichel mit Bakterien überträgt, beginnt im Inneren der Wunde sofort ein Infektionsprozess. Gerade Katzenbisse führen innerhalb weniger Stunden zu starken Entzündungen mit Eiterbildung. Wenn die gebissene Person sofort zum Arzt geht, der die Wunde spült und Antibiotikum verabreicht, ist alles oft nach einer guten Woche verheilt. Sonst führt dies im schlimmsten Fall zu einer Not-OP, bei der bisweilen sogar Gliedmaßen amputiert werden müssen. Daher sollte mit Tierbissen niemals zu leichtfertig umgegangen werden.

Das kleine Kätzchen wurde im Angestellten-WC eingesperrt, bis die Mitarbeiter der Tierrettung sich ihrer annahmen. Schnell war das Katzenkind mit Sicherheitshandschuhen eingefangen. Nach dem ersten Schreck hatte sie sich wohl beruhigt und war ganz lieb. Doch woher kam jetzt das Blut? Äußerlich wurde keine Verletzung festgestellt. Bei der Kontrolle des Mundes zeigte sich, dass einer der Milchzähne fehlte. Die Lücke ist sicher nicht natürlich entstanden. Zur weiteren Abklärung wurde das kleine Katerchen im Tierheim Göppingen untergebracht, wo es dann dem Tierarzt vorgestellt wurde.

Große grüne Schlange im LKW,

so wurde die Tierrettung nach Kirchheim gerufen. Ein rumänischer LKW-Fahrer, der aus Frankreich über Deutschland wieder nach Hause fuhr, bemerkte etwas Kriechendes, als er etwas aus seinem Gepäckfach holen wollte. Es war wohl eine große grüne Schlange.

Auch für die schwäbische Tierrettung ist ein solcher Einsatz nichts alltägliches. Behutsam wurde das Gepäckfach frei geräumt und jeder Gegenstand genau unter die Lupe genommen, ob sich darin oder darunter etwas schlängelte. Unglücklicherweise gab es eine Verbindung vom Gepäckfach in die Fahrerkabine des LKWs. Mit Sicherheitshandschuhen bewaffnet nahm unsere Mitarbeiterin das Fahrerhaus Stück für Stück auseinander. Alles wurde ausgeräumt – von der Matratze über Gepäckstücke, Lebensmittelvorräte, Abdeckungen – einfach alles. In jede Schublade und in jedes noch so kleine Fach wurde geschaut. Und siehe da! In einem Verteilerkasten lag ein sehr dickes Kabel. Dieses Kabel bewegte sich… die Schlange war gefunden! Doch noch war weiterhin unklar, um was für ein Schuppentier es sich handelte. Nachdem die Schlange freiwillig nicht heraus kommen wollte, griff unsere Mitarbeiterin „todesmutig“ zu und zog die Schlange langsam aus dem Verteilerkasten. Erst jetzt wurde erkennbar, dass es sich nicht um eine giftige grüne Mamba handelte. Der Verdacht viel schnell auf eine Natter. Um auf Nummer sicher zu gehen, wurden die Fotos an die Reptilienauffangstation in München weitergeleitet. Von dort kam die Bestätigung, dass es sich um ein schönes Exemplar einer Äskulapnatter handelte. Die Schlange wurde eingesackt (also in einem Schlangenbeutel transportiert) und in fachkundige Hände übergeben. Da die Äskulapnatter streng geschützt ist, wird die weitere Vorgehensweise die Naturschutzbehörde festlegen.

In die Falle gegangen

Eine tierliebe Frau beobachtete bei Ochsenwang eine kleine Katze, die offensichtlich hinkte. Wild geborene Kätzchen sind leider meist nicht sehr kooperativ. Auch diese kleine Katze wollte nicht verstehen, dass man ihr helfen wollte und so wurde eine Lebendfalle organisiert. Die tierliebe Frau betreute die Falle und als die Kleine in der Falle saß, wurden wir angerufen. Samt der Lebendfalle luden wir sie in den Rettungswagen, die Gefahr dass sie beim Umsetzen entwischen könnte, war zu groß. Da es spät am Abend war und kein medizinischer Notfall vorlag, wurde die kleine Katze im Tierheim Kirchheim untergebracht und am nächsten Tag dem Tierarzt vorgestellt.

Katzenjammer

Es gibt immer wieder Einsätze die gehen einem sehr nahe. So wie dieser Fall: Meldebild war eine totgefahrene Katze die anscheinend Junge hatte. Bei der Ankunft unserer Mitarbeiterin bot sich ihr ein Bild des Grauens. Vier Katzenkinder versuchten bei der toten Katzenmutter zu trinken. Da es sich aber um wild geborene Kätzchen handelte, führte jeder Annäherungsversuch dazu, dass die Kleinen sich unter einem Zaun in eine eingezäunten Tannenbaumzucht zwischen Ötlingen und Notzingen zurückzogen. Die Tierrettung ist leider nicht berechtigt, sich Zutritt auf fremde Grundstücke zu verschaffen. Also was tun?

Es blieb nur eine Möglichkeit, die Kleinen zu fangen. Irgendwie mussten diese in eine Box und das einzige Lockmittel war die tote Mutter. So wurde die überfahrene Katze in einen Transportkorb gelegt und vor dem Zaun platziert. Es dauerte nicht lange, da kam das erste Kätzchen zurück und mit etwas Geschick unserer Mitarbeiterin wurde das Türchen des Transportkorbes geschlossen, so dass das Kleine im Rettungswagen umgesetzt werden konnte. Bei einer kurzen Untersuchung wurden keine Verletzungen entdeckt. Das Spiel begann von vorne. Dieses mal kamen die anderen drei auf einmal und es bedurfte etwas Geduld, bis alle drei gemeinsam im Korb verschwunden waren. Es war wichtig, die Kitten nicht zu oft zu verschrecken, denn es bestand die Gefahr, dass diese sich dann dauerhaft zurückziehen und nicht wiederkommen würden. Nach einiger Zeit war es schließlich soweit und auch die drei Kleinen waren gefangen. Erfreulicherweise waren auch sie unverletzt. Da unklar war ,wie lange die vier kleinen Waisen keine Nahrung mehr hatten, wurden sie umgehend im Tierheim versorgt.

Manche Einsätze kosten viel Kraft - es ist nicht immer schön und manchmal muss man zu unschönen Mitteln greifen. Aber um das Leben dieser vier kleinen Kätzchen zu retten, hatte unsere Mitarbeiterin keine Alternativen. Ein hart verdienter Erfolg!

Tierrettungsdienst zum Anfassen

Egal ob Verschiebung wegen des Wetters, oder Hygieneauflagen wegen einer Pandemie – wir wollten für alle Interessierten da sei. Am 3. Oktober war es dann soweit. Die Autos waren geputzt und alle Infomaterialien bereit gelegt.

Ein Einbahnstraßensystem lenkte die Besucher durch den Eingang zum großen Rettungswagen (RTW). Dieser konnte besichtigt werden und Fragen wurden vom Chef der Tierrettung Mittlerer Neckar, Jürgen Völker persönlich beantwortet. Weiter ging es zum kleinen RTW, der ebenfalls unter die Lupe genommen werden konnte. Hier konnte man sich Einsatzberichte von unserer Mitarbeiterin Sandra Hildebrandt (Hilde) erzählen lassen und dazugehörende Fotos anschauen. Die letzte Station bildete unser von unserer PR-Beauftragten Maren Gülck betreute Informationszentrum. Hier gab es alle Infos rund um die Tierrettung wie z.B. über den Förderverein, Projekte und unsere beliebten Schlüsselanhänger.

Ein herzlicher Dank geht auch an alle weiteren Mitarbeiter der Tierrettung, die diesen Tag möglich gemacht haben.

Bei recht gutem Wetter wurde es ein wundervoller Nachmittag mit vielen netten Zwei- und Vierbeinern. Ein großes Dankeschön für das uns entgegengebrachte Interesse!

... September

Igel Notfallplan:

Jeden Herbst steht man da und überlegt: braucht dieser Igel meine Hilfe oder nicht?

Hier eine kurze Notfall-Anleitung:

Kleine Igel sollten als Erstes nur beobachtet werden. Gibt es weitere kleine Igel in seiner Nähe, sind die Mutter und das Nest sicher nicht weit. Bleibt das Igelchen verlassen sitzen, ist es Tag und oder das Kleine weist Verletzungen auf, dann kümmern Sie sich bitte um das Tier.

Bei offensichtlichen Verletzungen bei großen und kleinen Igeln rufen Sie uns bitte an, oder bringen den Igel selbst zu einem Tierarzt.

Ist er „nur“ klein und sie können am Körperbau (rund=gesund) nicht sicher erkennen, ob es dem Igelchen gut geht, dann nehmen Sie ihn bitte zum Wiegen mit. Sollte der kleine Stachler Anfang Oktober weniger als 400g oder Anfang November weniger als 500g wiegen, dann bringen Sie ihn bitte zu einer Igel-Auffangstation oder in ein Tierheim. Sollte er über Nacht oder über das Wochenende Ihr Gast sein, können Sie ihm mit einer Schale Wasser, ungewürztem Rührei und Nassfutter für Katzen gut weiterhelfen. Hat der Igel jedoch genügend Gewicht, bringen Sie ihn bitte an die Fundstelle zurück.

101 Fundhund...

Wir werden öfters zu Hunden gerufen, die den Besitzern ausgebüchst sind. Wir berichten nicht über jeden dieser Einsätze da ca. 98% der Hunde nach spätestens 24 Stunden wieder glücklich zu Hause sind. Viele Hunde sind einfach neugierig, verspielt, manchmal aber auch schreckhaft. In der Regel sind dies unvorhersehbare Situationen - Beispiele gibt es genug. Zum Beispiel rutscht der Besitzer aus und lässt dabei die Leine im Reflex los, der Hund erschreckt sich und läuft in den Wald. Dies kann auch für den Hund gefährlich werden, da die Leine sich im Unterholz verfangen kann. Glücklicherweise ist es jedoch der Normalfall, dass der Vierbeiner an einem ganz anderen Ort wieder auf taucht. Oft sind es aber auch nicht richtig verschlossene Gärten, Terrassen- oder Autotüren, die zu einem Abenteuerausflug einladen. Fehlzündungen an Fahrzeugen können einen Hund so erschrecken, dass er sich sogar aus seinem Halsband windet. Die meisten Hunde werden dann von netten Leuten aufgenommen, weil der Vierbeiner plötzlich im Garten steht oder ins Auto gehüpft kommt. Es gibt eigentlich nichts, was es nicht gibt oder schon gab. Des öfteren wird auch die Polizei hinzugezogen. Sobald wir informiert werden, rücken wir aus und kümmern uns um das Findeltier. Egal, ob wir den Hund in einem Garten, Supermarkt oder bei der Polizei in Empfang nehmen, wir versuchen das Tier nach Hause zu bringen. Daher ist es besonders wichtig das ihr Hund gechipt oder tätowiert und registriert ist. Auch eine aktuelle Telefonnummer, unter der sie immer erreichbar sind und bei der Registrierungsstelle hinterlegt oder im Halsband eingestickt ist, ist wichtig. Können wir keinen Besitzer ermitteln oder erreichen, müssen wir den Fundhund im zuständigen Tierheim unterbringen. Dies sind zusätzliche Kosten und ihr treuer Vierbeiner würde lieber die Nacht zu Hause verbringen, als in einem fremden Zwinger.

Kranke Schleiereule

Die Besitzer eines landwirtschaftlichen Betriebes in Wangen riefen uns zu einer geschwächten jungen Schleiereule. Schleiereulen brüten gerne in Dachböden von Scheunen. Sie sind nützliche Mitbewohner, da vor allem Mäuse auf dem Speiseplan stehen, die meist als Schädlinge für gelagerte Nahrungsmittel angesehen werden.

Wie sich herausstellte, litt die kleine Schleiereule am sogenannten „gelben Knopf“, einem Befall von einzelligen Parasiten. Die Eulen erkranken dabei vor allem durch infizierte Futtertiere. Meist sind es erbeutete Singvögel, bei größeren Greifvögeln oder Eulen auch Tauben. Wenn diese Krankheit frühzeitig erkannt wird, ist sie behandelbar. Hier kam leider jede Hilfe zu spät.

Ein Osterhase im September,

deswegen war eine Waldkindergartengruppe in Göppingen völlig aus dem Häuschen. Als zur Überraschung der kleinen Menschen plötzlich ein kleiner schwarzer Hase durch den Wald auf die Spielgruppe zugehoppelt kam. Die Kinder, wie die Erzieherinnen, waren natürlich besorgt um den kleinen Hasen, da dieser sicherlich nicht dort in den Wald gehörte. Alle waren bereit, ihr Vesper mit dem Häschen zu teilen und so wurde er mit Mohrrüben, Äpfeln und gesammeltem Gras verköstigt. Eine der Erzieherinnen organisierte einen Transportkorb und so konnte der Hase bis zu unserem Eintreffen gesichert werden. Die Tierrettungshelferin schaute sich den Hasen an, der optisch unverletzt und in einem guten Zustand war. Die Kinderaugen waren natürlich weit aufgerissen, denn sie hatten noch nie einen Tierrettungswagen so nah gesehen. Das blieb unserer Tierrettungshelferin natürlich nicht verborgen und so gab es noch eine kleine RTW-Führung und natürlich wurde auch das Gelblicht zur Unfallstellenabsicherung einmal eingeschaltet. Dann wurde der kleine schwarze Hase ins Tierheim nach Göppingen gebracht. … sicherlich gab es beim Abendessen in vielen Familien eine Menge zu erzählen.

Steinmarder mit Schutzengel

Ein Steinmarder wurde nach einem Autounfall völlig benommen und mit blutigem Mund bei einer Tierärztin in Kirchheim abgegeben. Die wildtierliebende Tierärztin schaute sich den Marder an und konnte dank Röntgenbild feststellen, dass er keinerlei Knochenbrüche aufwies. Er hatte jedoch am Unterkiefer eine riesige Platzwunde. Kurzerhand wurde das Tier genäht. Da eine Tierarztpraxis für längere Pflege nicht ausgerichtet ist, rief sie die Tierrettung an. Die Prognose war nicht schlecht und wir hofften, den Steinmarder mit etwas liebevoller Pflege wieder aufzupäppeln. 24 Stunden blieb er noch unter direkter Beobachtung beim TRD und bekam auch noch das vom Tierarzt verordnete Schmerzmittel. Zum Glück fing er am nächsten Tag selbständig an zu fressen. Da Wildtiere in menschlicher Obhut oft sehr unter Stress stehen, wurde er in unser leerstehendes Fuchsgehege umgesiedelt. Die ersten zwei Tage lief er noch sehr torkelnd durchs Gehege. Sein Zustand wurde aber von Tag zu Tag besser, genau wie sein Appetit. Durch die „selbstauflösenden“ Fäden mussten wir den wieder sehr agilen Kerl auch nicht weiter belästigen und er durfte schon nach kurzer Zeit wieder seine Freiheit genießen.

Murphy allein unterwegs!

Der kleine Murphy, gerade einmal 6 Monate alt, musste zum Tierarzt weil er etwas falsches gefressen hatte. Um es wieder loszuwerden, bekam er vom Tierarzt ein Mittel zum Erbrechen. Die Besitzerin ging mit dem kleinen Murphy dazu vor die Praxistüre, wo er sich aber so sehr erschreckte, dass er davon lief. Trotz aller Bemühungen verschwand er im nahegelegenen Wald. Durch die Hilferufe der Besitzerin über das soziale Netzwerk, wurde eine ehrenamtliche Helferin für Hundesicherung auf die Situation aufmerksam. Sie und eine ebenfalls ehrenamtlich arbeitende Pet Trailorin machten sich auf die Suche nach dem kleinen Murphy. Als es dunkel wurde, wurde die Suche abgebrochen und eine Futterstelle geplant. Die Tierrettung stellte dafür eine Wildtierkamera bereit, denn es musste überprüft werden, falls das Futter angenommen würde, welches Tier sich das Futter schmecken lies. Nur so kann entschieden werden, ob eine Lebendfalle gestellt werden soll. Des öfteren kommt es vor das Katzen, Füchse und Marder genauso wie der entlaufene Hund eine solche Futterstelle annehmen.

Die Helferin der Hundesicherung übernahm die Kommunikation mit dem Rathaus und dem Besitzer des Grundstücks, auf dem die Futterstelle eingerichtet werden sollte. Alles hat auch immer eine rechtliche Seite. Die Helferin der Tierrettung übernahm das Gespräch mit dem Jagdpächter, damit dieser auch informiert war, dass ein Hund im Wald herumirrte.

Tagelang hatte niemand trotz Futterstelle mit Wildtierkamera und Suchplakaten den kleinen Murphy gesichtet.

Nach fast einer Woche kam dann aber doch noch der erlösende Anruf. Murphy wurde vor der Tierarztpraxis gesichtet. In einem Nachbargarten konnte er dann von der glücklichen Besitzerin gesichert werden. Was in all der Zeit mit dem kleinen Murphy geschehen war, bleibt ein Rätsel. Alle Beteiligten waren jedoch froh, dass er unverletzt wieder zuhause ist.

Zu schnell unterwegs!

 

Ob nun der Autofahrer zu schnell war oder das kleine Eichhörnchen plötzlich aus dem Grünstreifen kam ist unbekannt. Nicht immer ist der Autofahrer an einem Unfall mit einem Tier schuld. Es kommt durchaus vor, dass ein Tier den Straßenverkehr falsch einschätzt und in einem ungünstigen Moment versucht, eine Straße zu überqueren. Wenn es möglich ist, dann ist es immer eine gute Sache, einen bepflanzten Seitenstreifen auch in der Stadt mit im Blick zu behalten . Dieses Eichhörnchen hatte leider nicht so viel Glück, es wurde angefahren und bei der Polizei Nürtingen abgegeben. Diese meldeten sich umgehend bei uns, damit wir uns um den kleinen Nager kümmern konnten. Leider war es so schwer verletzt, dass es an seinen inneren Verletzungen auf dem Weg in die Tierklinik verstarb.

... im August

Herr Graf Franz Hugo Schwanibert von Schwaniberthausen

Ab und zu muss ein bisschen Spaß sein - und so ein Schwan ist ja auch etwas Edles. Z.B. in England gehören alle Schwäne grundsätzlich der Queen.

Wir wurden von der Nürtinger Feuerwehr um Hilfe gebeten. Ein völlig entkräfteter Schwan mit verstümmelten Flügeln wurde am Neckarufer gesichert. Selbstverständlich machten wir uns auf den Weg, um uns um den Schwan zu kümmern. Der Schwan konnte nicht einmal mehr stehen und seine Flügel sahen merkwürdig klein aus. So haben wir ihn erst einmal in unserer zu diesem Zeitpunkt nicht besetzten Flugvoliere untergebracht. Zum Glück hat er von alleine gefressen und schon nach wenigen Tagen konnte er wieder watscheln. So bauten wir ihm einen Auslauf mit Zugang zur Voliere. Doch wieso war der Schwan flugunfähig und die Flügel so kurz? Die Geschichte dahinter werden wir wohl nie erfahren, aber ein Teil der Federn sah aus als wären sie beschnitten. An manchen Stellen waren die Federn ganz weg bzw. es wurden neue Federn geschoben. Die Federkiele waren da und die sogenannte Fahne, also das Weiße, Weiche der Schwanenfeder streckte die Spitze heraus. Also befand dich der Schwan, was zu dieser Jahreszeit (vor allem für männliche Schwäne) nicht unüblich war, in der Mauser. Er warf auch tapfer weiter Federn ab… doch merkwürdig waren trotzdem die vielen auf gleicher Höhe „abgeschnittenen“ Federn. Hat jemand versucht den Schwan flugunfähig zu machen, weil er ihn als Haustier halten wollte? Oder doch nur ein Zufall? Ein Unfall? Wir können es nicht mit Sicherheit sagen.

Nach ein paar Tagen entdeckten wir, dass der linke Flügel blutig und sehr heiß war. Auch Appetit hatte das stolze Tier fast keinen mehr. Für eine genaue Untersuchung mussten wir ihn zum Tierarzt bringen. Der Tierarzt stellte am Flügel kleinere Verletzungen fest, die sich entzündet haben. Ob er diese unentdeckt mitgebracht hat oder ob er sich eventuell irgendwo die Verletzungen geholt hat wissen wir nicht. Damit es ihm aber nicht schlechter ging, bekam er ein Antibiotikum und Schmerzmittel. Er erholte sich in kürzester Zeit, die kleinen Verletzungen verheilten und er war auch fit wieder auf den Beinen. Auch in der Natur sind Schwäne während der Mauser vorübergehend flugunfähig und retten sich bei Gefahr aufs Wasser. Da wir dem schönen Tier keinen See bieten konnten, er aber diesen für eine artgerechte Ernährung benötigt, haben wir nach einem geeigneten Gewässer gesucht, an dem es zu diesem Zeitpunkt keine anderen Schwäne gab. Schwäne verteidigen bis auf den Tod ihr Territorium und dieser Gefahr wollten wir unseren Franz Hugo nicht aussetzten. Glücklicherweise wurden wir schließlich fündig und so konnten wir ihn fit wenn auch noch flugunfähig, sogar in der Nähe seines Fundortes wieder in die Freiheit entlassen.

Der Schwan war beringt, doch haben unsere Nachforschungen nur ergeben, dass er in Stuttgart beringt wurde. Leider gibt es nicht mehr Informationen zu unserem edlen Grafen Franz Hugo Schwanibert von Schwaniberthausen.

Süße Muffin!

Die Tierrettung wurde vom Tierheim Esslingen beauftragt, eine Fundkatze abzuholen, die bei einem Tierarzt abgegeben worden war. Das war in diesem Fall keine „leichte“ Aufgabe. Die Katze hatte sehr viel Übergewicht, was wohl der Grund dafür war, dass die Körperpflege nicht mehr so richtig gemacht werden konnte. Ihr Hinterteil war vollkommen verfilzt. Es zog wohl auch mächtig an der Haut, denn die Katze wollte sich auch nicht anfassen lassen. Als Erstversorgung rasierte der Tierarzt, nicht ganz modisch, den ganzen Filz einfach weg. Als unsere Mitarbeiterin die Katze übernahm, ächzte sie nicht schlecht, denn die getigerte Hauskatze füllte fast die ganze Katzenbox aus.

Im Tierheim Esslingen angekommen kam die üppige Katzendame erst einmal in Quarantäne. Nachdem sie sich aus der Transportbox gewuchtet hatte, erkannten die Mitarbeiterinnen der Tierrettung und des Tierheims das es eine ganz liebe Katze war. Aufgrund ihrer Fülle beschlossen die Damen sie liebevoll Muffin zu taufen. Erstaunlicherweise war ihr Appetit gar nicht so groß, wie man erwartet hätte. Daraufhin wurde eine Blutuntersuchung veranlasst um evtl. organische Probleme auszuschließen. Die Blutwerte waren aber zum Glück alle in Ordnung und so wurde Muffin auf Diät gesetzt.

Leider hat sich niemand gemeldet, der die süße Muffin vermisste. Sie wurde weiter nach einem tierärztlichen Plan auf Diät gesetzt und nahm auch gut ab, das abrasierte Fell wuchs in der Zwischenzeit auch wieder nach. Bei Muffins süßen Gesicht dauerte es nicht lange und es gab Menschen, die sich für Muffin interessierten, egal wie der Rest der Katze aussah. Und nun hat Muffin ein neues liebevolles zu Hause.

Alles Liebe zuckersüße Muffin!

Nicht jedes Tier eignet sich für jeden Menschen!

Der Turmfalke gehört zu den Falken und damit zu den Greifvögeln. Greifvögel gesund zu pflegen, bedarf es einer speziellen Ausbildung. Diese Tiere unterliegen dem Naturschutz und sind damit auch speziell geschützt. Selten, aber ab und zu kommt es vor, dass Finder verletzter Wildtiere gerne diese selber gesundpflegen möchten - so wie bei diesem verletzten Turmfalken. Er wurde stark blutend gefunden. Der Finder rief bei uns an, um Tipps für die Pflege zu erhalten. Diese wollten wir ihm jedoch nicht geben, da er uns seine Situation beschrieben hat: Er hatte weder einen eigenen Wohnsitz, noch ein Einkommen. Um Missverständnisse zu vermeiden: Es ist uns völlig egal wie vermögend der Finder ist, wenn man einem verletzten Tier helfen möchte. Wichtig ist, dass das Tier in fachkundige Hände kommt. Die Pflege und die artgerechte Versorgung kostet dann aber Geld – bisweilen viel Geld. Spezielle Nahrung muss besorgt werden und die Unterbringung eines Greifvogels ist nicht einfach im Wohnzimmer möglich.

Doch diese Argumente wollte der Finder nicht gelten lassen und so legte er auf und brachte den Greifvogel zum Glück zu einem Tierarzt. Dieser erkannte ebenfalls die Situation und gab nach der Untersuchung den Greifvogel nicht mehr heraus. Der Finder begriff leider nicht, dass es um das Wohlergehen des Tieres ging und verließ leider wutentbrannt die Praxis. Der behandelnde Tierarzt kontaktierte uns um die Pflege zu übernehmen. 

Glücklicherweise war der Turmfalke nicht schwer verletzt und die Tierrettung konnte den Falken übernehmen. Das viele Blut stammte aus abgebrochenen Blutkielen. So nennt man Federn, die in der Mauser neu wachsen, diese sind sehr gut durchblutet. Bei zu großen Verletzungen dieser frischen Federn kann ein Greifvogel durchaus auch verbluten. Die Verteilung und Größe der Verletzungen lassen vermuten, dass das junge Turmfalkenmännchen Opfer eines Krähenangriffs geworden war. Da er gerade dabei war, sein Erwachsenenkleid zu bekommen, schwächte ihn der Blutverlust sehr. Als das junge Turmfalkenmännchen nach kurzer Pflege dann aber wieder flugfähig war, durfte er zurück in die Natur.

Sensibelchen in Nöten

Diese prachtvolle Schleiereule wurde von aufmerksamen Reiterinnen nahe eines Reiterhofes entdeckt. Da die Schleiereule torkelnd auf der Wiese herumlief und nicht wegflog, beschlossen die jungen Damen, das Tier einzufangen und es in erfahrene Hände zu geben. Doch da begann schon das Problem. Es war schon spät am Abend und keine der angerufenen Expertenstellen wollte um diese Uhrzeit noch aus dem Haus. Die Finder trauten sich aber eine Erstversorgung des Vogels auch alleine nicht zu. Da die Eule weit außerhalb unseres Gebietes war, war es nur ein Zufall, dass die Mutter der Finderin jemanden erreichte, der uns schon einmal einen Greifvogel zur Pflege gebracht hatte. So rief sie verzweifelt unsere 24h-Notrufnummer an. Unsere Mitarbeiterin entschied im Sinne des Tieres und traf sich mit der Finderin auf halber Strecke.

Die Schleiereule lag sehr apathisch, aber unverletzt in ihrer Transportbox. Weder Ruhe, noch das angebotene Futter änderten diesen Zustand. Da Vögel einen sehr hohen Stoffwechsel haben, verschlechtert sich ihr Allgemeinzustand relativ rasch, weshalb man mit dem Tierarztbesuch nicht zu lange warten darf. So kam die Schleiereule bereits am nächsten Tag zum Tierarzt. Dieser bestätigte den unverletzten Zustand und versuchte mit Infusionen, den Zustand des Vogels zu verbessern und ihn aufzupäppeln. Dies gelang auch und wir konnten die Schleiereule am wiederum nächsten Tag wieder abholen. Sie musste zwar immer noch zwangsernährt werden, doch immerhin stand sie wieder auf ihren eigenen Beinen. Leider verschlechterte sich der Allgemeinzustand wieder und sie musste erneut zum Tierarzt, wo sie mit Infusionen und Aufbaupräparaten über mehrere Tage versorgt werden musste. Bei der Abholung vom Tierarzt stand sie zwar wieder auf ihren eigenen Beinen, verweigerte bei der Tierrettung aber immer noch das Futter. Schleiereulen sind etwas sensibel und wenn sie sich von etwas bedroht oder unwohl fühlen, stellen sie sich durchaus auch krank, damit der „Fressfeind“ kein Interesse an ihnen hat. So beschlossen wir, dass die Schleiereule anderst untergebracht werden musste. Vermutlich hatte ihr die Unterbringung einfach nicht zugesagt. Leider war zu diesem Zeitpunkt unsere eigene große Flugvoliere durch einen anderen gefiederten Gast besetzt. Wir fragten unseren Falkner Wolfgang Weller, mit dem wir sehr eng zusammenarbeiten, ob er uns behilflich sein könnte. Glücklicherweise hatte er eine Voliere frei und konnte die Eule aufnehmen. Und siehe da, dieser Ort schien der Schleiereule besser zu gefallen. Sie begann von alleine zu fressen und zu fliegen. Nach ein paar Tagen randalierte sie so sehr in der Voliere, dass Falkner Weller beschloss, sie wieder in die Freiheit zu entlassen und wilderte sie zügig aus.

 

Unsere Berichte bei Facebook hatten einige Menschen berührt und dazu animiert für die angefallenen Tierarztkosten zu spenden. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Die Kosten für die Wildtierpflege übernehmen wir oft selber und bezahlen Futter und Medikamente von unseren eigenen Geldern. Die Tierrettung bekommt keinerlei finanzielle Unterstützung von Stadt, Land oder Bund. Wir haben den Vogel trotzdem übernommen, obwohl er von außerhalb unseres Einsatzgebietes kam. Die anfallenden Tierarztkosten übernimmt normalerweise der zuständige Tierschutzverein in unserem Einsatzgebiet. In diesem Fall war das nicht möglich. Deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass nicht nur uns die Tiere am Herzen liegen, sondern auch anderen Menschen. Vielen Dank dafür!

Mini Maus 

Wir wurden angerufen, um uns um einen Yorkshire Terrier in Weilheim zu kümmern, der einer Frau zugelaufen war. Beim Eintreffen unseres Rettungswagens bekamen wir eine süße, zutrauliche aber schon deutlich ältere Yorki-Dame überreicht.

Die ziemlich aufgeweckte Yorki-Dame kam zum Vitalcheck und zum Chip- bzw. Tattooauslesen in den RTW. Ein Tattoo gab es nicht, aber ein Chip war vorhanden. Die erste Freude wurde - wie des Öfteren - zur Enttäuschung. Die Hündin war leider in keinem Heimtierregister registriert. Sehr schnell fiel auch die nässende Stelle am Bauch der Hündin auf. Bei genauerer Untersuchung fanden wir einen hühnereigroßen Tumor vor, der an mehreren Stellen blutete. So war erst einmal klar, dass die Hundedame zum Tierarzt gebracht werden musste, bevor sie im Tierheim unterkommen konnte. Schnell wurde uns leider bewusst, dass diese liebenswerte Hundedame mit großer Wahrscheinlichkeit auf Grund ihres Gesundheitszustandes ausgesetzt wurde. Nach der Erstversorgung durch die Tierrettung und anschließender Versorgung durch den Tierarzt wurde sie im Tierheim Kirchheim untergebracht. Dort hat man sich weiter um die kleine Dame gekümmert: Der Tumor wurde entfernt, doch leider war dieser bösartig und wie viel Zeit der kleinen Mini Maus (so heißt sie jetzt) noch bleibt, kann man nicht vorhersagen. Sie ist nun auf einer liebevollen Pflegestelle untergekommen, wo die kleine Mini Maus sicher noch einen schönen Lebensabend verbringen kann.

... im Juli

Grundschüler*innen mit Herz!

Die Schüler*innen der 4b der Albert-Schweitzer-Grundschule in Albershausen hatten mit diesem Abschluss ihrer Grundschulzeit sicher auch nicht gerechnet. Wie viele andere Viertklässler*innen stand das erste Schullandheim auf dem Programm, Ausflüge und natürlich eine Abschlußfeier, bevor sich die Kinder auf die weiterführenden Schulen verteilen würden. Leider hat ihnen Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch verschiedene Projekte hatten die Kinder Geld gesammelt, das nun ungenutzt in der Klassenkasse verblieb. Aber wohin jetzt mit dem Geld?

Die Grundschüler*innen und ihre Klassenlehrerin hatten eine tolle Idee: Für eine gute Sache spenden. Nachdem sie sich in der Klasse beraten hatten, fiel die Wahl auf die Tierrettung Mittlerer Neckar!

VIELEN HERZLICHEN DANK für 192€ !

Selbstverständlich wollten wir uns dafür bedanken. Unsere Mitarbeiterin Hilde fuhr noch vor den Sommerferien mit dem kleinen Rettungswagen zur Schule. Sie berichtete von unserern Einsätzen, Projekten und der Tierpflege... einen tierischen Überraschungsgast hatte unsere Hilde auch noch mit dabei!
Anschließend durften alle Schüler*innen den Rettungswagen besichtigen und erkunden. Natürlich unter den Corona-Hygiene-Bedingungen! Viele Fragen wurden gestellt und beantwortet, so mancher Schüler war erstaunt, dass sich ein Tierrettungswagen gar nicht so viel vom Menschenrettungswagen unterscheidet.

Ein gelungener Nachmittagsunterricht und eine schöne Erinnerung für alle!

 

Die 7 Leben einer Katze!

Wenn Nachts um 1 Uhr das Notfallhandy klingelt, heißt es Tempo, Tempo, Tempo...

Das Meldebild lautete angefahrene Katze. Beim Eintreffen der Tierrettung fanden wir eine schwarze, apathisch auf der Straße sitzende Katze vor. Zwei junge Männer berichteten, dass, warum auch immer, ihnen die Katze in das hintere Rad ihres Autos gelaufen sei. Nachdem die Katze gesichert war, wurde sie einer ersten Begutachtung am Unfallort unterzogen. Dabei fielen gleich die extremen Schwellungen im Kopfbereich auf. Sie blutete aus den Augen und dem Mund. Im Rettungswagen wurde schnell ersichtlich, dass das linke Auge extrem verletzt war, sowie der komplette Kieferbereich. Der restliche Körper schien unverletzt. Wir spritzten der Katze homöopatische Mittel gegen die stumpfe Gewalteinwirkung und die Schwellungen. Die Vitalfunktionen waren erstaunlicherweise sehr gut. Wir machten uns auf schnellstem Wege auf in die Tierklinik, da um diese Uhrzeit leider kein Tierarzt erreichbar ist.

In der Klinik angekommen, stellte sich heraus, dass nur eine Tierärztin ohne Helferin anwesend war. Da aber unsere Unfallkatze veständlicherweise aufgrund ihrer Schmerzen nicht ganz kooperativ war, stellte sich unsere Tierrettungsmitarbeiterin als Helferin zur Verfügung. So wurde der Katze ein Zugang gelegt damit ihr Flüssigkeit und Schmerzmittel verabreicht werden konnte. Sie wurde mit Antibiotikum versorgt und das Röntgenbild zeigte, dass zum Glück keine Blutungen im Brustraum da waren.

Die Katze war zwar gechipt, aber die Besitzerdaten waren veraltet, so musste der zuständige Tierschutz entscheiden, wie die Behandlung nach der nächtlichen Erstversorgung fortgesetzt werden sollte. Es wurde ein CT vom Schädel gemacht, dieser zeigte einen mehrfach gebrochenen Kiefer, der dazu noch am Kiefergelenk verschoben war. Das linke Auge war nicht mehr zu retten. Die Tierschutzkooperative Donzdorf entschied sich jedoch für das Leben der Katze und ließ diese operieren. Das Auge wurde entfernt und der Kiefer mit medizinischem Draht wieder gerichtet.

Nach einigen Tagen konnte der Besitzer von Emmi (so heißt die Katzendame) ausfindig gemacht werden. Doch leider, wie bei vielen verunfallten Katzen, möchte der Besitzer nicht für die schon angefallenen Kosten aufkommen und gibt seine Katze kurzer Hand ab. Die Behandlungskosten für die Tierschutzkooperative Donzdorf belaufen sich bereits jetzt auf mehrere tausend Euro.

Emmi musste einige Zeit über eine Magensonde ernährt werden. In der Zwischenzeit kann sie flüssige Nahrung wieder  selbständig aufnehmen. Das Auge wurde entfernt. Vor ihr liegt noch ein langwieriger Heilungsprozess, aber sie ist über den Berg.

Wir wünschen Emmi alles Gute und viel Glück, denn den Großteil der den Katzen nachgesagten 7 Leben hat sie vermutlich aufgebraucht. Wir drücken die Daumen, dass Sie nach ihrer Genesung bald ein neues liebevolles Zuhause findet.

Anmerkung: Das Foto ist von nach der OP, Bilder von der Unfallnacht möchten wir nicht zeigen!

Der König der Lüfte!

Ein völlig abgemagerter, entkräfteter Roter Milan wurde von wachsamen Wanderern an der Burg Teck endeckt. Als wir den Greifvogel einsammelten stellten wir auch einen riesigen Befall an Zecken fest. Alleine 40 Zecken sammelte unser Tierrettungsleiter Jürgen Völker um die Augen des Milans ab. Danach wurde der Vogel einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt und versorgt. Danach ging es zurück zur Tierrettung, um den Vogel wieder auf die Beine zu bringen. Er wies zum Glück keine Verletzungen auf. Er war jedoch so schwach dass er nicht einmal stehen konnte. Die ersten Tage wurde er von Jürgen gefüttert, mit viel Geduld und zerkleinertem Eintagskücken. Nach ein paar Tagen stand er auf seinen Beinen, zwar noch etwas wackelig, fing aber auch wieder an selber zu fressen. Weitere 3-4 Tage später saß er dann in seiner ganzen Pracht auf seinem Sitzast. Der Milan wurde so richtig verwöhnt und konnte sich vollfressen. Als er in der "Krankenstation" zu fit wurde, durfte er in die Flugvoliere umziehen, damit er seine Muskulatur kräftigen konnte. Nur mit einer kräftigen Flügelmuskulatur kann er in der Natur überleben. Als er kräftig genug geworden war, stand die Wiederauswilderung an.

Ein so großer Greifvogel wie der Rote Milan, der in Deutschland besonders geschützt ist, da 50% des weltweiten Vorkommens hier lebt, braucht einen erhöhten Abflugpunkt, da er nur schlecht vom Boden starten kann. Hier unterstützt uns immer wieder Falkner Wolfgang Weller. Herr Weller bringt auf der Burg Hohenneuffen im Rahmen seiner Falkner -Flugshow die Greifvögel den Menschen näher.

 

So durften wir den Milan zu ihm auf die Burg bringen. Im Anschluß an die Flugshow wurde der Milan dann den Zuschauern gezeigt und vom Burgturm in die Freiheit entlassen. Alle hielten den Atem an, da er zunächst wie ein Stein absackte. Doch dann merkte man, wie ein Ruck durch den Milan ging! Er breitete die Schwingen majestätisch aus und startete durch. Wie der König der Lüfte zog er kurz unterhalb der Burg die ersten Kreise und ließ sich dann auf einem Felsvorsprung nieder. Nach einer kurzen Pause begann er erneut zu kreisen und nutze die Aufwinde und stieg weit über unsere Köpfe empor. Wie als wollte er sich bedanken, landete er schließlich erneut, dieses Mal auf einem Geländer der Vogelflugterrasse. Alle Besucher blieben stehen und mit viel Ahs und Ohs wurde der Milan bestaunt. Auch  Falkner Weller und wir staunten nicht schlecht, als der Milan nur wenige Meter vor uns landete. Er schaute sich ausgiebig um und schwang sich schließlich erneut in die Luft. Er zog über unsere Köpfe hinweg, drehte noch ein paar Runden über der Burg, bevor er unseren Blicken entschwand. Die Fotos zeigen, wie unglaublich beeindruckend so ein großer Greifvogel ist und wie herrlich es ist, so ein edeles Tier in der Weite der Lüfte zu beobachten.

Tränen der Freude und der Trauer,

mit diesem gemischten Gefühl haben wir unseren Einsatz abgeschlossen. Über 24 Stunden hat er uns beschäftigt.
Angefangen hat es mit dem Anruf das zwei Australian Shepherd ihrem neuen Herrchen entlaufen sind. Zu zweit machten die Ausis sich auf den Weg und erkundeten die Gegend. Irgendwann wird aber jedem Hund bewußt, dass er dort nicht sein soll, wo er jetzt ist und so gerät er in Panik. In dieser Panik sind die beiden Ausis am Morgen des nächsten Tages auf die B10 bei Esslingen gelaufen. Im Berufsverkehr ein extremes Risiko für Hund und Autofahrer. Leider passierte das Schlimmste. Wir bekamen die Meldung, dass einer der Hunde angefahren wurde und der zweite über die Böschung außer Sichtweite lief. Beim Eintreffen des RTW konnte dem jüngeren Australian Shepherd leider nicht mehr geholfen werden und er verstarb am Unfallort. 

Jetzt ging es um das Leben des älteren. Wo war er, wie ging es ihm? Langes Bangen bis wir erneut, dieses Mal von der Polizei informiert wurden, dass der zweite Hund an einer Böschung nahe der B10 gesichtet wurde. Zum Glück waren die Polizistin und ihr Kollege Tierfreunde und konnten den Hund mit einer Schnur soweit sichern bis wir eintrafen. Der Hund war völlig verängstigt und entkräftet. Mit Wasser und Futter konnte unsere Mitarbeiterin etwas Vertrauen gewinnen. Schrittchen für Schrittchen bewegte der Hund sich von der Böschung fort. 

Zum Glück konnte der Züchter telefonisch erreicht werden, der sich auch sofort auf den Weg machte. Eine vertraute Person ist in diesem Fall Gold wert. Nach viel gutem Zuspruch konnte der Hund von der Böschung gebracht werden und wurde von uns durchgecheckt. Zum Glück ist ihm körperlich nichts passiert. 

Solche Einsätze nagen natürlich auch an den Mitarbeitern der Tierrettung. Die Freude, dass dieser Hund gerettet werden konnte, auch wenn er seinen Freund auf schreckliche Weise verloren hat, macht das ganze etwas erträglicher. 

Wer streckt denn da die Zunge raus?

Die kleine Ringelnatter haben wir bei unseren Volieren in einem abgestellten Karton gefunden. Die kleine Schlange hatte es sich zum sonnen gemütlich gemacht und die Tierrettung musste nicht aktiv werden ;-) ! Die Ringenatter ist eine heimische ungefährliche Schlange. Man erkennt sie gut an ihren gelben Halsflecken oder Kragen. Wenn man sie in die Hand nimmt, stößt sie ein heftig stinkendes Sekret aus, Bisse sind sehr selten und lösen nur eine lokale Reizung aus. Ringelnattern sind wechselwarm und liegen gerne in der Sonne, gehen abe zur Abkühlung auch gerne einmal schwimmen. 
Momentan können Ringelnattern in verschiedenen Größen beobachtet werden, da seit Juli die Jungtiere schlüpfen. 

Die Ringelnatter ist besonders geschützt und darf weder gestört, gefangen oder getötet werden. Eine gesunde, unverletzte Ringelnatter darf auch nicht entfernt werden. Finden Sie ein offensichtlich verletzten Tier rufen Sie uns bitte an (0177/3590902).

 

Die hübsche Blindschleiche in der Mitte des Fotos wurde von einer Katze erbeutet. Doch die Blindschleiche, die ja gar keine Schlange ist, konnte sich durch wildes Winden befreien und landete auf der Straße, wo mutige Kinder sie einsammelten und der Tierrettung brachten. Die Blindschleiche, die so harmlos wie ein Regenwurm ist, wurde mit Antibiotikum tierärztlich versorgt und in einem Terrarium bei einer Mitarbeiterin vorübergehend untergebracht. Wunden bei Reptilien heilen sehr langsam und so durfte die Blindschleiche 8 Wochen Vollpension genießen. Nun ist die Schnittwunde wieder verheilt und sie darf sich wieder durchs Gras "schlängeln". 
Die Blindschleiche ist völlig ungefährlich, bei uns noch weit verbreitet, aber leider ist auch hier ein merklicher Rückgang zu verzeichnen.

 

Wenn Sie nicht sicher sind, was für eine Schlange sie vor sich haben, oder ob diese Hilfe benötigt, senden sie uns bitte vorab per Whatsapp ein Foto auf unser Notfallhandy mit der Telefonnummer 0177/3590902

Katzenkinder in Not!

Diese beiden Katzenkinder sind keine Geschwister, sie stehen für alle die kleinen Mietzen, die Hilfe brauchen!

Das kleine schwarze Katerchen wurde von einem Auto erfasst. Es saß auf dem Mittelstreifen einer Landstraße... irgendwann hielt ein tierliebes Ehepaar an und erbarmte sich, das Kleine von der Straße zu pflücken. Als wir das kleine Kerlchen übernahmen, blutete es stark aus dem Mund und es war übersäht mit Schürfwunden. Befund: Kiefer- und Beinbruch.
Es wartet nun im Katzenschutz Donzdorf auf ein liebevolles Zuhause.

Das weißgetigerte Katerchen wurde auf einem Wanderweg gefunden. Seine Augen waren so stark vereitert und geschwollen, dass es nichts mehr sehen konnte. Es war orientierungslos und in keinem guten Allgemeinzustand. Spaziergänger haben es gefunden und gemeldet, doch leider wollte es niemand anfassen, weil es nicht so hübsch aussah. Da wir von der Tierrettung alle im Einsatz waren und wir ausnahmsweise nicht sofort losfahren konnten, war eine Sicherung extrem wichtig. Das kleine Kätzchen würde sonst irgendwohin  zurück in den Wald torkeln, wo wir es nicht mehr hätten finden können. Kurzerhand erklärte sich eine Polizeistreife bereit, das kleine hilflose Kätzchen in den Streifenwagen zu packen. Leicht unterkühlt, und bei den Temperaturen leider schon mit Fliegeneiern behaftet haben wir den Kleinen übernommen und erstversorgt. Anschließend kam er in die Tierklinik. Diagnose: Katzenschnupfen, kein Madenbefall (zum Glück!). Er hat auch schon ein neues Zuhause gefunden!

Bitte schauen Sie nicht weg! Jedem Tier, auch wenn es noch so krank aussieht, kann geholfen werden. Auch ist manchmal das Erlösen eine größere Gnade, als es einfach irgendwo liegen zu lassen. Oft ist auch die schnelle Hilfe entscheidend über Überleben oder Sterben. 
Auch das Wegfahren bei einem Unfall, egal mit welchem Tier, ist Fahrerflucht.

Bitte helfen Sie! Notfallnummer 0177-3590902

Das Flauschbällchen vom Sportplatz!

Ein Anruf auf dem Notfalltelefon ging ein: Ein verwaistes Eulenküken sitzt auf dem Sportplatz. Leider konnte kein Nest in unmittelbarer Nähe ausgemacht werden, denn ein Vogelküken seinen Eltern zurück zu geben, ist immer die beste Rettungsmethode. Hier war dies leider nicht umsetzbar. So erhielt die Anruferin die Anweisung, das Küken zu sichern. Die Finderin konnte das kleine Flauschbällchen in einen Karton setzen und auf uns warten. 
Als unsere Mitarbeiterin am Fundort eingetroffen war, wurde schnell kar, dass es keine kleine Eule, sondern ein wirklich junges Turmfalkenküken war. Glücklicherweise war es unverletzt. 

Das kleine Flauschbällchen wurde dann sofort versorgt und bei der Tierrettung untergebracht. Die ersten paar Tage wollte es noch gefüttert werden. Nach nur kurzer Zeit schnappte es sich aber gekonnt sein Futter mit dem einen Bein und hüpfte auf dem anderen davon, um sich seine Mahlzeit schmecken zu lassen. Dann ging es los mit der Mauser und das schöne Turmfalkenjugendgefieder kam zum Vorschein. Als aus dem Flauschbällchen ein vollbefiederter Turmfalke geworden war, durfte es natürlich in eine Flugvoliere umziehen. Das Fliegen wurde schnell erlernt.

Nun war es an der Zeit, Abschied zu nehmen. Unser flügge gewordenes Flauschbällchen war bereit, in eine Auswilderungstadtion umzuziehen, um auf das Leben in Freiheit vorbereitet zu werden. Wir haben einen tollen Platz gefunden, dort wird es vom Menschen entwöhnt, erlernt das Jagen und wenn es alles kann darf es in die Freiheit fliegen... wir wünschen dem kleinen Turmfalken von Herzen alles Gute!

Wir sind die Vereinshelden 2020 der Stadtwerke Esslingen!!!

Vielen herzlichen Dank an alle, die so unermüdlich für uns abgestimmt haben!
Vielen herzlichen Dank an alle, die den Link zum Abstimmen weitergeleitet haben!
Vielen herzlichen Dank an alle, die unsere Arbeit schätzen!

Wir haben uns schon riesig gefreut, als wir ins Finale gekommen sind. Schon der Halbzeitstand als Vierter war wunderbar. Doch als wir das Endergebnis gesehen haben, konnten wir es kaum glauben... gigantisch ... Der 1. Platz!

Das Fördergeld fließt natürlich direkt in die Versorgung der Tiere. Futter für die Füchse, die Falken und den Milan. Die Unterbringungsvolieren müssen ständig ausgebessert oder auch mal erneuert und ergänzt werden. 

Das ganze Team der Tierrettung sagt von Herzen: DANKE ! 
DANKE für Eure Wertschätzung unserer Arbeit!
... das bedeutet auch uns persönlich sehr viel und gibt uns neuen Antrieb...

... im Juni

Rettungsaktion in luftiger Höhe!

Die Polizei Essligen meldete uns einen Greifvogel, der sich in einem Vogelabwehrnetz verfangen hatte. 
Der NABU hat in der ev. Kirche in ES-Sulzgries Nistkästen für Turmfalken installiert. Dieses wundervolle Angebot hat auch ein Turmfalkenpaar zur Familiengründung angenommen. Zum Schutz des Glockenturmes wurden die Fenster von außen mit Netzen verschlossen. Durch einen nicht bemerkten Schaden am Nistkasten konnte jedoch ein Jungvogel ins innere des Glockenturms gelangen. Der Ästling, so nennt man die Vögel, die dabei sind das Fliegen zu erlernen, versuchte, durch die Schutzlamellen wieder nach draußen zu gelangen, verfing sich aber mit den Flügeln im Netz und baumelte nun kopfunter in der prallen Sonne. Von innen war der Vogel nicht zu erreichen und mit normalen Leitern war der Turmfalke in dieser Höhe auch nicht zu erreichen. Da allen klar war, dass der junge Turmfalke dies nicht lange überleben würde, wurde die Feuerwehr Esslingen hinzugezogen. Diese rückte mit zwei Mann an. Schnell war klar, dass der Turmfalke nur gerettet werden konnte, wenn die Schutzlammellen entfernt würden. Die zwei Feuerwehrmänner sägten gekonnt die passende Schutzlammele heraus. Anschließend konnte unsere Mitarbeiterin den Jungvogel greifen und mit einem Saitenschneider das Netz um den Vogel herum zerschneiden.
Nach der ersten Befreiung ging es in den Rettungswagen, wo der immer noch wie ein Päckchen verschnürte Falke vom restlichen Netz in mühevoller Kleinarbeit befreit wurde. 

Der kleine Turmfalke war total entkräftet und konnte nicht mehr auf seinen eigenen Beinen stehen. Zu aller Freude konnten aber keine weiteren Verletzungen festgestellt werden. Der tapfere Racker wurde bei der Tierrettung untergebracht und wieder aufgepäppelt. Keine 36 Stunden später war er wieder so fit, dass er zu seiner Familie zurück kehren konnte. Er wurde lautstark begrüßt und wieder aufgenommen.

Geliebtes Federvieh!

Jedes Jahr kommt es vor, dass Enten auf Dachterassen, Garagen oder in Freibädern brüten. Dadurch ist das Leben ihrer süßen "Bibberle" in Gefahr. Oft verdursten die Kleinen oder fallen vom Dach und kommen dabei ums Leben. 
Wir versuchen immer, das Muttertier mit einzufangen, damit diese gemeinsam mit ihren Küken an einem gegeigneten Gewässer wieder ausgesetzt werden kann. Das gelingt nicht immer und wir haben oft einen Stall voll Waisenküken. Ab uns zu werden auch verirrte Küken, die den Anschluß an Ihre Familie verloren haben, gefunden. All diese Küken nehmen Ersatzmama Jeanette und Ersatzpapa Jürgen auf. 80 Küken pro Jahr sind keine Seltenheit. Unsere ehrenamtlichen Ersatzeltern päppeln die Kleinen liebevoll auf, bis diese groß genug sind, um alleine zu überleben. 

Die Fotos zeigen einen Teil der diesjährigen Auswilderung einer Gruppe von 10 jungen Stockenten.

Nürtinger Gänse sind zurück!

Im Mai haben wir über die zwei Gänse, die wir "Cindy und Bert" getauft haben, berichtet. Die Gans Cindy humpelte und wurde von uns samt Partner eingefangen und gesundgepflegt.

Nach vollständiger Genesung sind jetzt Schnattertante und Schnatteronkel wieder zurück am Beutwangsee! 

Kleines Eichhörnchen rutscht in gekipptes Fenster

Dieses kleine Eichhörnchen auf dem Foto konnte von der Feuerwehr Göppingen aus einem gekippten Fenster gerettet werden. Aufmerksame Nachbarn entdeckten das niedliche Tierchen, welches im gekippten Fenster festhing. Da der Wohnungsbesitzer nicht zu Hause war, wurde die Feuerwehr alamiert. Diese konnte das Tier aus seiner misslichen Lage befreien und uns übergeben. Wir wurden von der Polizei hinzugezogen, um abzuklären, ob das Eichhörnchenkind verletzt ist und Hilfe benötigt.

Auch die Eichhörnchenmutter lief aufgeregt die Straße 'rauf und 'runter und wollte gerne ihr Kind zurück haben.

Nach einem ausgiebigen Vitaltest konnte nur eine kleine Schramme am Innenschenkel festgestellt werden. Die kleine Wunde wurde behandelt und so durfte das süße Nagerkind  wieder in den Nachbargarten zu seiner Familie. Wir drücken die Daumen, dass es in Zukunft  beim Klettern etwas besser aufpasst.

Schwäne in Seenot

Durch die starken Regenfälle in den letzten Tagen hatte der Neckar bei Wendlingen eine starke Strömung bekommen. Diese Strömung wurde leider einem Schwanenpaar und seinen Küken zum Verhängnis. Die an der Römerbrücke geschlüpften Schwanenkinder wurden von der starken Strömung mitgerissen. Die Elterntiere hatten keine Chance, ihre 7 Küken alle gleichzeitig zu beschützen. So kam es, dass die Küken über zwei Staustufen hinweggespült wurden. Zwei schafften es bei den Eltern zu bleiben, zwei wurden leider nicht mehr gefunden und drei liefen auf der Straße beim Schäferhauser See. Eine tierfreundliche Autofahrerin hielt für die Küken an und brachte diese an den See. Leider wurde erst dort bemerkt, dass dies keine gute Idee war, denn die dort ansässigen Wildgänse gingen sofort auf die hilflosen Schwanen-Küken los. So begann der Einsatz für uns von der Tierrettung. Mit zwei Männern und zwei Frauen von der Tierrettung und der engagierten Feuerwehr aus Wendlingen, die sogar noch ein Boot zum Einsatz brachte, ging die Rettungsaktion weiter. Mit viel Muskelkraft beim Paddeln schafften es drei Mann von der Feuerwehr die drei in Panik auf dem See herum irrenden Schwanen-Küken mit unseren Keschern einzufangen. Schließlich wurden uns die Küken müde und durchnässt, aber unverletzt von den freundlichen Feuerwehrmännern der Wendlinger Feuerwehr überreicht. Ein herzliches Dankeschön für die tolle Zusammenarbeit!

Dann ging es am nahen Neckar auf Familiensuche: Nach kurzer Zeit und wirklich vieler bemühter Passanten konnten wir die Elterntiere mit den verbliebenen Küken ausfindig machen. Diese hatten nach wie vor extrem Mühe ihre verbliebenen beiden Jungen vor der Strömung zu bewahren. Auch kamen wir nicht nahe genug an sie heran, um auch diese beiden zu retten. So beschlossen wir nach mehreren Stunden die Küken über Nacht bei der Tierrettung unterzubringen und zu versorgen und am nächsten Morgen unser Glück erneut zu versuchen.

Die aufgewärmten und gefütterten Küken wurden morgens wieder eingepackt und es ging erneut zum Neckar. Wir haben uns sehr gefreut, beide Küken noch bei den Eltern vorzufinden. Das Schwanenpaar hatte sich gut um den Nachwuchs gekümmert. Zum Glück war auch der Neckar wieder ruhiger geworden. Die Tierrettungstruppe stieg bis ans Ufer des Neckars hinunter und lockte die kleine Schwanenfamilie mit etwas Futter an. Doch ganz so richtig wollte es nicht klappen und so beschlossen wir, uns den Ärger der Elterntiere aufzuladen und fingen mit dem Kescher noch eins der übrigen Küken. Jetzt hatten wir die volle Aufmerksamkeit. Papa Schwan machte uns dies mit heftigem Geschrei und Flügelschlagen auch sehr deutlich. Rasch holten wir die anderen Küken dazu. Dann ging es ab ins Wasser... als erstes das gerade gefangene Küken, dann die anderen hinterher. Das frisch gefangene kannte natürlich den Weg zu den Elterntieren und die anderen drei Küken paddelten so schnell sie konnten im Gänsemarsch... Entschuldigung... im Schwanenmarsch hinterher!

Die Freude aller Schwäne - groß wie klein - war regelrecht zu spüren. Die Eltern nahmen die verschollenen Küken überglücklich wieder auf. Die Fotos sprechen wohl für sich...

Platz ist im kleinsten Nest... meistens!

Das dachte sich wohl das Falkenpaar, als sie in einem alten Taubennest brüteteten. Dieses Nest sitzt auf einem Balken unter einem Dach in ca. 7m Höhe. Vier Eier wurden erfolgreich ausgebrütet, die kleinen Küken wuchsen schnell heran. 
Leider stürzte dann doch eines der Küken aus dem Nest und fiel auf das Nachbargrundstück. Wir wurden gerufen, um uns um das Kleine zu kümmern. Unsere Tierrettungsmitarbeiterin schaute sich den kleinen Turmfalken an und konnte keine Verletzung feststellen. Schnell war klar, wohin der kleine Flattermann gehörte. Vor Ort wurde im Sinne des Kükens entschieden eine Rückführung zu versuchen, da die Elterntiere das Beste für die Entwicklung eines Kükens ist. 

Zum Glück war der Nachbar so motiviert, dass er die Rückführung unterstützte. Direkt unter dem Nest ist ein großes Fenster. Dynamisch kletterte das Rettungsteam auf das zugehörige Fensterbrett, von wo aus das Küken wurde ins Nest zurückgesetzt wurde. Doch dabei kippte fast ein Geschwisterchen aus dem Nest.
Eine Sicherung für die Küken musste her. Vor Ort wurde erarbeitet, dass eine Brutplatzerweiterung die beste Lösung wäre. Kurzerhand wurde vom handwerklich geschickten Nachbarn ein Brett auf Maß geschnitten und Winkel angebracht. In schwindelnder Höhe, schon fast artistisch, und unter den kritischen Augen der Nestbewohner wurde das Brett am Balken angebracht und damit ein Abstürzen aus dem Nest in eine Richtung verhindert. 

In Zukunft sollte das Brüten deutlich sicherer möglich sein!

... im Mai

Fuchskindergarten!

Im April haben wir schon unsere Fuchsbabys Susi und Strolch vorgestellt. In der Zwischenzeit kam auch noch der kleine Gismo dazu. Damit war unsere Babystube viel zu klein und es wurde Zeit, ein größeres Spielzimmer zu beziehen.

Doch so ein Mist... unser Fuchsgehege sah schlimm aus. Im letzten Jahr wurden von uns sehr viele Füchse gesund gepflegt. Diese hatten aber unserem Fuchsgehege mit ihrem guten Gebiss sehr zugesetzt. Nicht nur das Gebälk war tüchtig zernagt, auch gab es einige Stellen wo wie wild gebuddelt worden war. Natürlich ist das typisch Fuchs, doch so hatten sie uns einige Löcher hinterlassen, die wir provisorisch auf die Schnelle stopfen mussten. Zum Glück war ja noch das Service Team Schwaben bei uns und so waren auch schnell Ideen parat, das Fuchsgehege praktischer zu gestalten. 
Es wurde ausgeräumt und gegraben - wie die Füchse ;-) - und je nach Bodenbeschaffenheit wurden Bleche bis auf 50cm Tiefe im Erdreich versenkt. Ein schöner Futterplatz mit Platten wurde angelegt und unter der Hütte alles nochmals überarbeitet und ausbruchssicher gemacht. Wieder zweieinhalb Tage harter Arbeit für das Service Team Schwaben, deren Resultate sich aber sehen lassen können. Allen Helfern nochmal ein dickes Dankeschön!

Nach Instandsetzung des Fuchgeheges durften unsere drei Racker umziehen und voller Neugierde ihr neues Spielzimmer erkunden. Hier dürfen sie groß und stark werden und dann in ca 2-3 Monaten wieder zurück in die Natur. 

Unsere Füchse fressen 1-3kg Fleisch pro Tag, je nach Alter. Dieses finanzieren wir von unseren eigenen (Spenden-)Geldern. Corona macht auch der Tierrettung zu schaffen, da wir keinerlei Unterstützung von staatlicher Seite erhalten.
Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über jeden Taler, den sie uns zur Verfügung stellen möchten. Gerne können Sie auch gezielt für unsere Füchse (Verwendungszweck: "Fuchsfutter") spenden, damit wir diese weiterhin gut versorgen können. Herzlichen Dank!

 

Born to be wild!

Notruf: angefahrene Katze! Sandra und Jürgen, unsere zertifizierten Tierrettungssanitäter mit jahrelanger Erfahrung in medizinischen Tiernotfällen rückten aus. Bei angefahrenen Tieren geht es oft um Minuten, die über Leben und Tod entscheiden. Zum Glück war der Fundort schnell erreicht und das Tier gesichert. 
Bei der Erstuntersuchung kamen den beiden jedoch Bedenken, ob es sich wirklich um einen Autounfall handelte. Es gab keine Anzeichen dafür wie gesplitterte Krallen, Schürfwunden oder Frakturen. 

Nach der Überprüfung der Vitalwerte stellte sich heraus, dass das arme Tier ein unkastrierter, nicht gechipter oder tätowierter Kater war. Dieser hatte in kurzen Abständen Zitter- und Krampfanfälle und war apathisch. Schnell war der Verdacht da, dass es sich um eine Vergiftung handelt. Im rasanten Tempo ging es zum Tierarzt.

Beim Tierarzt wurde sofor begonnen, den Kater zu entgiften. Er sprach gut auf die Therapie an und konnte durch den schnellen und kompetenten Einsatz durch unsere Tierrettungssanitäter gerettet werden.

Der Kater wurde anschließend kastriert und tätowiert und wurde, da er eine verwilderte Hauskatze und höchst aggressiv Menschen gegenüber war, wieder dort frei gelassen, wo er gefunden wurde. Tiere die ihr ganzes Leben ohne den Menschen in der Natur zugebracht haben, können sich sehr gut selbst versorgen. Solche Tiere einzusperren und zu zähmen, funktioniert meist nicht und bedeutet für alle Stress. Viele Katzen sind verwildert, kennen kein anderes Leben und lieben ihre Freiheit. Sie sind geboren um wild und frei zu leben.

Wie es zu der Vergiftung kam, kann nur vermutet werden. Gerade im Frühjahr, wenn die Landwirte spritzen und düngen, nehmen Freigänger die Gifte oft über die Fellpflege auf: Das Gift gelangt auf das Fell wenn die Tiere durch behandelte Felder streifen. Wenn dann beim Putzen des Fells zu viel Gift aufgenommen wird, kommt es meist zu neurologischen Ausfällen, Erbrechen und im schlimmsten Fall zur Sauerstoffunterversorgung und zum Tod. Diese Vergiftungen sind jedoch recht gut zu behandeln, da im Gegensatz zum Rattengift kaum inneren Blutungen auftreten. 

Der Tierschutzverein Esslingen nutzte die Chance, das Tier zu kastrieren. Die Frage "Wieso? Der Kater kann doch nicht vermittelt werden - das sind doch unnötige Kosten!" kann schnell beantwortet werden: Dies ist eine enorm sinnvolle Maßnahme, bei der sich jeder Cent lohnt! Katzen vermehren sich sehr rasch. Katzenjunge sind niedlich, ABER wenn eine Katze nur zweimal im Jahr drei Junge zur Welt bringt und diese überleben (meist sind die Würfe aber viel größer!), dann hat man nach 3 Jahren 500 Tiere; nach 5 Jahren 20.000 Tiere und so weiter. Wie sollen all diese Tiere sich versorgen und gesund bleiben? Darum lässt  jeder verantwortungsvolle Katzenbesitzer seine Katze oder Kater kastrieren. Auch die Wohnungskatzen sollten kastriert werden, denn wenn sie auch nur einmal ausbüchsen, kommen sie oft trächtig zurück! Die Tierschutzvereine, wie auch wir von der Tierrettung Mittlerer Neckar, sagen:

BITTE LASSEN SIE IHRE KATZE ODER IHREN KATER KASTRIEREN !!!!

Hilde hat die Gans gestohlen...

am Vatertag wurde der Tierrettung am Beutwangsee bei Nürtingen eine verletzte Gans gemeldet. Unsere Mitarbeiterin Hilde packte ihren Mann und zwei große Boxen ein. 
Gerechnet wurde mit Wildgänsen doch die verletzte Gans war eine große weiße Hausgans. Diese befand sich schon in der Obhut von tierlieben Menschen. Die Gans hatte ein dickes heißes Fußgelenk und wurde direkt in eine der Boxen verfrachtet. Da die Box etwas knapp war tat sie auch gleich ihren Unmut lautstark kund. Gänse leben als Paar, darum passte es dem Partner gar nicht, was da gerade geschah. So wurde kurzerhand beschlossen, den Partner mit einzufangen, damit das Paar nicht getrennt würde - was bei einer fitten Gans gar nicht so einfach ist.

Unsere Mitarbeiterin hatte aber ein paar Trümpfe im Ärmel! Es war schon fast dunkel so das die Gans ziemlich sicher weder wegfliegen, noch aufs Wasser gehen würde. Außerdem rief die schon gefangene Gans lautstark nach ihrem Partner. Mit einigen spontan aktivierten Helfern konnte die noch gesunde Gans vom Ufer auf eine Wiese getrieben werden. Dort konnte sie dann mit Hilfe eines Käschers eingefangen werden und ebenfalls in eine Transportbox buxiert werden.

Die Tiere wurden über Nacht in der großen neuen Flugvoliere der Tierrettung untergebracht. Wie man auf dem Foto sieht, waren die zwei Flattermänner froh, sich wieder bewegen zu können.
Am nächsten Morgen stand der Tierarztbesucht an. Zum Glück wurde nur eine Verstauchung festgestellt. Versorgt mit kleinem Swimmbad, Futter, Auslauf und Medikamenten darf der Fuß der Gans nun wieder komplett heilen. Und zum Glück ist keiner von beiden einsam ...

Samtpfötchen alleine unterwegs!

Diese drei zuckersüßen, ca. 7 Wochen alte Kitten wurden auf einem großen Mitarbeiterparkplatz ganz verlassen aufgefunden. Sie überfielen eine Frau auf dem Weg zu ihrem Auto und kletterten an dieser hoch. Eine verzweifelte Aktion dieser drei Racker, um Hilfe zu bekommen. Der Plan der drei kleinen Gangster ging auf und die Überfallene lud alle drei in Ihr Auto ein und verständigte uns. Was bis jetzt ganz harmlos klingt, wurde dann nur etwas kompliziert, als eins der drei Kitten in den Unterbau des Beifahrersitzes kletterte und sich dort versteckte. Unsere Mitarbeiterin hatte etwas Mühe, an den kleinen Kerl heranzukommen. Sie musste beherzt zugreifen, um das Kitten aus seinem Versteck zu holen.
Alle drei Fellnasen sind wohlauf und sind nun im Tierheim Esslingen untergebracht.

Alle meine Entchen schwimmen auf dem See...
... Köpfchen in das Wasser Schwänzchen in die Höh'!

Jeder kennt dieses Kinderlied, es ist auch wirklich putzig, wenn man die kleinen Flauschkügelchen hinter der Entenmama herwatscheln sieht.
Nicht immer sucht sich die Entenmama einen gut geeigneten Brutplatz aus. All zu oft kommt es vor, dass die Entenmutter auf einer Dachterasse oder einem Flachdach brütet. Ihre Küken werden dann oft Opfer von Krähen oder Greifvögeln, auch die Hitze kann den Kleinen ohne Zugang zu Wasser das Leben kosten. Zum Glück gibt es doch noch viele tierliebe Menschen, die recht schnell reagieren und uns von der Tierrettung zu Hilfe holen. 

Wenn wir dann am Einsatzort ankommen, sind viele Anrufer oft erstaunt, dass wir zunächst nur die Lage sondieren und auf die Entenmutter fixiert sind... diese kann doch fliegen und die Küken sind doch die Gefährdeten! Doch genau das ist der Punkt: wenn die Entenmutter wegfliegt, hat man in der Regel nur 2-3 Versuche, bis die Entenmutter ihre Kücken aufgibt und nicht wiederkommt. Das bedeutet dann, dass die Küken von Hand durch eine Menschen aufgezogen werden müssen. Können wir die Mutter jedoch mit einfangen, kann die Familie an einem nahegelegenen ruhigen Gewässer wieder vereint freigelassen werden.

Daher die Bitte: fangen Sie die kleinen Wattekugeln nicht selbständig ein, damit wir die Chance haben, die ganze Familie umsiedeln zu können, indem wir auch die Mutter einfangen können! Dies gelingt auch uns nicht immer, da wir von der Tierrettung leider nunmal auch nicht fliegen können. Dann haben die Kleinen aber das Glück im Unglück, dass wir eine fabelhafte menschliche Entenmama haben, die sich um die Kleinen kümmert, versorgt und sie zum passenden Zeitpunkt wieder auswildert.

Über 80 Küken konnten wir bis jetzt in dieser Brutsaison schon umsiedeln - momentan  deutlich mehr als die Hälfte davon zusammen mit ihrer Mama wieder direkt in die Natur.

Alle Falken fliegen hoch...

Das Turmfalkenmännchen auf dem Foto kam mit einem Anflugtrauma zur Tierrettung. Es erholte sich sehr schnell, doch hatte es Probleme mit dem rechten Bein. Es wollte sich nicht richtig auf den Fang stellen. Bei genauerer Betrachtung war ein Zeh in Schonhaltung. So musste abgeklärt werden, ob dieser ernsthaft verletzt war. Zum Glück nicht!
Nach knappen 14 Tagen benutzte der Vogelmann seine Zehen alle wieder normal. Trotz "verstauchtem" Zeh hatte er immer gut gefressen, was unsere Mitarbeiterin täglich kontrollierte. Nur wenige Tage später konnte er wieder zurück in die Freiheit. 

 

Vogelvoliere erstrahlt in neuem Licht!

Jetzt ist sie fertig: unter dem lichtdurchlässigen, wieder regenfesten Dach, mit neuem Sitzast, können unsere Pfleglinge sich nun wieder erholen und tüchtig fliegen üben. 
Die noch offenen Stellen, die durch die Erhöhung der Dachneigung entstanden sind, wurden teilweise blickdicht und teilweise luftdurchlässig verschlossen. Schließlich sollen unsere Bewohner auch sicher hausen. Davor wurden die Balken gegen Wettereinflüsse eingelassen.

Eine tolle, gelungene Aktion... doch dem Ganzen wurde noch ein Krönchen aufgesetzt. Mit viel Enthusiasmus ergriff das Service Team Schwaben die Gelegenheit beim Schopfe und sanierte auch gleich noch unser Fuchsgehege...

 

Aufs Dach gestiegen...

ist uns das Service Team Schwaben. Allerdings aus einem megatollen Grund:

Anfang des Jahres ist auf Grund des Alters, Witterung, Eis, Schnee und Sturm unser Flugvolierendach für unsere Greifvögel beschädigt worden. Das Dach haben wir mit Schnüren vor dem Davonfliegen bewahrt, doch die vielen Risse, durch die der Regen eindringen konnte, waren nicht mehr zu stopften. Da wir aber keine finanzielle Unterstützung von Stadt, Land oder Bund erhalten, sind solche Reperaturkosten für uns ein schwerer Brocken.

Doch die Coronakrise hat auch was positives. Viele Menschen haben unfreiwillig mehr Zeit... 

Das Service Team Schwaben kam auf die Tierrettung zu und bot ihre Hilfe an. Wir haben uns tierisch darüber gefreut und das neue Dach der Flugvoliere ging gleich in Planung. Das Service Team Schwaben hatte das nötige Knowhow, um uns ein Dach zu planen, das dem Wetter besser trotzen kann. Gesagt, geplant, einen Termin gesucht und gefunden. Am ersten Mai-Wochenende rückte das Team mit Latten, Schrauben, Sägen, Wellplatten und viel guter Laune an. Auch unser ehrenamtlicher Helfer Jan war voller Elan dabei. So wurde das alte Dach abgebaut und eine fachmännische Dachkonstruktion neu errichtet - gleich mit Regenrinne, um das Regenwasser ökologisch nutzen zu können.

Das neue Dach ist nun drauf und die Voliere strahlt in neuem Glanz. Ganz fertig ist sie aber noch nicht denn es müssen noch die Balken gestrichen werden. Da auch die Dachneigung verändert wurde, muss auf einer Seite noch ein Dachanschluss hergestellt werden, damit die Voliere ausbruchssicher ist.

... lasst Euch überraschen wie unsere Bauaktion geworden ist (Bilder folgen)!

Ein riesengroßes Dankeschön von allen Helfern der Tierrettung Mittlerer Neckar an das Service Team Schwaben, die uns dieses Dach nicht nur gebaut, sondern auch gesponsert haben!

 

 

Warum ist der Bussard zu Fuß unterwegs?

Das fragte sich ein Gartenbesitzer und reagierte blitzschnell: Er rief uns, um nach dem Tier zu sehen. Bei genauerer Betrachtung wurde schnell klar, dass der linke Flügel des Bussards nicht richtig am Körper anlag. Nachdem der Bussard gesichert war, wurde bei der Erstuntersuchung eine große stark blutende Wunde an der Flügelinnenseite sichtbar.

Um sicher zu gehen, dass der Flügel nicht gebrochen war, wurde der Bussard zu einem vogelfachkundlichen Tierarzt gebracht. Dieser konnte keinen Bruch, aber eine ordentliche Fleischwunde feststellen.

Dies ist keine Verletzung, wegen der ein so prächtiger Greifvogel eingeschläfert werden muss. Er wurde medizinisch versorgt und bei der Tierrettung untergebracht. Mit viel Geduld wurde er gehegt und gepflegt, und als die Wunde verheilt war, durfte er seine Muskulatur in unserer Flugvoliere wieder in Schwung bringen. Nach gerademal zweieinhalb Wochen konnten wir den anmutigen Jäger wieder geheilt und voll flugfähig in die Natur entlassen.

... im April

Bitte Fuchsbaby abholen!

Wie jedes Frühjahr haben auch die Füchse Nachwuchs. Es gibt verschiedene Gründe, warum Fuchsbabys Hilfe brauchen, aber oft ist dies gar nicht der Fall, denn die kleinen Racker sind sehr unternehmungslustig und auch mal am Tage unterwegs - was bei guter Entwicklung kein Problem ist. Spätestens bei Einbruch der Dunkelheit sammeln die Eltern ihre Jungen wieder ein.

Diese beiden Fuchsjungen werden bei der Tierrettung großgezogen. Der kleine Rüde und die kleine Fähe waren jeweils entkräftet und verlassen.

 

 

Dieser kleine Fuchswelpe fiel in einen Luftschacht eines Hauses und landete im Heizungskeller. Dort krabbelte er in einen Wandzwischenraum, so dass er mit normalen Mitteln nicht zu erreichen war.

Mit einer Lebendfalle, die eine leckere Mahlzeit enthielt, konnte der kleine Kerl hervorgelockt und gefangen werden. Danach wurde er in eine bequeme Box umgesetzt und durfte auf seine Mutter warten. In der Nacht zuvor hatten die Hausbesitzer die Mutter rufen gehört und auch das Junge im Heizungskeller antworten. So waren sie auf den kleinen Untermieter aufmerksam geworden. Zum Glück hat die Fuchsmutter ihr Junges nicht aufgegeben und kam in der nächsten Nacht wieder. Mit einem kleinen Kratzer auf der Schnauze, den er sich beim Sturz in den Keller zugezogen hatte, konnte der Kleine wieder in die Obhut seiner Mutter entlassen werden. Hoffentlich passt er beim nächsten Ausflug besser auf, wohin er geht!

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt... Tierrettung mal anders!

Wir wurden zu einem Waschbären gerufen, der sich unter einer Terrasse versteckt hatte. Laut Terrasenbesitzer wirkte er angeschlagen.

Noch ahnten wir nicht, was das für eine Geschichte werden würde. Der Zugang für uns Menschen war nur durch ein Kellerfenster, das in einen Lichtschacht unter der Terasse führte, möglich. Um dem kleinen maskierten Fellwesen zu helfen, kroch unsere Tierrettungshelferin kurzerhand durch das Fenster in den Lichtschacht und unter die Terasse. Doch in dieser Enge konnte der Waschbär, der leichte Schürfwunden aufwies, nicht gefangen werden. So wurden kurzerhand die Dielen der Terrasse weggeschraubt. Doch auch dieser Fangversuch ging schief und der doch nicht ganz so kleine Kerl lief unter der Terasse ums Haus herum. Trotz schnellem Hinterhersprinten gelang es dem kleinen Bären, sich unter unseren geparkten Rettungswagen zu flüchten.

Und dann... zu unserem Entsetzten schwang er sich in den Motorraum. Mit einem Augenzwinkern könnte man sagen, die Tierrettung hatte ihn gefangen, denn er wollte, egal was wir unternahmen, nicht mehr aus dem Motorraum herauskommen.

Nach insgesamt 3 Stunden entschieden wir, dass wir den schlauen Waschbären nicht aus dem Motorraum bekommen würden. So gingen wir dann das Risiko ein, im Schrittempo zu einem in der Nähe gelegenen Parkplatz zu rollen. Dort angekommen schauten uns immer noch zwei freche Augen tief versteckt zwischen den Schläuchen und Kabeln unter der Motorhaube an. Wir belüfteten den Motrorraum und machten dann Feierabend.

Bei Einbruch der Dunkelheit schauten wir wieder bei unserem Autobesetzer vorbei. Wie erhofft hatte er die Ruhe und Dunkelheit zur Flucht genutzt. Wir drücken die Daumen, dass der wuschelige Panzerknacker wirklich nur oberflächliche Verletzungen hatte... manchmal läuft es einfach anders, als man denkt.

Schafe auf Entdeckungsreise

Eine kleine privat gehaltene Schafherde (zwei Hausschaflämmer und vermutlich zwei Skudden) machte in Esslingen am Zollberg einen kleinen Ausflug.

Hilfsbereite Anwohner holten die Tiere von der Straße, beherbergten sie und informierten die Polizei. Da Schafe aber nicht registriert sind, wie z.B. die meisten Hunde, konnte die Polizei den Halter nicht ermitteln. 

So machten wir uns im Auftrag der Polizei mit unserem dafür vorbereiteten Pferdeanhänger auf den Weg zu den Schafen. Schafe können ganz schön stur sein und so war es eine kleine wenn auch lustig-fröhliche Arbeit sie in unseren Hänger zu buxieren. Anschließend sollten die vier kuscheligen Weltenbummler im Garten der Tierrettung untergebracht werden. 

Auf dem Weg dorthin trafen wir jedoch auf die Besitzer, die ihre vier Rasenmäher in der Zwischenzeit vermisst hatten. Zu dem Ausflug war es gekommen, weil vergessen wurde, das Gartentor nach dem füttern sorgfältig zu schließen. Alle vier Schafe wurden wohlbehalten wieder nach Hause gebracht.

Reiher gefischt!

Der Fischreiher auf dem Foto hatte einen Eingang durch das Teichschutznetzt eines Privatteiches gefunden. Nachdem er sich den Magen mit leckerem Fisch vollgeschlagen hatte, ist er leider mit dem Flügel in einem der Spannseile hängen geblieben. Er hatte sich so stark verfangen, dass er sich alleine nicht mehr befreien konnte. Dummerweise geriet er auch noch in Schieflage, wodurch sein Gefiedert vollkommen durchnässt wurde.

Die verständnisvollen Teichbesitzer hatten uns zu Hilfe gerufen, um den Reiher zu befreien und zu versorgen.

Nach der Befreiung durch die Tierrettung wurde er zur Trocknung mitgenommen. Der Reiher hatte Glück: er blieb bei der ganzen Aktion unverletzt und konnte nach vollständiger Trocknung satt und laut schimpfend wieder in die Freiheit entlassen werden. 

... eine wunderschöne Feder als kleines Dankeschön hat er uns da gelassen ;-)

Tierarztfahrten mit dem tapferen Max!

Max ist 12 Jahre alt. Vor allem im Halsbereich waren seine Lymphknoten so stark vergrößert, dass er nur noch beschwerlich schlucken konnte. Bellen konnte er überhaupt nicht mehr. Nach mehreren Untersuchungen war klar, dass Max nur mit einer Chemotherapie eine  Chance auf weitere Lebensjahre hätte. Diese Chance wollte Max' Frauchen ihm geben. Ab sofort bekommt die tapfere Fellnase für ca. zwölf Wochen einmal wöchentlich eine Infusion. 

Für beide ist der Weg in die Tierklinik aufregend und auch beschwerlich, weil auch sein Frauchen gesundheitlich etwas angeschlagen ist. Max' Frauchen hat sich deshalb hilfesuchend an uns gewendet.

Wir unterstützen beide, indem wir nicht nur zuverlässig die wöchentliche Fahrt zur Klinik und wieder zurück übernehmen - natürlich stehen wir beiden auch in der Klinik zur Seite. Ein kleiner Spaziergang und viele Streicheleinheiten für Max sind selbstverständlich immer dabei.

Max ist ein ganz lieber Kerl und unglaublich tapfer. Schwanzwedelnd steigt er jede Woche in unseren Rettungswagen ein. Die Medikamente verträgt er zum Glück sehr gut. Nach einigen Therapien geht es ihm schon deutlich besser... wir drücken Max und seinem Frauchen weiterhin die Daumen, dass sie noch viele schöne Jahre zusammen haben werden!

Osterhasen im hohen Gras

In den letzten Tagen erreichte uns des öfteren der Notruf, dass verwaiste oder verletzte Feldhasenbabys Hilfe brauchen.

Das tragische ist nur: eigentlich bräuchten die Tiere keine Hilfe, wenn der Mensch sich etwas rücksichtvoll verhalten würde.

Bitte nehmen Sie Ihre Hunde momentan an die Leihne. Sollte Ihr Hund ein Feldhasenbaby anzeigen, bitte auf keinen Fall anfassen. Sobald das Hasenbaby nach Mensch riecht, wird es nicht mehr von der Hasenmutter angenommen. Sollte es Verletztungen aufweisen, können Sie uns gerne anrufen.

Achtung bei Mäharbeiten: Sollten Sie momentan hohes Gras abmähen, kontrollieren Sie bitte vorher dieses Gebiet. Nicht nur Hasenbabys, auch Rehkitze können darin verborgen liegen. Diese Unachtsamkeit kostete bereits mehrere Feldhasenbabys das Leben. Diese wurden so schwer durch ein Mähgerät verletzt, dass sie von ihrem schrecklichen Leiden erlöst werden mußten.

Diese beiden Racker auf dem Foto hatten Glück und werden nun auf Pflegestellen liebevoll aufgepäppelt und großgezogen!

... im März

Uhu mit gebrochenem Flügel bekommt Happy End
Ende 2019 wurden wir zu einem flugunfähigen Uhu gerufen. Wie sich herausstellte war ein "Finger" im rechten Flügel gebrochen. Dies bedeutet normalerweise den Tod eines Vogels, denn so könnte er nicht mehr jagen, um sich zu ernähren. Doch der Uhu, den wir auf den Namen Otto getauft haben, war in einem guten Allgemeinzustand. 

So entschlossen wir uns, um Otto zu kämpfen. 

Der Bruch wurde getaped, da der Fingerknochen zum operieren zu dünn war. Unser Otto durfte nun vier Wochen den Flügel nicht benutzen. Alle 10-14 Tage gab es eine Röntgenkontrolle. Der Tapeverband saß perfekt. Doch der Bruch wollte sich nicht wieder verbinden. Es war frustrierend. Sollte die ganze Mühe und Ottos Ausharren umsonst gewesen sein? 

Nach mehreren Rücksprachen mit verschiedenen Ornithologen riskierten wir die Abnahme des Tapeverbandes da die Möglichkeit bestand das der Bruch von neu gebildetem Gewebe ummantelt und stabilisiert ist. Und tatsächlich, der Tastbefund ergab das sich der Bruch nicht mehr verschieben ließ. Doch damit war Ottos Weg in die Freiheit noch nicht beendet. Durch das lange Sitzen ohne Fliegen hatte er Muskulatur abgebaut. Diese musste erst wieder hergestellt werden. So durfte er in unsere große Flugvoliere umziehen. Auch mussten wir sicherstellen, dass er mit seinem Flügel wieder fliegen konnte. Zehn Tage passierte gar nichts. Er bewegte sich nicht vom Boden. Doch dann, wir haben uns wie kleine Kinder gefreut , saß er in 2m Höhe auf einem Sitzast. Nachdem er weiter gut fraß und immer aktiver in der Flugvoliere wurde, warteten wir auf gutes Wetter. 

Am 15. März war es dann soweit... "unser" Otto durfte zurück in die Freiheit. Was für ein toller Anblick!