Unsere Einsätze 2022

Januar

Ein gutes neues Jahr

Heute erzählen wir von jemandem, der ganz bestimmt ein gutes Neues Jahr haben wird: dieser Westie 🐾

Der West Highland Terrier lebte in einer Messie-Wohnung in Köngen. Die Polizei rief die Tierrettung an, weil der arme Kerl dort in nicht akzeptablen Umständen hauste. Er wurde dem Besitzer weggenommen und aus der verdreckten Wohnung geholt 🚓

Die Tierrettung brachte ihn ins Tierheim Esslingen. Ihr seht selber auf dem Foto, in welchem Zustand er sich befand. Ein Bad 🛁 und eine Rasur waren neben ordentlichem Fressen, einer sauberen Umgebung und einem weichen Hundebett absolut notwendig. Und viel Liebe und Zuwendung 💖

Das Tierheim verfügt vor Ort nicht über einen Hundesalon – das wäre eigentlich keine schlechte Idee, oder? – und so stattete er dem #SalonFellHarmonie in Denkendorf einen Besuch ab. Frisch gebadet und frisiert konnte er auch wieder aus den Augen 👀 schauen, denn die langen Zotteln hingen ihm tief ins Gesicht.

Und dann traute er seinen Augen nicht, wurde er doch von einer Tierheimmitarbeiterin mit nach Hause 🏡 genommen und für die erste Zeit in ihrer Familie integriert. Unnütz zu erwähnen, dass auch die Mitarbeiterin selber Tiere hat … ein echtes Zuhause! So schön kann das Leben sein!

Aber – das war natürlich nur eine Zwischenstation, denn er war zur Vermittlung freigegeben. Und so dauerte es nicht lange, bis der jetzt hübsche, saubere kleine Kerl ein neues Zuhause fand. Für ihn wird es sicher ein gutes Neues Jahr 💫 Mehr noch: viele gute neue Jahre, hoffen wir! 🍀 Genieß das neue Leben, kleiner Westie!


Impfpflicht für Hunde 🦮🐕‍🦺


Heute berichten wir von 2 Hunden, die am Flughafen Stuttgart wegen fehlender Impfnachweise abgefangen wurden und in Quarantäne kamen.
Schon vor einiger Zeit kam ‚Stein‘ aus Ägypten. Ja, Stein. Das ist ein etwas seltsamer Name für einen Hund. Stein ist ein junger Rottweiler, den der Besitzer bei der ägyptischen Armee als Welpe gekauft hat. Andere Länder, andere Sitten. Die Armeeangehörigen bekräftigten, er habe alle notwendigen Impfungen erhalten und übergaben dem Besitzer die Papiere 📑
[ℹ️] Die Einreise von Hunden aus ‚nicht gelisteten Drittländern‘ ist festgelegt in den Regelungen der Verordnung (EU) Nr. 576/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates in Verbindung mit der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 der Kommission (…uff!). Damit soll die Einschleppung und Verbreitung von Tollwut verhindert werden. Ägypten gehört zu den so genannten ‚nicht gelisteten Drittländern‘. Das bedeutete, dass die dortige Tollwutsituation unklar oder bedenklich ist.
In Stuttgart angekommen prüften die Flughafenbeamten die Papiere und die amtliche Veterinärbescheinigung aus Ägypten. Stein hatte Pech ☹️. Es stellte sich heraus, dass der Titernachweis fehlte (Bluttest auf Antikörper gegen Tollwut, der frühestens 30 Tage nach Impfung erfolgen darf).
Er kam in Quarantäne, und zwar richtig lange: 3 Monate. Im Tierheim Esslingen machte er dann seine erste Bekanntschaft mit deutschen Gewohnheiten, Futter, Gassigehern und Sprache. Der Besitzer kam für die Kosten 💰 auf und holte ihn nach langen 3 Monaten ab. Ihm bedeutet Stein sehr viel. Leider war die Vorbereitung für die Einreise und ‚Einbürgerung‘ des Hundes nicht gründlich genug gecheckt worden.
Ähnlich verhielt es sich bei dem kleinen Chihuahua, der Anfang Dezember aus der Türkei einreiste. Auch die Türkei gehört zu den ‚nicht gelisteten Drittländern‘. Der Kleine stammt aus einem dortigen Zoogeschäft und sollte nach Deutschland übersiedeln. Am Flughafen wurden seine Papiere geprüft, weil auch er keinen gültigen EU-Heimtierausweis besaß. Die Beamten stellten fest, dass der volle Impfschutz fehlte.
Statt nach Ludwigsburg führte ihn seine Reise erstmal ins Tierheim Esslingen. Er wurde dem Tierarzt 🧑‍⚕️ vorgestellt, der über die Dauer der Quarantäne entschied. Die Kosten werden vom Besitzer getragen, hätten aber durch vorherige gründlichere Planung vermieden werden können. Oder hätten in ein schönes Hundebett, lecker Futter o.ä. investiert werden können.
 


Der Bonus der Jugend


Ein junger Habicht flog in Ostfildern-Nellingen gegen eine Scheibe. Er erholte sich in unserer Voliere und ist gesund wieder in die Freiheit entlassen worden 🦅
Der junge Rothabicht hat sich genau die richtige Scheibe ausgesucht: er flog mitten in Nellingen gegen das Schaufenster einer Apotheke 👩‍🔬. Die Apotheker haben die Tierrettung angerufen, statt den Habicht zu beraten, welche Medikamente er am besten einnehmen sollte. Richtig so!
Mit einem hängenden linken Flügel zog er in unsere Voliere ein. War der Ellenbogen gebrochen oder nicht? Die Erstuntersuchung ergab, dass es sich nur um eine Prellung handelte. Er bekam auf Anordnung unseres Tierarztes 🩺 Schmerzmittel und wurde beobachtet. Sein Appetit war für einen jungen Vogel ganz normal, nämlich ordentlich.
Ein Rothabicht heißt so, weil er in seinem ersten Lebensjahr einen rötlichen Ton in seinem juvenilen, also jugendlichen Gefieder [🪶] hat. Wenn die Mauser nach dem ersten Lebensjahr herum ist, ist auch der Rotton verschwunden und man spricht vom adulten Gefieder. Dieser hübsche Jungvogel hatte das Baujahr 2021 und war circa ein Dreivierteljahr alt, denn die Brutzeit ist immer im März oder April 🌤
Geschickt ist das juvenile Neutralgefieder deshalb, weil der Habicht als Jungvogel ohne eigenes Territorium zu erkennen ist. Er hat damit quasi den Freifahrtschein 🎟, um sich überall aufzuhalten. Wäre er schon erwachsen und würde in das Territorium eines anderen Habichts eindringen, gäbe es definitiv Revierstreitigkeiten, denn Habichte sind sehr territorial unterwegs.
Nachdem er also sehr gut fraß, sich zusehends von seinem lahmenden Flügel erholte und in der Voliere problemlos umherflog, war klar: er darf bald wieder raus.
Und er war schneller weg 💨 als wir das Handy zücken konnten, um seinen Abflug aufzunehmen. Alles Gute und hoffentlich nicht „auf Wiedersehen“ (jedenfalls nicht bei uns) 😆
 


Was wurde eigentlich aus…


der Warzenente? Zum Jahreswechsel ist sie noch fröhlich in unserem Teich geplanscht 💦. Aber sie konnte ja nicht ewig bei uns bleiben.
Die Warzenente hat das große Glück gehabt, in eine große Community umzuziehen, wo schon ihresgleichen leben: sie wurde bei Moppel- Hoppel Tiere in Not e.V. aufgenommen. Dies ist eine Begegnungsstätte für Tiere in Not in Börtlingen bei Göppingen.
Der Schwerpunkt von Moppel-Hoppel liegt bei Kaninchen 🐰, aber es leben noch viele andere Tiere hier. Ponys 🐴, Lamas, 🦆, Gänse, 🐐, Schafe 🐑, Meerschweinchen, … auch diese Organisation benötigt Spenden für das Futter und die Unterbringung, und auch hier arbeiten ehrenamtliche Helfer. Die Tierrettung ist seit vielen Jahren in engem Kontakt mit dem familiär geführten Lebenshof und der Auffangstation für Kaninchen.
So wurde also unsere Warzenente zu den anderen gebracht, und es ist wie im wirklichen Leben: die Neue wird erstmal beäugt und dann getestet. Wehrt sie sich, wenn man sie ärgert? Nein, gekämpft hat sie nicht, sondern sie machte sich aus dem Staub 💨. Ab über den Zaun flog sie zu den Schafen 🐑 und Ziegen 🐐 rüber. Naja, sie war neu auf dem Hof und kannte sich noch nicht aus… Die Vierbeiner schauten neugierig und nahmen sie ohne Murren und Knurren bei sich auf. Aber so richtig dolle war es bei den „Großen“ auch nicht! Nicht nur, dass sie eine andere Sprache sprachen, sondern die Warzenente musste sich immer den Hals verrenken, um zu ihnen hochzuschauen. Auch nicht das Gelbe vom Ei…
Mittlerweile waren aber die anderen Enten doch zu interessiert 👀 am Neuzugang, so dass sie sich aufmachten, um ihr Gesellschaft zu leisten. Und so fanden sie sich am Ende in einer harmonischen Gruppe zusammen und haben sicher bis in die Nacht hinein geschnattert, um sich aus ihren unterschiedlichen Lebenläufen die besten Stories zu erzählen 💭💭
 


Woher kam eigentlich…


dieser schöne herrenlose Rüde?🐕 Sein Besitzer holte ihn schnell wieder ab. Wir erzählen, wie es dazu kam.
In Kirchheim schloss sich dieser Schäferhund einer Familie 👨‍👩‍👧‍👦 auf der Straße an. Er suchte Anschluss, und sein Besitzer oder seine Besitzerin waren in der Nähe nicht auszumachen. Der Hund hatte den richtigen Riecher: die Familie war nicht nur tierlieb, sondern sie hatten selber zwei Hunde. Ihre beiden Dackel verstanden sich aber gar nicht mit dem Schäferhund, und so rief die Familie die Tierrettung, damit wir ihn umgehend abholten 🚑
Den Post in Facebook haben viele Follower der Tierrettung gesehen und geteilt – danke dafür! 🙏🏻 Denn es hat sich mal wieder ausgezahlt. Ein Bekannter des Besitzers erkannte den Hund und schickte ihm eine WhatsApp Nachricht. Der Besitzer befand sich nämlich gerade in der Spätschicht auf der Arbeit. Glauben konnte er da noch nicht, was er las 😳
Zuhause angekommen musste er feststellen, dass sein Hund tatsächlich nicht mehr da war, wo er eigentlich sein sollte... Der Schreck war groß, und er war glücklich, ihn in Sicherheit bei der Tierrettung zu wissen. Dennoch rief er uns zu später Stunde sofort an und durfte seinen Liebling auch gleich abholen 🚗
Der 9-jährige Rüde war sehr lieb und hatte in der Zwischenzeit schon neue Kumpels im Rudel von Jürgen Völker gefunden 🐾 Wäre dieser glückliche Zufall ihm nicht zu Hilfe gekommen, hätte es bis zum Wiedersehen vermutlich länger gedauert. Wie so oft war der Hund gechippt, aber nicht registriert. Wir konnten den Besitzer über TASSO e.V. oder FINDEFIX nicht ermitteln. Das wird er jetzt schnellstens nachholen. Wir sind sehr einverstanden
👍🏻


Stiften gegangen


Ein Jagddhund in Köngen hatte vor kurzem Lust auf eine Tour 🐾 und entwischte seinem Besitzer aus dem Haus. Beihnahe wäre er auch in ein Auto 🚘 gelaufen, aber es ist Gott sei Dank nochmal gut gegangen. Der Autofahrer rief die Tierrettung an und in 15 Minuten waren wir vor Ort 💨.
Dort stießen wir glücklicherweise auf den Hund, dessen Besitzer, der schnell die Abwesenheit seines Hundes mitbekommen hat, und eine Nachbarin.
Der Besitzer war heilfroh, dass alles gut gegangen war, während sein Hund vermutlich etwas angefressen war, dass es nicht geklappt hat 😆
Herzlichen Dank an den umsichtigen Autofahrer. Aufpassen lohnt sich immer und überall 👀. Ebenso, wie sich unsere Notrufnummer abzuspeichern 📲
 


Gutes neues Jahr


Silvester ist schon ein paar Tage her und der Einsatz war keine ‚Blaulichtaktion‘. Gerade haben wir aber eine Serie entlaufener Hunde 🐕‍🦺🐕🐩 – das Jahr hat für uns bereits so angefangen.
Dieser kleine Hund lief in der Silvesternacht 🎊 alleine in Geislingen umher. Woher er stammte und warum er dort alleine auf der Straße war, wissen wir nicht. Passanten fanden ihn um kurz nach Mitternacht und gaben ihn bei der Polizei 👮 ab. Die Zeitungen berichten immer über das erste Neugeborene im neuen Jahr – der Kleine hier war unser erster Einsatz in 2022.
Er kam in die Tierherberge Donzdorf, wo er erst einmal in Sicherheit war. Den Besitzer konnten wir erneut nicht ermitteln, weil der Hund zwar gechippt, aber nicht registriert war. Wir hoffen, dass Hund und Halter mittlerweile wieder zusammen sind und die Registrierung nachgeholt wurde.
Um 02:30 h kam unser Mitarbeiter wieder nach Hause. Seine erste gute Tat im Neuen Jahr! 💪🏻


Marcy aus Oberesslingen


Die Bussarddame hatte ein Anflugtrauma und saß „bedeppert“ auf einer Wiese. Schnell hat sie sich erholt und ist wieder in der Luft.
Schon neulich hatten wir Grace, auch eine Bussarddame, zum Aufpäppeln bei uns. Sie war etwas größer als Macy, aber alle beide sind wunderhübsche Tiere. Macy war anfangs etwas schleckig, was das Futter anging. Aber nachdem ihr das erste Küken stückchenweise in den Schlund geschoben wurde, fand sie großen Gefallen daran und fraß hervorragend.
Sie hatte ein Schädel-Hirn-Trauma nach einer Kollision, vermutlich mit einem Auto. Über Nacht blieb sie zur Beobachtung in der Tierklinik 🩺, danach holten wir sie ab und brachten sie in unsere Flugvoliere. Da war sie schon wieder recht fit und munter. Überhaupt war sie ein lieber und kooperativer Greifvogel. Wie bei Menschen auch gibt es „sodde on soddiche“ 😆
Besonders hübsch war ihre gesperberte Zeichnung. Bei Bussarden sieht man seltener den gebänderten Bauch, eher bei Sperberhühnern und Habichten.
Weil sie schnell wieder fit war, ließen wir sie auch schnell wieder in die Freiheit. Dafür suchten wir einen Platz in 2 Kilometern Entfernung vom Fundort, abseits der Straße, nahe einem Bienengarten 🐝. So konnte sie sich in der Luft erst einmal orientieren und dann ihre gewünschte Richtung einschlagen 🧭
Und was konnten wir beobachten? Ihr Erscheinen am Himmel wurde sofort bemerkt! Es kam ein weiterer Bussard hinzu, der sich zu ihr gesellte. Anfangs dachten wir, er würde sie verjagen, aber nein – sie zogen gemeinsame Kreise. Wer weiß, ob sich da nicht zwei gefunden haben 😉… jedenfalls endete dieser Einsatz mit einem Happy End. Darüber sind wir sehr glücklich!
Alles Gute, Macy! Pass auf dich auf 🍀

Februar

Das Alter...

Vor ein paar Tagen erhielten wir den Anruf einer besorgten Hundebesitzerin. Ihre Amy, ein Flat Coated Retriever 🐕‍🦺, war spätabends beim Spazierengehen in Uhingen kollabiert. Amy ist schon 15 Jahre alt und hatte plötzlich einen Kreislaufzusammenbruch.
Wir machten uns gleich auf den Weg. Die Besitzerin war zufällig eine Tierarzthelferin und somit vom Fach. Deswegen wusste sie von Berufs wegen, wie sie Amy in dem Moment beistehen konnte. Als wir vor Ort ankamen, saß die Hündin bereits wieder. Laufen konnte sie allerdings noch nicht 🐾
Sie erhielt von uns Kreislauf-unterstützende Mittel und erholte sich ein wenig. Wir fuhren die Beiden im Rettungswagen 🚑 nach Hause, so dass sie den Vorfall in Ruhe verarbeiten konnten. Am nächsten Tag sollte Amy dann beim Tierarzt gründlich durchgecheckt werden.
Das Alter bringt so manche gesundheitliche Beeinträchtigung mit sich. Wir wünschen Amy alles Gute und freuen uns, dass wir in dem Schreckensmoment helfen konnten ❤️‍🩹

Angefahren, aber entdeckt

Diese wilde Katze hatte Glück im Unglück. Sie wurde aller Wahrscheinlichkeit nach angefahren 🚗, aber gefunden. So konnten wir sie zum Arzt bringen.
Bei Süßen nahe Göppingen lag diese noch junge Katze auf der Auffahrt zur Bundesstraße 10. Sie war verletzt, aber hatte einen Schutzengel, denn eine Frau hielt an, als sie sie dort liegen sah. Unter Schmerzen und voll Angst ist sie ins Gebüsch 🌿 gekrabbelt. Daraufhin rief die Frau die Tierrettung an – genau die richtige Reaktion 👍🏻
Weit ist die Katze nicht gekommen, und wir konnten sie fangen und in den Rettungswagen verfrachten. Dann ging es schnurstracks zum Anicura Kleintierzentrum Esslingen 🩺🩹💉, wo sie untersucht und behandelt wurde.
Sie hatte diverse Verletzungen – ein Glück, dass sie nach dem Unfall noch auf der Straße lag und sichtbar war, und noch mehr Glück, dass die Autofahrerin angehalten hat! An der hinteren linken Pfote hatte sie eine offene Verletzung und vermutlich war ihr Becken verletzt, denn sie konnte kaum noch laufen 😢
Wir wünschen der Kleinen gute Besserung ❤️‍🩹🍀🍄
 

Plötzlich...

Vergangenen Freitag erhielt die Tierrettung einen Anruf: ein Hund war beim Spazierengehen tot zusammengebrochen.
Ein Albtraum, den niemand erleben möchte, ist einer Hundebesitzerin aus Stuttgart passiert. Sie ging in S-Plieningen mit ihrem Golden Retriever im Wald🌳 spazieren. Der Hund lief ein wenig voraus, fand eine interessante Spur, kam zu ihr zurück – und brach plötzlich vor ihr tot zusammen.
Der Hund war nicht mehr jung und hatte wohl auch Vorerkrankungen. Trotzdem ist es ein Schock, wenn das Tier aus heiterem Himmel stirbt. Jetzt stand die Hundebesitzerin mitten im Wald mit ihrem toten Hund und wusste nicht, was tun. Sie hatte Gott sei Dank unsere Nummer abgespeichert und rief uns an 📲
Wir fuhren gleich los und schafften es auch, über Waldwege so nah wie möglich an sie heranzukommen. Auf der Trage haben wir den Golden Retriever dann in den Rettungswagen gebracht und ihn und seine aufgelöste Besitzerin nach Hause gefahren. Sie wollte sich in aller Ruhe von ihrem Liebling verabschieden 💔 und den Tierbestatter dann anrufen, wenn sie es für richtig hält.
Retten konnten wir in diesem Falle nicht, aber wenigstens helfen 😞
 

Im Notfall

In Esslingen wurde eine Dame aus medizinischen Gründen vom Rettungsdienst  🚑 ins Krankenhaus gebracht. Die Tierrettung brachte ihre Katze ins Tierheim.

Am vergangenen Samstag erhielt die Tierrettung einen Anruf von der Polizei. Die Polizei wiederum wurde vom Rettungsdienst informiert, dass im Esslinger Stadtteil Zollberg eine Dame ins Krankenhaus 🏥 gebracht werden musste. Die Rettungssanitäter fanden in der Wohnung auch eine Katze 🐈 vor. Weil nicht abzusehen war, wie lange die Dame im Krankenhaus sein würde, und weil keine direkten Angehörigen vor Ort waren, die die Versorgung des Haustieres gewährleisten konnten, war die Frage „Was tun mit der Katze?“. So kam die Anfrage zur Tierrettung. Wir holten also die Katze in der Wohnung ab und brachten sie ins Tierheim Esslingen.

Die direkten Verwandten werden entweder vom Krankenhaus oder vom Patienten selbst über den Aufenthalt im Krankenhaus informiert. Auf jeden Fall wird eine Informationskette 📲 in Gang gesetzt, so dass die Patienten oder Verwandten über den Verbleib des Haustieres Bescheid bekommen bzw. sie erhalten die Information, wo sie sich erkundigen können (Polizei, Tierheim, Tierrettung).

Die Tierrettung wird auch hinzugerufen, wenn Menschen sterben und sich Haustiere in ihrer Wohnung befinden, aber kein Verwandter vor Ort ist, der über den Verbleib des Tieres entscheiden kann. Auch in dem Fall holen wir das Tier ab und bringen es ins Tierheim. Dort wird es versorgt, bis sich die Verwandten melden und sie über die weitere Zukunft des Tieres entscheiden.

Der beste Fall ist natürlich, wenn Familienangehörige vor Ort sind, die sich selbst um das Haustier kümmern. Manchmal aber wohnen sie weiter weg oder erfahren erst später von dem medizinischen Notfall. Für diese Übergangszeit sind wir zur Stelle und kümmern uns in Zusammenarbeit mit dem Tierheim Esslingen um die Haustiere.

DANKE!

Heute war unser letzter Einsatz bei der Vesperkirche Nürtingen 2022 an der Lutherkirche.
Jeanette und Jürgen von der Tierrettung haben wieder viele Zwei- und Vierbeiner 🐾 mit Futter, Leckerlis und Sachgegenständen wie Leinen, Spielzeug oder Körbchen glücklich gemacht.
Herzlich bedanken möchten wir uns bei den Organisatoren der Vesperkirche Nürtingen, die uns jedes Mal die Durchführung der Tiertafel ermöglichen 🙏🏻
Ob wir mehr den Menschen oder den Tieren geholfen haben, können wir nicht nachmessen. Aber jeder ist happy, wenn der andere zufrieden ist, ob Halter, Tier oder wir 😁
Auf dem Foto seht ihr Jeanette, wie sie unter genauester Beobachtung der beiden Fellnasen steht, die gleich ein extra Leckerli mit auf den Nach-Hause-Weg bekommen🤎🤎

Gechippt, aber...

… ihr wisst schon, wie der Satz zu Ende geht: nicht registriert. Das war ein junger Labrador aus dem Scharnhauser Park auf den Fildern, der seinen Besitzern stiften ging 🐾. Er fand eine interessante Spur und konnte ihr nicht widerstehen. Weg war er.
Die Polizei 👮🏼‍♀️ bekam einen Hinweis, griff den jungen Kerl auf und informierte die Tierrettung. Wie konnten den Halter anhand der Nummer, die bei TASSO e.V. und FINDEFIX nicht mit den persönlichen Daten hinterlegt war, nicht ermitteln.
Aber das Herrchen wandte sich nach erfolgloser Suche an die Polizei und diese verwies auf uns. So konnte er seinen Abenteurer bei uns abholen. Es ist alles gut gegangen.
Chippen & registrieren gehören untrennbar zusammen - wir erinnern immer wieder gerne daran.

März


Prügel

Ein Schwan 🦢 aus Nürtingen wurde mit Bissverletzungen gefunden. Er erholt sich gerade bei uns.
Die Tierrettung wurde vorgestern von Passanten angerufen, die in Nürtingen unter der Wörthbrücke einen Schwan entdeckt hatten, der ganz apathisch auf dem Gehweg saß. Etwas stimmte mit ihm nicht. Wir fuhren hin 🚑 und schauten uns das Tier an.
Tatsächlich konnten wir einige Bissverletzungen bei ihm entdecken – er muss sich kräftig mit einem Konkurrenten geprügelt haben. Wir packten den armen Kerl ein – es ist ein Männchen – und fuhren ihn auf unsere „Krankenstation“. Dort erholt er sich erst einmal, hat Ruhe, die Wunden haben wir versorgt 🩹 und er kann sich ein paar Tage lang regenerieren.
Wenn sie doch nur unsere Sprache sprechen könnten! Wir würden ja gerne wissen, ob dieser Schwan in Nürtingen heimisch oder ob er ein Nei’gschmeckter ist, der hier nicht Fuß fassen kann, weil die Reviere am Neckar bereits besetzt sind. Normalerweise leben Schwäne als Paar ihr ganzes Leben lang zusammen. Die ewige Treue ist bei ihnen wörtlich zu nehmen ❣️ Wir haben aber an dieser Stelle am Neckar kein Weibchen ausmachen können, das alleine umeinander geschwommen wäre. Wir wissen aktuell nicht, ob der nicht mehr ganz junge Mann ein Fremder ist.
Die Weibchen erkennt man daran, dass sie vom Körperbau her etwas kleiner sind. Außerdem ist der Nasenhöcker kleiner als beim Männchen. Vermutlich muss man als Laie ein Schwanenpaar erst ein wenig beobachten, um diese Unterschiede auszumachen. Am besten ist, Männchen und Weibchen schwimmen direkt nebeneinander 💦
Jetzt wünschen wir dem geschundenen Schwan erst einmal gute Besserung 🍀


Neulich im Sturm

Einen Milan hat es neulich im Sturm 💨 verspult. Er landete im Gestrüpp und brauchte Hilfe. Und er hatte Glück.
Drei Stürme sind vor kurzem über das Land gefegt. Das bekommen auch die Tiere zu spüren. Dieser Milan aus Esslingen-Berkheim wollte sich wohl ein sicheres Plätzchen suchen. Er guckte sich einen Baum 🌳 aus, an dem er sich festhalten wollte, und flog von oben runter. Leider verpasste er den sicheren Ast und landete unsanft im Gestrüpp unter dem Baum.
Von da aus kam er nicht mehr alleine weg. Zum einen hatte er durch die ungute Landung ein Anflugtrauma, was einer leichten Gehirnerschütterung gleichkommt. Zum anderen kann ein Milan nicht aus einem Gestrüpp heraus wegfliegen. Er braucht festen Untergrund, auf dem er stehen, laufen und sich mit den Füßen abstoßen kann. Beides ging im Gestrüpp nicht. Und die Krähen waren schon da! Auch der Luftraum ist ein Ballungsgebiet...
Passanten haben seinen Absturz beobachtet. Sie riefen die Tierrettung an und blieben bei dem Milan, um die Krähen zu verscheuchen. Herzlichen Dank dafür! 🙏🏻 Nicht nur, dass sie sich gekümmert haben - in diesem Fall handelte es sich um einen so großen und schönen Milan, wie ihn auch die Tierrettung bisher kaum gesehen hat. Seine Flügel hatten eine riesen Spannweite, wie sich am nächsten Tag zeigen sollte. Deswegen haben wir uns besonders über die Rettungsaktion gefreut 🤩
Wir holten ihn also ab, den lädierten Kerl, und brachten ihn auf unsere Krankenstation. Am nächsten Morgen war er zwar schon etwas fitter, aber fressen wollte er nicht. Das hat uns nicht arg in Sorge versetzt, weil er sehr gut im Futter stand. Am übernächsten Tag allerdings hat er dermaßen randaliert, dass sonnenklar war: er ist wieder fit für den Himmel. Die Ruhe und Regeneration hatten ihm gut getan. Jetzt Abflug!
Wir ließen ihn von Aichwald aus fliegen, denn in einer gewissen Höhe konnte er von oben aus über das Neckartal schauen und Berkheim entdecken. Es ist ja nicht weit weg und durch ein markantes Gebäude gut sichtbar. Also, Käfig öffnen und den Kerl herausholen, damit er vor Ort ohne erneuten Transport losdüsen kann. Ja, denkste. Nachdem er sich artgerecht totgestellt hatte („Geh weiter, bin uninteressant“), machte Jürgen Völker nur ein paar Schritte, um ihn besser greifen zu können. Und das nutzte der Milan aus und machte sich selber schleunigst auf die Socken 😜 "Brauch keine Hilfe!", schien er zu sagen.
Erst als er wegflog, war die geschätzte Spannweite von circa 1,50-1,75 m erkennbar. Es blieb nur noch, ein Video von seinen ersten Runden zu machen. Der Sturm war da schon vorbei. Alles Gute, schöner Riese!


Babyhase 🐰

In Altbach beim Lidl Supermarkt saß mitten auf der Straße dieser Babyhase . Ein Autofahrer 🚗 hielt an, weil er ihn entdeckte und es nicht übers Herz brachte, ihn dort sitzen zu lassen. Früher oder später wäre er auf der Straße verletzt oder überfahren worden.
Er stoppte, sammelte ihn ein und rief die Tierrettung an. Wir holten das Kleine und brachten es zu unserer Päppelstelle, die schon unzählige Häschen großgezogen hat 🍼. Dort wächst es jetzt auf, bis es alt genug ist, wieder in die Natur entlassen zu werden.
Normalerweise soll man junge Feldhasen nicht anfassen, weil die Muttertiere die Jungen dann nicht mehr annehmen, sobald ihnen Fremd- oder Menschengeruch anhaftet. Wenn sie irgendwo in Mulden auf einem Acker oder in Wiesen 🌿 sitzen, dann hat die Mutter es dort abgesetzt und schaut 1-2 Mal täglich zum Säugen vorbei. Dann sollte man es in diesem natürlichen Lebensraum belassen. Dieses Kleine allerdings lag jedoch völlig ungeschützt auf der Straße – der Autofahrer hat genau richtig gehandelt 💪🏻


Anschluss gefunden 🦢🦢🦢

Der "Prügelknabe" von neulich, der verletzte Schwan, hat seine Wunden bei uns auskuriert. Wenige Tage später ist er nach Tübingen umgezogen, wo er in einer Gruppe von Schwänen eingegliedert wurde.
Die circa 40 Schwäne leben dort frei und freiwillig, werden aber betreut und versorgt. Er hat sich gut in der Gruppe eingelebt. Hier seht ihr ihn relaxed im Wasser 💦

Den letzten beißen die Hunde

Wir wissen nicht, ob Martin, der Ganter, vom Hund gebissen wurde. Es kann auch ein Fuchs gewesen sein. Man fand ihn verletzt vor. Heute geht es ihm wieder gut. Martin wurde auf einer Straße in Rechberghausen gefunden. Er hatte eine Bissverletzung am Hinterteil. Die Tierrettung 🚑 holte ihn ab und brachte ihn zum Tierarzt. Tatsächlich musste er operiert werden. Unter anderem war sein Luftsack kaputt. Luftsack, das hat wohl was mit der Lunge zu tun...? Der Luftsack ist ein Anhang der Lunge, der nicht für den eigentlichen Gasaustausch verantwortlich ist, wohl aber als Motor der Atmung dient, für die Stimmbildung und die Thermoregulierung zuständig ist. Martin kam danach in unseren Garten 🌿 mit Teich💦. Da fühlt er sich ziemlich wohl, erholte sich vom Schreck und der OP, und sein Federkleid ist auch wieder schön geworden. Seit Februar ist der junge Kerl schon bei uns. Man lernt sich kennen mit der Zeit. Und wir stellen fest, dass Martin scheint's eine Handaufzucht sein muss. Auf Besucher bewegt er sich mit katzenartiger Eleganz zu, um neue Bekanntschaften zu schließen. Er läuft auch gerne hinterher wie ein Hund 🐕. Er will nichts verpassen! Bei seiner Pflegerin sitzt er gerne auf dem Schoß 🥰. Nun denn... Um Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir noch erwähnen, dass wir Martin nicht bis November bei uns mästen werden. Nicht, dass wegen der Namensgebung Gerüchte entstehen...😆

Morgens um halb 7... ⏰ 

…ist die Welt noch in Ordnung, könnte man denken. Nicht so bei diesem Unfall.

Vor einer Woche passierte auf der Autobahn A8 ein Unfall. Ein PKW kam bei der Abfahrt Neuhausen von der Fahrbahn ab und fuhr ungeplant eine Böschung hinauf. Der Fahrer hatte wohl einen Sekundenschlaf und war kurz eingenickt. Wenige, aber entscheidende Sekunden, die Folgen hatten.

Im  PKW befand sich auch dieser schöne Hund. Der Fahrer war nicht der Besitzer, sondern hatte den Hund dabei, weil er auf ihn aufpasste. Das Auto besaß keine Hundebox und kein festes Gitter hinter den Rücksitzen, so dass der Vierbeiner während der Fahrt nicht gesichert war. Als das Fahrzeug die Böschung hochschanzte und zum Stehen kam, flog der Hund nach vorne durchs Auto.

Wie durch ein Wunder ist ihm nichts passiert. Man erkennt auf dem Foto, dass er nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Mit dem Schwung der Fahrt und des unsanften Abbremsmanövers gewann er nochmals an Gewicht – er kam aber Gott sei Dank heil davon ❤️‍🩹. Anders als der Fahrer, der verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde, und auch anders als das Auto, das ramponiert war. Die Fellnase wurde derweil im Tierheim Esslingen untergebracht, blieb aber nur kurz, weil die Besitzerin sie am selben Tag abholte.