Unsere Einsätze 2022

Juni

Luke 🦊


Hier folgt der Bericht von Luke aus dem Titelbild, Fuchswelpe Nr. 4 bei der Tierrettung.
Luke saß Anfang Mai alleine auf einem Waldweg 🌲 im Schurwald zwischen Baltmannsweiler und Aichwald. Er schrie, weil er so großen Hunger hatte. Seine Mama und mögliche Geschwister waren weit und breit nicht zu sehen. Der kleine Kerl war noch mini, er wog nur 550 Gramm.
Sein Fundort war neben einer Fläche, auf der gelagerte Baumstämme bewegt und abgeholt wurden. Möglicherweise war der Fuchsbau unter den Stämmen und die Fähe hat das Weite gesucht – ob mit oder ohne Lukes Geschwister. Wir haben sie nicht gesehen - trotz ausgiebiger Suche im Umfeld war niemand zu finden.
Der Herr, der uns anrief, war selbst Jäger. Er kannte sich also aus und half uns bei der Suche. Herzlichen Dank dafür. Unsere Mitarbeiterin nahm Luke mit nach Hause. Sie hatte schon die drei Mädchen in Obhut genommen, sie beobachtet, gefüttert, entwurmt und versorgt. Nun kam also ein Bub hinterher.
Luke sieht zuckersüß aus, ist aber ein kerniger! 😬 Er war leicht renitent... Wir haben ihn deshalb mit Louisa, der ruhigsten der drei Fuchsmädchen, vergesellschaftet. Ihr guter Einfluss sollte auf ihn abfärben. Anfangs fand er das doof und machte weiter einen auf dicken Max, aber mittlerweile ist er verträglich geworden. Experiment geglückt!
Wie die Mädchen wächst und gedeiht er auch prächtig. Sie bleiben alle noch eine Weile in den Gehegen der Tierrettung, bevor wir sie als Halbstarke wieder in die Natur 🌿 zurückführen können.

Paco (Nr. 5)


Fuchswelpe 🦊 Nummer fünf kam vor kurzem zu uns. Er war der jüngste und der schwächste unter allen, aber er ist über den Berg.
Paco haben wir den Kleinen genannt. Er lag auf der Straße, mehr tot als lebendig, unterkühlt, mit verklebten Augen, zusammengekauert. Wahrscheinlich hatte er sich schon aufgegeben. Die Finderin konnte gerade noch rechtzeitig ihr Auto 🚗 abbremsen, hat ihn dann von der Straße geholt und uns gebracht. So klein, wie er war, konnte man ihn auf größerer Distanz nicht erkennen. Er wog 400 g. Das ist nicht mal ein großer Joghurtbecher oder kaum ein halber Liter Milch 🥛
So jung hatte er auch noch kein Fleisch zu sich genommen. Deshalb fütterte ihn unsere Mitarbeiterin mit Aufzuchtmilch und Hühnerfleisch in Breiform. Sie hielt ihn warm und reinigte die verklebten Augen, aber in den ersten 2 bis 3 Tage ging eigentlich nichts. Er bewegte sich kaum und wir hofften, er möge keine Staupe (eine Viruserkrankung) haben, die vielen Füchsen zum Verhängnis wird.
Dann aber fing er zaghaft an zu bellen, besonders als es ans Essen ging [🍼] Endlich! Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn der Appetit zurückkehrt. Wir kennen das von uns Menschen. Mittlerweile wiegt er 660 g – das ist schon ein ordentlicher Zuwachs bei so einem jungen Tier. Wie ihr im Video seht, ist er welpentypisch sehr verspielt und agil.
Leider können uns die Tiere ihre Geschichte nichts selbst erzählen. Wir haben deshalb nur eine Vermutung, warum Paco alleine gefunden wurde. Wenn Fähen, die Muttertiere, einen großen Wurf haben, dann konzentrieren sie sich auf die gesunden, starken Jungtiere [💪🏻] Schwächere, kränkliche werden häufig „ausgemustert“, zurückgelassen und sich selbst überlassen, damit alle Kraft der Mutter für die gesunden Kinder bereitsteht. Sie will nicht die Starken schwächen und die Schwachen stärken. Am Ende hätte sie eine halblebige Kinderschar.
Letztes Jahr hatten wir übrigens mehr als 10 Füchse bei uns. Auch wenn die Zeit für die ganz jungen Fuchswelpen jetzt vorbei ist, kann es durchaus sein, dass noch einige Jungtiere zu uns kommen. Bei Kindern weiß man nie - es kann immer etwas passieren 🙈
Paco hat Glück gehabt 🍀 Er wurde nicht überfahren, sondern gefunden, versorgt und wird demnächst bei Louisa und Luke einziehen dürfen. Dann wächst er mit seinesgleichen auf, bis er dann in den Wald zurückkehrt und instinktiv seine eigenen ersten Erfahrungen macht.

Meerschweinchen allein Zuhaus 🐹


Die Tierrettung erhielt neulich einen Anruf von einer Wohngemeinschaft in Nürtingen. Wir sollten bitte die Meerschweinchen abholen, die eine Mitbewohnerin beim Auszug in der Wohnung zurückgelassen hatte.
Zwar kam der Freund der ehemaligen Mitbewohnerin immer noch zum Füttern der Tiere in die WG, aber wie lange diese Art der Pflege noch andauern würde, war nicht klar. Die ehemalige Mitbewohnerin war ohne ihre Telefonnummer oder neue Adresse zu hinterlassen ausgezogen und konnte nicht erreicht werden, wurde uns gesagt.
Wir brachten also die Tiere in ins Tierheim Esslingen. Dort kann man seine Tiere wieder abholen, wenn man dies möchte. Andernfalls werden sie nach einer gewissen Frist zur Vermittlung freigegeben.
Nachtrag: die Meerschweinchen sind später aus dem Tierheim abgeholt worden.

Die anderen Fälle

Wir teilen gerne die glücklichen, skurrilen oder interessanten Einsätze mit euch. Aber es gibt auch die traurigen Fälle.
Es soll auf unserem Facebook Kanal nicht den Anschein haben, wir wären Helden, die täglich die Tierwelt retten. Wir retten zwar viele Tiere, aber es gibt natürlich viele Einsätze, die ein trauriges Ende für die Tiere haben. Hin und wieder berichten wir davon, denn das ist ja auch die Realität. Manche Fälle und Anblicke sind aber zu krass, um sie zu veröffentlichen.
Hier sind ein paar Beispiele der letzten Wochen: eine Ente kugelte sich aus welchen Gründen auch immer den Flügel aus. Der Tierarzt musste sie einschläfern.
Ein Waschbär wurde mit heftiger Staupe gefunden. Auch er war so malade, dass er von seiner Krankheit erlöst wurde.
Eine angefahrene Katze konnten wir schwer verletzt in die Klinik bringen. Sie war glücklicherweise gechippt und registriert. Wir hoffen, dass sie durchkam.
Unsere Erfahrung der letzten 11 Jahre ist, dass viele Autofahrer nach einer Kollision mit einem Tier weiterfahren. Es kann der Schreck sein oder dass man den Unfall im Fahrzeug gar nicht gespürt hat. Es kann die Angst vor dem Anblick des verletzten Tieres sein und dass man nicht weiß, was man tun soll. Manchmal ist auch die Strecke ungeschickt zum Anhalten.
Unser Appell wäre, dennoch den Warnblinker einzuschalten, zu bremsen, am Fahrbahnrand zu halten, sich die Warnweste anzuziehen und nachzuschauen.
Feste Handschuhe und eine Decke im Auto, die schmutzig werden können, sind sinnvoll. Man kann die Polizei anrufen oder die Tierrettung. Bei toten Tieren auch den Flurschutz (die Telefonnummer findet man meist auf der Website der örtlichen Behörde oder kann dort nachfragen).
Man kann immer etwas tun. Ein verletztes Tier sich selbst überlassen sollte man nicht. Bei einem verletzten Menschen ruft man auch selbstverständlich den Krankenwagen.

Hilflose Jungvögel?  🐦 Eine Hilfestellung


Jetzt ist die Zeit der Ästlinge. Die Jungvögel lernen fliegen. Das funktioniert in der Regel ohne menschliche Hilfe.
Im Frühjahr ist die Brutphase aller Vögel - die Nester sind gebaut, die Eier werden ausgebrütet und die Küken schlüpfen jetzt. Das ist auch die Zeit, in der die Tierrettung am Tag 40-60 Anrufe erhält. Besorgte Menschen melden sich, weil sie junge Vögel - oft auf dem Boden - sehen, die nicht fliegen können. Wie helfen? 🆘 Oder anders herum gefragt: brauchen sie denn Hilfe?
Das Thema Jungvögel beinhaltet viele Aspekte. Wir können nicht alle klären, sondern möchten eine praktische Hilfe für den Alltag bieten.
Ästlinge sind junge Vögel, die fliegen lernen. Sie sehen aus wie ein ganz normaler Vogel, das heißt, sie haben ihr volles Gefieder. Eines unterscheidet sie von den Eltern: sie sind kleiner, putziger und fluffiger. Durch die teilweise noch vorhandenen feinen Daunenfedern sehen sie ein bisschen aus wie 'explodiert'
Sie verlassen das Nest und hüpfen 1 bis 3 Tage von Ast zu Ast (daher der Name Ästling) oder von Busch zu Busch. Auch das will gelernt sein. Die Betonung liegt dabei auf hüpfen, denn flattern und vor allem fliegen kommt erst im zweiten Schritt. Und natürlich landen sie auch auf dem Boden, wo sie herumhüpfen. Etwas anderes können sie ja noch nicht.
Für uns Menschen sieht das hilflos aus. Meistens piepsen sie, weil sie auf Futter ihrer Eltern warten - und lösen in uns den Beschützerinstinkt aus. Dabei wäre es paradox, wenn der Mensch dem Vogel das Fliegen beibringen wollte... aber uns geht es ja um die Sicherheit der Ästlinge. Was, wenn eine Katze sich anschleicht? 😼
In der Regel sind die Vogeleltern in der Nähe und kommen je nach Art ein bis zwei Mal in der Stunde (Singvögel) oder mehrmals am Tag (Greifvögel) zum füttern vorbei. Bei Gefahr greifen sie ein. Katzen werden beispielsweise attackiert oder die Vogeleltern legen sich als Köder hin und stellen sich krank - nur um dann schnell wegzufliegen, sobald die Katze buchstäblich 'anbeißen' will.
Das Schicksal der jungen Vögel beschäftigt uns von April bis Juni. Wer unsicher ist, ob er helfen soll, kann ein gutes Foto machen.
Fast jeder hat unterwegs sein Handy dabei. Ein gutes Foto 📲 hilft den Experten, die man um Rat fragt, mehr als eine Textnachricht. Fachkundig sind Tierärzte, die Tierrettung oder Vogelauffangstationen.
Es hilft auch, den Vogel zu beobachten und sich selbst ein Bild über den Allgemeinzustand zu machen. Wenn der Jungvögel quietschfidel herumhüpft, braucht er keine Hilfe.
❗️ Hilfe braucht ein Vogel, wenn
- er im Maul einer Katze steckt oder steckte (manchmal kommen sie ja wieder frei). Kleinste Kratzer können wegen den Bakterien an Katzenzähnen oder Schmutz am Boden lebensbedrohlich sein
- er längere Zeit (also stundenlang) nicht versorgt wird und die Eltern nicht mehr auftauchen
- Verletzungen sichtbar sind
- er sich z. B. bei Kälte und Nässe dennoch nicht vom Fleck bewegt
- seine Flügel in unnatürlicher Stellung abstehen oder herunterhängen und er offensichtlich nicht mehr fliegen kann
- er in einer Gefahrensituation ist, z.B. am Straßenrand. Dann könnt ihr ihn ins nächstgelegene, sichere Gebüsch setzen. Jungvögel können übrigens bedenkenlos angefasst werden - sie werden von den Eltern immer wieder angenommen.
✅ Eine praktische Hilfe ist auch dieser Link der Wildvogelhilfe: http://wp.wildvogelhilfe.org/de/auffangstationen/
Wenn ihr runterscrollt, wird unter den Postleitzahlen die nächstgelegene Vogelauffangstation mit Kontaktdaten genannt. Hier stehen Experten zur Stelle, die euch beraten oder das Foto des Vogels beurteilen können.
Die Tierrettung möchte mit diesem Post ihre Erfahrungen teilen und eine praktische Hilfestellung in Sachen Ästlingen geben. Es wird trotzdem vorkommen, dass Jungvögel verunglücken, gefressen werden oder nicht durchkommen. So ist die Natur. Bleiben wir aufmerksam 👀 und helfen, wo es nötig ist.

Voll ins Zeug gelegt

Eine Entenfamilie konnte an der Schnellstraße gerettet werden. Das Besondere an diesem Einsatz war das mega Engagement der beiden Finderinnen.
Kurz erzählt 🗣
An der B313 zwischen Wernau und Wendlingen wollte eine Entenmutter mit ihren Küken die 4-spurige Schnellstraße zu Fuß überqueren. Zwei Privatpersonen haben nicht nur die Tierrettung gerufen, sondern 2 Stunden geholfen, die Küken im dichtesten Gestrüpp einzufangen, als Ihre Mutter wegflog. Die Kleinen sind jetzt auf unserer Pflegestelle.
Im Detail 📝
Am letzten Tag im Mai sind zwei Schwestern auf dem Weg nach Hause auf der B313 gefahren. Sie arbeiten beide auf dem Landratsamt bei der Unteren Naturschutzbehörde in Esslingen. Zwischen den Anschlussstellen Wernau und Wendlingen gibt es eine Parkbucht gegenüber den Wernauer Seen. Hier sahen sie, wie sich die Entenfamilie 🦆🐥🐥🐥🐥🐥🐥 anschickte, die B313 zu Fuß zu überqueren. Das hätte den sicheren Tod für vermutlich alle Familienmitglieder bedeutet.
Sie fuhren bis zur Anschlussstelle Wendlingen, drehten um, fuhren bei Wernau raus und drehten wieder um. Bei der Parkbucht 🚙🚛 hielten sie und sahen die Entenfamilie, die immer noch versuchte, über die Schnellstraße zu laufen. Die Autofahrer fuhren langsamer, weil sie sahen, dass hier etwas Ungewöhnliches vor sich ging. Zwischenzeitlich hatten die Schwestern die Tierrettung gerufen. Zu Dritt bewegten sie die Entenfamilie zur Umkehr.
Das hat zwar verhindert, dass sie überfahren wurden, aber die entgegengesetzte Richtung hielt eine ganz besondere Herausforderung bereit: hochgewachsenes Gras und danach meterhohes dichtes Gestrüpp 😳 Gebüsch kann man gar nicht mehr dazu sagen. Für die Entenmama und die Küken war es beinahe ein ideales Versteck. Aber hätten die drei Entenfängerinnen aufgegeben, wäre die Entenmama wieder zur Straße gelaufen – sie wollte auf die andere Seite zu den Seen 💦
Eine Stunde lang verfolgten sie im Gras und Dickicht die Entenfamilie. Wenigstens konnte man sie hören und ihnen nachgehen, aber das Gestrüpp war so dicht, dass man als Person nicht einfach durchkam. Man kennt das von Brombeerbüschen. Es kam, wie es kommen musste: die Entenmama flog gestresst über die B 313 davon. Weg war sie. Sie kam nicht mehr zurück 😖
Sechs Küken haben die Drei eingefangen. Vielleicht gab es noch mehr, aber die fanden sie einfach nicht. Die Idee war dann, sie in einer Transportbox auf die andere Seite ins Naturschutzgebiet zu stellen. Laut genug waren sie – sie riefen nach ihrer Mama. Und diese war ja in die Richtung weggeflogen. Gesagt, getan. Sie brachten die Box in das Gebiet 🌿🌱 und hofften, dass die Mama sie hört und wieder zurückkommt. Die Schwestern verabschiedeten sich nach circa 2 Stunden aktivem Einsatz in den Feierabend.
Die Entenmama kam nicht mehr zurück. Wir holten die Box, als es zu dämmern begann, wieder ab. Die Nacht ⭐️ hätten die laut rufenden Kleinen nicht überlebt – andere „Jäger“ hätten sich über sie hergemacht. Wir brachten sie zu unserer Pflegestelle, die schon so viele andere Entenküken versiert aufpäppelte. Die beiden Schwestern erkundigten sich am Tag drauf bei der Tierrettung nach dem Ausgang der Geschichte. Wir fanden dieses mega Engagement und die Anteilnahme außergewöhnlich und sagen nochmal ♥️-lichen Dank für alles! Hoffentlich hat sich im „Heubad“ niemand Zecken eingefangen.
Auch wenn die Küken jetzt von der Mama getrennt sind und alle einen Verlust erleiden, konnte das Gros der Familie gerettet werden. Das ist der Arbeit Lohn 💪🏻

Im Dickicht des Balkons


In Esslingen ist ein Leguan ausgebüxt. Er machte es sich auf dem Balkon gemütlich. Zu zweit gelang die Sicherung, und es ging wieder ab ins Terrarium.
In Esslingen-St. Bernhardt lebt ein grüner Leguan 🦎. Seine Besitzerin hat ein wirklich großes Terrarium für ihn angeschafft. Sie wollte am Tag nach unserem Einsatz in den Urlaub fahren – aber dann passierte es. Das schlaue Kerlchen hatte wohl genau aufgepasst, wie die Schiebetür funktioniert, und er machte sich selbst die Tür 🚪 auf.
Es zog ihn auf den Balkon. Die Tür stand offen, es war warm, also: nix wie raus an die frische Luft. Dort fand er auch ein schönes Plätzchen hinter verschiedenen Gegenständen und Regalen. Sein ganz persönliches Wohlfühlplätzchen. So gut versteckt fiel er in einen tiefen Schlaf 🥱😴
Seine Besitzerin hingegen, als sie das leere Terrarium entdeckte und ihn schließlich auf dem Balkon hinter den Gegenständen fand, war in heller Aufruhr. Sie versuchte, ihn von dem Platz im Dickicht zu verscheuchen und ihn zu bewegen, aus seinem Versteck zu kommen. Der grüne Leguan dagegen schlief tief und fest und dachte nicht daran, sich zu bewegen [💤]
Sie rief die Tierrettung. Gemeinsam wurde ein Plan ausgeheckt: zuerst die Gegenstände entfernen – der Leguan schlief immer noch selig – dann ein Tuch von oben über ihn decken, ihn greifen und bei Bedarf in den Kescher stecken, damit er gesichert ist.
So geschah es, nur ohne Kescher. Ins Tuch gehüllt griff die Besitzerin beherzt zu und hob ihn hoch. Da erwachte der grüne Leguan 😯 und begann zu zappeln. Es war so schön gewesen, im Dickicht! Alles zappeln half nicht – er wurde wieder ins Terrarium gesetzt.
Manchmal ist die mentale Unterstützung schon alles, was es braucht. Ob die Tür jetzt ein Vorhängeschloss hat, wissen wir nicht. Die Besitzerin ist jedenfalls in den Urlaub gefahren. Schreck lass nach

Bewusstlos


Ein Welpe wurde als bewusstlos gemeldet. Wir brachten ihn in die Klinik, am Tag darauf wachte er wieder auf.
Nachts um 12 h erreichte die Tierrettung ein Anruf von der Rettungsleitstelle 📲 Eine sehr aufgeregte Frau war dran. Sie machte sich größte Sorgen, weil sie glaubte, ihr Hund sei gestorben. Es handelte sich um einen ca. 2,5 Monate alten Retrieverdoodle-Welpen, der reglos dalag. Dem zweiten, 11-jährigen Hund ging es gut. Wir fuhren zu ihr.
Jürgen Völker untersuchte den Welpen und prüfte die Vitalfunktionen 🩺 Er hatte zwischenzeitlich eine Herzdruckmassage von der Besitzerin erhalten. Eigentlich war alles in Ordnung, der Kleine atmete, aber war einfach bewusstlos. Weil auch wir ihn nicht zum Leben erwecken konnten, erhielt er eine Infusion und wir fuhren mit ihm und der Besitzerin in die Tierklinik 🚑
Unterwegs erzählte sie Jürgen eine vage Vermutung, die allerdings in dem Moment keiner bestätigen konnte: möglicherweise hatte der Welpe eine der Schlaftabletten gefressen, die in der Wohnung unbeaufsichtigt lagen. Das konnte aber nur die Tierklinik anhand der Blutwerte 🩸 checken.
Am nächsten Tag erhielten wir die Nachricht, dass der Retrieverdoodle wieder aufgewacht sei und es ihm gut ginge. Happy End! 👍🏻 Wir freuen uns mit der erleichterten Besitzerin.
Ob die Tablette die Ursache war, weiß am Ende keiner. Trotzdem ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste, und aufpassen nie verkehrt. Welpen sind bekanntlich auch nur Kinder, und Kinder stecken sich gerne alles in den Mund.

Biber auf Irrwegen


Ein Biber hat sich in Altbach verlaufen. Er war nur leicht verletzt, saß aber dafür auf dem Trockenen. Die Polizei 👮🏼‍♀️ und die Tierrettung haben ihn gesichert, versorgt und ans Wasser gebracht.
Es war fast Mitternacht 🌙, als die Polizei bei der Tierrettung anrief. Sie hatten einen Biber gefunden, besser gesagt, GESEHEN, denn er war unübersehbar, wie er so auf der Hauptstraße in Altbach umherlief. Die Polizei konnte erkennen, dass er eine kleine Wunde auf dem Kopf hatte, aber viel mehr auch nicht. Als er auf einer Verkehrsinsel (leider eine Insel ohne Wasser drum herum) in einer Hecke 🌿 verschwand, regelten sie umsichtig den wenigen Autoverkehr und riefen die Tierrettung an. Die Beamten waren nicht biber-erfahren, aber wer von uns ist das schon?
Jürgen R. ist erfahren und unerschrocken. Er machte den Biber in der Hecke aus und packte zu – aber der Biber auch! Der Lederhandschuh hat seinen Biss abgehalten. Naja, dafür sind die Handschuhe ja da und sie kosten auch eine Stange Geld 💰. Ihr wisst das, denn wir hatten schon einmal Geld gesammelt, um neue zu kaufen. Gemeinsam mit der Polizei wurde der Biber ins Fahrzeug gebracht. Die Beamten hatten ihre gute Tat vollbracht, während Jürgen die Wunde ausspülte. Ansonsten konnte er keine Verletzungen feststellen, deshalb war auch keine weitere Behandlung notwendig. Der Nager konnte wieder ausgesetzt werden.
Die Frage war jetzt, WO er ausgesetzt werden sollte. In der Regel laufen Biber nicht auf asphaltierten Straßen herum. Wenn er also auf Abwegen war, wäre die nächstgelegene Wasserstelle 💦 wohl der richtige Ort. Auf der Karte schaute Jürgen nach und fand ein Bächle in der Nähe, das in den Neckar mündete. Du liebe Zeit! Wenn der Biber wirklich von dort kam, bedeutete es, dass er über die vielen Bahngleise 🚆🚊🚆 gelaufen sein muss! Denn die befanden sich zwischen dem Bächle und der Hauptstraße… manchmal möchte man die Dinge gar nicht so genau wissen. Er hat Glück gehabt, denn auch auf den Schienen ist nachts weniger los.
So wurde der braune Nager ganz in der Nähe des Bächles wieder ausgesetzt. Er würde seinen Weg zum Wasser von da aus bestimmt finden. Seine Wunde war versorgt und seine Orientierung 🧭 wiederhergestellt.
Jürgen R. fuhr nach dem Einsatz ins Krankenhaus 🏥, um seine Wunde versorgen zu lassen. Auch wenn der Lederhandschuh dem Biss standgehalten hat, trug er doch eine Verletzung am Handballen davon. Denn Biber beißen erst zu und reißen dann eine Wunde. Und wie wir wissen, „knabbern“ sie mit ihren starken Vorderzähnen ganze Baumstämme durch… Die Risswunde wurde genäht, jetzt ist wieder alles gut, aber so kann‘s eben auch mal gehen 🤷🏼‍♂️

Mai

Herzlichen Dank!


Die Osteraktion bei Kölle Zoo in Esslingen-Weil ist beendet und die Tierrettung durfte sich die ‚Ostereier‘ abholen 🤩
Wir sagen herzlichen Dank für eure Spenden! Kölle Zoo hat wie immer auch etwas beigesteuert, und so kamen 2 volle Einkaufswägen zusammen 🛒🛒♥️
Wir erleben gerade eine schwierige Zeit mit Krieg in Europa, Inflation, Preisanstieg etc. Deshalb freut sich die Tierrettung über die Menschen, die bei all den Problemen immer noch etwas für lokale Organisationen übrig haben.

Familienzusammenführung auf Umwegen


Die Kreissparkasse in Kirchheim hat eine schöne Dachterrasse auf ihrem Gebäude. Das fand auch eine Entenmama mit ihren Küken 🐤. Das perfekte Zuhause ist es allerdings nicht für Wasservögel, deshalb riefen die Mitarbeiter der Kreissparkasse die Tierrettung an.
Mit Entenfamilien 🦆🐥 kennen wir uns aus. Wenn das Muttertier sich bedrängt fühlt, geht es stiften und fliegt auf Nimmerwiedersehen weg. Auch in diesem Fall ließ sich die Mutter nicht einfangen, sondern flog davon. Schade, denn hätten wir die Mama gefangen, hätten wir auch die Küken sichern können, die ihr immer folgen.
Aber unsere Mitarbeiterin, selber Mama, gab nicht auf! Sie schnappte die Küken und brachte sie an die nahe gelegene Lauter 💦. Weit konnte Mama Ente nicht sein – vielleicht würde sie ihre Jungen hören und an die Lauter runterfliegen? Nein, sie flog stattdessen wieder zurück auf die Dachterrasse, während wir mit ihren Jungen am Bach standen.
Der Klügere gibt nach 🤓 Wir nahmen also die Transportbox und stiegen mit den Küken ebenfalls wieder zur Dachterrasse hoch. Mama Ente wollte aber nur ihre Küken wiedersehen, nicht schon wieder uns, und so entschied sie sich, erneut wegzufliegen. Woraufhin wir wieder an die Lauter hinuntergingen… 👟👟
Wir stellten die Box ab und entfernten uns ein paar Meter, so dass Mama Ente uns nicht gleich wieder im Visier hatte. Und diesmal klappte es! Sie kam herbei geflogen und wir erlaubten uns, vorsichtig die Tür der Transportbox zu öffnen, so dass sich Mama Ente und die Jungen wieder „in die Flügel schließen konnten“ 🤎💛 Oder so ähnlich… es gab jedenfalls viel Geschnatter und dann zog die Familie gemeinsam von dannen.
Die Aktion ist schnell erzählt, hat aber über 2 Stunden gedauert. Das Leben der Tiere ist für uns eine Herzensangelegenheit. Das ist der Slogan der Tierrettung, und wir leben ihn bei unserer täglichen Arbeit.
Herzlichen Dank 🙏🏻 an dieser Stelle an die Mitarbeiter der Kreissparkasse Kirchheim für ihre Aufmerksamkeit und Geduld 👍🏻

April

Listen to the Radio 📻 

Ein Schwan konnte auf der Autobahn „dingfest“ gemacht werden. Das Radio und eine Baufirma hatten großen Anteil daran.

Man muss nur den richtigen Sender hören – dann ist Radio eine echt coole Sache! Bei diesem Einsatz am letzten Donnerstag spielte das Radio sogar eine entscheidende Rolle. Jürgen Völker hörte, dass sich Schwäne auf der Autobahn zwischen Kirchheim und Wendlingen befänden. Natürlich wartete er nicht, bis die erlösende Meldung kam, sie seien gesichert worden – nein, als Mann der Tat rief er sofort die Autobahnpolizei an und fragte, ob die Tierrettung 🚑 helfen könne.

Seine Hilfe war willkommen, denn die Polizei, die zwischenzeitlich mit 2 PKW vor Ort war, wusste mit Schwänen nicht recht umzugehen. Woher auch? Aber noch jemand war vor Ort stehengeblieben, um dem Schwan 🦢 - es war letztlich nur einer oder der andere war schon wieder auf zu neuen Ufern - zu helfen, der eine Notlandung auf der Autobahn hingelegt hatte. Die Mitarbeiter einer Baufirma hielten mit ihrem Tieflader an und schnappten sich kurzerhand 2 Leitern aus ihrem Gerätebestand, um dem Schwan den Weg vom Grünstreifen auf den Standstreifen abzuschneiden. Sehr clever! Meistens kann man ja doch etwas tun, und Jürgen Völker war begeistert von der patenten Idee der „zupackenden“ Männer.

Eingefangen hat den Schwan letztlich doch die Tierrettung. Er wurde gründlich untersucht, aber es waren weder Verletzungen noch ungewöhnliches Verhalten festzustellen. Eigentlich hatte er nichts – außer richtig Glück 🍀 gehabt und jetzt jede Menge Aufmerksamkeit. So beschloss die Tierrettung, ihn in Wernau auf dem Neuen See 💦 nahe dem Eisstadion auszuwildern. Er ist, wie ihr auf dem Video sehen könnt, ins Wasser geglitten und hoch erhobenen Kopfes von dannen geschwommen, als wäre er nur mal eben kurz auf den Rasen gegangen, um im Gras zu picken. Resilient, würde man bei Menschen sagen. Wir wünschen ihm alles Gute, vor allem aber eine einwandfreie Navigation 🧭!

Der Storch der keiner war


Anwohner in Fellbach riefen beim Ordnungsdienst Fellbach an. Sie fanden einen Storch in einem Privatgarten, der offensichtlich nicht mehr fliegen konnte.
Das Ordnungsamt rief die Tierrettung an, und wir fuhren hin, um uns den Vogel anzusehen. Tatsächlich handelte es sich nicht um einen Storch, sondern ein Fischreiher. Wir erkannten schnell: er war am Flügel verletzt.
Wir brachten ihn zum Tierarzt, der nach kurzer Untersuchung feststellte, dass der Flügel so stark verletzt war, dass er quasi am seidenen Faden hing. Hier würde auch keine Operation mehr helfen, denn der Flügel konnte nicht wieder „angenäht“ werden. Der Reiher wurde von seinen Schmerzen befreit und eingeschläfert. Gut, dass die Anwohner ihn gesehen und reagiert haben. So musste er nicht länger als nötig in seiner Notlage verharren.

Rettung im Wasser 💦


Mama Ente und ihre 11 Küken wachsen leider nicht zusammen auf. Aber alle sind vor Verletzungen verschont worden und mit dem Leben davon gekommen.
Dieser Einsatz von Ende März hat ein Happy End und irgendwie doch nicht. Die 11 Entenküken sind wenigstens keine unentdeckten Waisen geworden. Eine Anwohnerin hat an unserer Stelle die Aufgabe erledigt, nämlich zu retten. Und mit was für einem Elan – die Aktion dauerte über eine Stunde!
Aber der Reihe nach. In Oberesslingen, in einem Neubaukomplex, wurde ein Wasserbecken im Innenhof errichtet. Hier hatte sich Mama Ente mit ihren 11 Küken 🐥 niedergelassen und verbrachte den Tag. Aber sie blieb nicht lange alleine. Drei Erpel 🦆🦆🦆 verfolgten sie und befanden sich in einem – sagen wir mal – emotionalen Ausnahmezustand. Sie stellten Mama Ente nach und diese lief Gefahr, von drei Männern nacheinander begattet zu werden. Was zu viel ist, ist zu viel. Gegenüber den Küken verhielten sich die Erpel auch aggressiv – da kann es passieren, dass sie Küken ersäufen. Hier musste etwas passieren. Anwohner riefend die Polizei an, diese wiederum die Tierrettung.
Die wasserdichte Anglerhose fährt schon ein paar Jahre im Rettungswagen mit und saß mittlerweile etwas stramm… Außerdem waren die Anwohner sehr engagiert und boten ihre Hilfe an. So stieg also eine junge Frau ins Wasser, die ihr im Video seht. Zuerst war es wichtig, die Erpel von Mama Ente fernzuhalten. Sie ließen sich verscheuchen. Dann galt es, Mama Ente einzufangen. Denn sie ist der „Leitwolf“ – die Kleinen folgen ihr. Andersherum ist es leider so, dass Mama Ente stiften geht, wenn ihr alles über den Kopf wächst. Und dann kommt sie nicht mehr zurück. Kinder ade. Und leider hat diese Entenmama genau das getan 😕
Die hochmotivierte Anwohnerin hat danach alle 11 Entenküken aus dem Becken gefischt – und das darf man sich nicht so leicht vorstellen! Die Kleinen sind flink wie ein Fisch im Wasser, und das Wasserbecken barg unsichtbare unter-Wasser-Stolperfallen … langsam setzte auch noch die Dämmerung ein. Insgesamt waren alle Beteiligten 1,5 Stunden beschäftigt. Die Tierrettung bedankt sich ganz herzlich für diese tolle Leistung! 💪🏻
Die 11 Waisen wachsen jetzt wohl behütet in Ostfildern-Nellingen auf. Jeanette und Jürgen, die ihr von der Tiertafel bei der Vesperkirche und dem Erfrierungsschutz in Esslingen kennt, sind erfahrene Enteneltern 🤓 Sie können Mama Ente vom Aussehen her zwar nicht das Wasser reichen, aber die Kleinen waren nach dem kräftezehrenden Zwischenfall erstmal nur hungrig und erschöpft. Nun werden sie ohne die echte Mama groß. Wenigstens haben sie ihre Geschwister um sich herum. Später dürfen sie zurück in die Natur und dann ihre eigenen Erfahrungen mit ihresgleichen, Menschen und den anderen Abenteuern des Lebens nachholen 🌿🌤💦

Liebespaar aus Abwegen


Auf dem Parkplatz beim Kaufland spazierten diese Warzen- und Laufente einträchtig umher, obwohl Autofahrer immer wieder ausweichen mussten.

Martin, der Chef


Martin, den Ganter, haben wir euch vor kurzem vorgestellt. Er hat sich mittlerweile zum Chef der Männer-WG-mit-Warzenente gemausert.
Neulich wurde auf dem Lidl-Parkplatz in Uhingen ‚das Liebespaar auf Abwegen‘ gefunden. Der Erpel und die Warzenente watschelten etwas orientierungslos zwischen den Autos 🚗🚙 umher und liefen Gefahr, angefahren zu werden. Jemand erbarmte sich und rief die Tierrettung an. Wir holten sie ab und brachten sie in unseren ‚Luftkurort mit Vollpension‘ auf dem Schurwald. Auf unseren Post hin hat sich niemand gemeldet, dem sie vielleicht abgehauen sind.
Sie zogen in unsere Voliere ein, in der sich bereits zwei andere Erpel 🦆🦆 befanden. Diese haben wir neulich übernommen und wollten ihnen die Chance auf Genesung geben, denn sie konnten nicht mehr laufen. Was ihnen genau passiert ist, wissen wir nicht, aber sie konnte nicht mehr auf ihren Füßen stehen. Vielleicht sind sie irgendwo gegengeknallt und haben sich eine schmerzhafte Prellung geholt.
Und siehe da – die Schmerzen schwanden, die Prellung verheilte und jetzt laufen sie wieder umher oder schwimmen auf unserem kleinen Teich 💦 ihre Runden. Um keine Gerüchte zu streuen: es sind nicht die Erpel aus Oberesslingen, die die Entenmama bedrängt haben.
Sie alle sind frei und können wegfliegen, wenn sie möchten. Aber sie möchten nicht. Es scheint, als ob es ihnen bei uns gut gefällt. Martin, der Ganter, war als erstes da. Er ist vom Wuchs her der Größte und findet ja sowieso, dass er der Größte ist 😎 Generös nahm er die beiden Erpel unter seine Fittiche, läuft ihnen hinterher und schaut nach ihnen.
Jetzt über Ostern, bei bestem Wetter und viel Sonnenschein ☀️, tummeln sich alle fünf im Garten und am Wasser. Verletzt ist keiner mehr. Der Platz in der WG ist allerdings auch erschöpft – kein Zimmer mehr frei.

Martin, der Chef


Martin, den Ganter, haben wir euch vor kurzem vorgestellt. Er hat sich mittlerweile zum Chef der Männer-WG-mit-Warzenente gemausert.
Neulich wurde auf dem Lidl-Parkplatz in Uhingen ‚das Liebespaar auf Abwegen‘ gefunden. Der Erpel und die Warzenente watschelten etwas orientierungslos zwischen den Autos 🚗🚙 umher und liefen Gefahr, angefahren zu werden. Jemand erbarmte sich und rief die Tierrettung an. Wir holten sie ab und brachten sie in unseren ‚Luftkurort mit Vollpension‘ auf dem Schurwald. Auf unseren Post hin hat sich niemand gemeldet, dem sie vielleicht abgehauen sind.
Sie zogen in unsere Voliere ein, in der sich bereits zwei andere Erpel 🦆🦆 befanden. Diese haben wir neulich übernommen und wollten ihnen die Chance auf Genesung geben, denn sie konnten nicht mehr laufen. Was ihnen genau passiert ist, wissen wir nicht, aber sie konnte nicht mehr auf ihren Füßen stehen. Vielleicht sind sie irgendwo gegengeknallt und haben sich eine schmerzhafte Prellung geholt.
Und siehe da – die Schmerzen schwanden, die Prellung verheilte und jetzt laufen sie wieder umher oder schwimmen auf unserem kleinen Teich 💦 ihre Runden. Um keine Gerüchte zu streuen: es sind nicht die Erpel aus Oberesslingen, die die Entenmama bedrängt haben.
Sie alle sind frei und können wegfliegen, wenn sie möchten. Aber sie möchten nicht. Es scheint, als ob es ihnen bei uns gut gefällt. Martin, der Ganter, war als erstes da. Er ist vom Wuchs her der Größte und findet ja sowieso, dass er der Größte ist 😎 Generös nahm er die beiden Erpel unter seine Fittiche, läuft ihnen hinterher und schaut nach ihnen.
Jetzt über Ostern, bei bestem Wetter und viel Sonnenschein ☀️, tummeln sich alle fünf im Garten und am Wasser. Verletzt ist keiner mehr. Der Platz in der WG ist allerdings auch erschöpft – kein Zimmer mehr frei.

Wie gefesselt


Wir konnten eine Taube 🐦 aus einer ausweglosen Lage befreien: ihre Füße waren wie gefesselt.
Eine sehr engagierte Dame aus Ebersbach rief uns neulich an. Sie habe eine Taube gefunden, deren Beine sich total in einem Netz verheddert hatten. Dadurch war sie sie quasi gefesselt und konnte sich nicht mehr fortbewegen, weder fliegen noch hüpfen, geschweige denn laufen. Die Dame hat es selber schon versucht – vielen Dank dafür – vorsichtig die Schnur zu entfernen, aber diese schnitt bereits so tief in die Beine, dass sie zu bluten begannen. Die Dame wollte nicht noch mehr riskieren und rief die Tierrettung an.
Wir sind ja auch einiges gewohnt, und Vögel mit in Netzen verhedderten Füßen sind uns nicht neu. Aber diese Taube hat „den Vogel abgeschossen“, vermutlich war auch sie sehr engagiert, um sich aus dem Netz zu befreien. Dadurch hat sie alles noch schlimmer gemacht. Wir waren fast eine Stunde lang damit beschäftigt, sie zu befreien. Am Ende ist alles gut gegangen. Ihr nicht zu helfen, wäre keine Option gewesen, denn sie wäre langsam und qualvoll, „gefesselt“ alleine verendet.

März


Prügel

Ein Schwan 🦢 aus Nürtingen wurde mit Bissverletzungen gefunden. Er erholt sich gerade bei uns.
Die Tierrettung wurde vorgestern von Passanten angerufen, die in Nürtingen unter der Wörthbrücke einen Schwan entdeckt hatten, der ganz apathisch auf dem Gehweg saß. Etwas stimmte mit ihm nicht. Wir fuhren hin 🚑 und schauten uns das Tier an.
Tatsächlich konnten wir einige Bissverletzungen bei ihm entdecken – er muss sich kräftig mit einem Konkurrenten geprügelt haben. Wir packten den armen Kerl ein – es ist ein Männchen – und fuhren ihn auf unsere „Krankenstation“. Dort erholt er sich erst einmal, hat Ruhe, die Wunden haben wir versorgt 🩹 und er kann sich ein paar Tage lang regenerieren.
Wenn sie doch nur unsere Sprache sprechen könnten! Wir würden ja gerne wissen, ob dieser Schwan in Nürtingen heimisch oder ob er ein Nei’gschmeckter ist, der hier nicht Fuß fassen kann, weil die Reviere am Neckar bereits besetzt sind. Normalerweise leben Schwäne als Paar ihr ganzes Leben lang zusammen. Die ewige Treue ist bei ihnen wörtlich zu nehmen ❣️ Wir haben aber an dieser Stelle am Neckar kein Weibchen ausmachen können, das alleine umeinander geschwommen wäre. Wir wissen aktuell nicht, ob der nicht mehr ganz junge Mann ein Fremder ist.
Die Weibchen erkennt man daran, dass sie vom Körperbau her etwas kleiner sind. Außerdem ist der Nasenhöcker kleiner als beim Männchen. Vermutlich muss man als Laie ein Schwanenpaar erst ein wenig beobachten, um diese Unterschiede auszumachen. Am besten ist, Männchen und Weibchen schwimmen direkt nebeneinander 💦
Jetzt wünschen wir dem geschundenen Schwan erst einmal gute Besserung 🍀


Neulich im Sturm

Einen Milan hat es neulich im Sturm 💨 verspult. Er landete im Gestrüpp und brauchte Hilfe. Und er hatte Glück.
Drei Stürme sind vor kurzem über das Land gefegt. Das bekommen auch die Tiere zu spüren. Dieser Milan aus Esslingen-Berkheim wollte sich wohl ein sicheres Plätzchen suchen. Er guckte sich einen Baum 🌳 aus, an dem er sich festhalten wollte, und flog von oben runter. Leider verpasste er den sicheren Ast und landete unsanft im Gestrüpp unter dem Baum.
Von da aus kam er nicht mehr alleine weg. Zum einen hatte er durch die ungute Landung ein Anflugtrauma, was einer leichten Gehirnerschütterung gleichkommt. Zum anderen kann ein Milan nicht aus einem Gestrüpp heraus wegfliegen. Er braucht festen Untergrund, auf dem er stehen, laufen und sich mit den Füßen abstoßen kann. Beides ging im Gestrüpp nicht. Und die Krähen waren schon da! Auch der Luftraum ist ein Ballungsgebiet...
Passanten haben seinen Absturz beobachtet. Sie riefen die Tierrettung an und blieben bei dem Milan, um die Krähen zu verscheuchen. Herzlichen Dank dafür! 🙏🏻 Nicht nur, dass sie sich gekümmert haben - in diesem Fall handelte es sich um einen so großen und schönen Milan, wie ihn auch die Tierrettung bisher kaum gesehen hat. Seine Flügel hatten eine riesen Spannweite, wie sich am nächsten Tag zeigen sollte. Deswegen haben wir uns besonders über die Rettungsaktion gefreut 🤩
Wir holten ihn also ab, den lädierten Kerl, und brachten ihn auf unsere Krankenstation. Am nächsten Morgen war er zwar schon etwas fitter, aber fressen wollte er nicht. Das hat uns nicht arg in Sorge versetzt, weil er sehr gut im Futter stand. Am übernächsten Tag allerdings hat er dermaßen randaliert, dass sonnenklar war: er ist wieder fit für den Himmel. Die Ruhe und Regeneration hatten ihm gut getan. Jetzt Abflug!
Wir ließen ihn von Aichwald aus fliegen, denn in einer gewissen Höhe konnte er von oben aus über das Neckartal schauen und Berkheim entdecken. Es ist ja nicht weit weg und durch ein markantes Gebäude gut sichtbar. Also, Käfig öffnen und den Kerl herausholen, damit er vor Ort ohne erneuten Transport losdüsen kann. Ja, denkste. Nachdem er sich artgerecht totgestellt hatte („Geh weiter, bin uninteressant“), machte Jürgen Völker nur ein paar Schritte, um ihn besser greifen zu können. Und das nutzte der Milan aus und machte sich selber schleunigst auf die Socken 😜 "Brauch keine Hilfe!", schien er zu sagen.
Erst als er wegflog, war die geschätzte Spannweite von circa 1,50-1,75 m erkennbar. Es blieb nur noch, ein Video von seinen ersten Runden zu machen. Der Sturm war da schon vorbei. Alles Gute, schöner Riese!


Babyhase 🐰

In Altbach beim Lidl Supermarkt saß mitten auf der Straße dieser Babyhase . Ein Autofahrer 🚗 hielt an, weil er ihn entdeckte und es nicht übers Herz brachte, ihn dort sitzen zu lassen. Früher oder später wäre er auf der Straße verletzt oder überfahren worden.
Er stoppte, sammelte ihn ein und rief die Tierrettung an. Wir holten das Kleine und brachten es zu unserer Päppelstelle, die schon unzählige Häschen großgezogen hat 🍼. Dort wächst es jetzt auf, bis es alt genug ist, wieder in die Natur entlassen zu werden.
Normalerweise soll man junge Feldhasen nicht anfassen, weil die Muttertiere die Jungen dann nicht mehr annehmen, sobald ihnen Fremd- oder Menschengeruch anhaftet. Wenn sie irgendwo in Mulden auf einem Acker oder in Wiesen 🌿 sitzen, dann hat die Mutter es dort abgesetzt und schaut 1-2 Mal täglich zum Säugen vorbei. Dann sollte man es in diesem natürlichen Lebensraum belassen. Dieses Kleine allerdings lag jedoch völlig ungeschützt auf der Straße – der Autofahrer hat genau richtig gehandelt 💪🏻


Anschluss gefunden 🦢🦢🦢

Der "Prügelknabe" von neulich, der verletzte Schwan, hat seine Wunden bei uns auskuriert. Wenige Tage später ist er nach Tübingen umgezogen, wo er in einer Gruppe von Schwänen eingegliedert wurde.
Die circa 40 Schwäne leben dort frei und freiwillig, werden aber betreut und versorgt. Er hat sich gut in der Gruppe eingelebt. Hier seht ihr ihn relaxed im Wasser 💦

Den letzten beißen die Hunde

Wir wissen nicht, ob Martin, der Ganter, vom Hund gebissen wurde. Es kann auch ein Fuchs gewesen sein. Man fand ihn verletzt vor. Heute geht es ihm wieder gut. Martin wurde auf einer Straße in Rechberghausen gefunden. Er hatte eine Bissverletzung am Hinterteil. Die Tierrettung 🚑 holte ihn ab und brachte ihn zum Tierarzt. Tatsächlich musste er operiert werden. Unter anderem war sein Luftsack kaputt. Luftsack, das hat wohl was mit der Lunge zu tun...? Der Luftsack ist ein Anhang der Lunge, der nicht für den eigentlichen Gasaustausch verantwortlich ist, wohl aber als Motor der Atmung dient, für die Stimmbildung und die Thermoregulierung zuständig ist. Martin kam danach in unseren Garten 🌿 mit Teich💦. Da fühlt er sich ziemlich wohl, erholte sich vom Schreck und der OP, und sein Federkleid ist auch wieder schön geworden. Seit Februar ist der junge Kerl schon bei uns. Man lernt sich kennen mit der Zeit. Und wir stellen fest, dass Martin scheint's eine Handaufzucht sein muss. Auf Besucher bewegt er sich mit katzenartiger Eleganz zu, um neue Bekanntschaften zu schließen. Er läuft auch gerne hinterher wie ein Hund 🐕. Er will nichts verpassen! Bei seiner Pflegerin sitzt er gerne auf dem Schoß 🥰. Nun denn... Um Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir noch erwähnen, dass wir Martin nicht bis November bei uns mästen werden. Nicht, dass wegen der Namensgebung Gerüchte entstehen...😆

Morgens um halb 7... ⏰ 

…ist die Welt noch in Ordnung, könnte man denken. Nicht so bei diesem Unfall.

Vor einer Woche passierte auf der Autobahn A8 ein Unfall. Ein PKW kam bei der Abfahrt Neuhausen von der Fahrbahn ab und fuhr ungeplant eine Böschung hinauf. Der Fahrer hatte wohl einen Sekundenschlaf und war kurz eingenickt. Wenige, aber entscheidende Sekunden, die Folgen hatten.

Im  PKW befand sich auch dieser schöne Hund. Der Fahrer war nicht der Besitzer, sondern hatte den Hund dabei, weil er auf ihn aufpasste. Das Auto besaß keine Hundebox und kein festes Gitter hinter den Rücksitzen, so dass der Vierbeiner während der Fahrt nicht gesichert war. Als das Fahrzeug die Böschung hochschanzte und zum Stehen kam, flog der Hund nach vorne durchs Auto.

Wie durch ein Wunder ist ihm nichts passiert. Man erkennt auf dem Foto, dass er nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Mit dem Schwung der Fahrt und des unsanften Abbremsmanövers gewann er nochmals an Gewicht – er kam aber Gott sei Dank heil davon ❤️‍🩹. Anders als der Fahrer, der verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde, und auch anders als das Auto, das ramponiert war. Die Fellnase wurde derweil im Tierheim Esslingen untergebracht, blieb aber nur kurz, weil die Besitzerin sie am selben Tag abholte.

Februar

Das Alter...

Vor ein paar Tagen erhielten wir den Anruf einer besorgten Hundebesitzerin. Ihre Amy, ein Flat Coated Retriever 🐕‍🦺, war spätabends beim Spazierengehen in Uhingen kollabiert. Amy ist schon 15 Jahre alt und hatte plötzlich einen Kreislaufzusammenbruch.
Wir machten uns gleich auf den Weg. Die Besitzerin war zufällig eine Tierarzthelferin und somit vom Fach. Deswegen wusste sie von Berufs wegen, wie sie Amy in dem Moment beistehen konnte. Als wir vor Ort ankamen, saß die Hündin bereits wieder. Laufen konnte sie allerdings noch nicht 🐾
Sie erhielt von uns Kreislauf-unterstützende Mittel und erholte sich ein wenig. Wir fuhren die Beiden im Rettungswagen 🚑 nach Hause, so dass sie den Vorfall in Ruhe verarbeiten konnten. Am nächsten Tag sollte Amy dann beim Tierarzt gründlich durchgecheckt werden.
Das Alter bringt so manche gesundheitliche Beeinträchtigung mit sich. Wir wünschen Amy alles Gute und freuen uns, dass wir in dem Schreckensmoment helfen konnten ❤️‍🩹

Angefahren, aber entdeckt

Diese wilde Katze hatte Glück im Unglück. Sie wurde aller Wahrscheinlichkeit nach angefahren 🚗, aber gefunden. So konnten wir sie zum Arzt bringen.
Bei Süßen nahe Göppingen lag diese noch junge Katze auf der Auffahrt zur Bundesstraße 10. Sie war verletzt, aber hatte einen Schutzengel, denn eine Frau hielt an, als sie sie dort liegen sah. Unter Schmerzen und voll Angst ist sie ins Gebüsch 🌿 gekrabbelt. Daraufhin rief die Frau die Tierrettung an – genau die richtige Reaktion 👍🏻
Weit ist die Katze nicht gekommen, und wir konnten sie fangen und in den Rettungswagen verfrachten. Dann ging es schnurstracks zum Anicura Kleintierzentrum Esslingen 🩺🩹💉, wo sie untersucht und behandelt wurde.
Sie hatte diverse Verletzungen – ein Glück, dass sie nach dem Unfall noch auf der Straße lag und sichtbar war, und noch mehr Glück, dass die Autofahrerin angehalten hat! An der hinteren linken Pfote hatte sie eine offene Verletzung und vermutlich war ihr Becken verletzt, denn sie konnte kaum noch laufen 😢
Wir wünschen der Kleinen gute Besserung ❤️‍🩹🍀🍄
 

Plötzlich...

Vergangenen Freitag erhielt die Tierrettung einen Anruf: ein Hund war beim Spazierengehen tot zusammengebrochen.
Ein Albtraum, den niemand erleben möchte, ist einer Hundebesitzerin aus Stuttgart passiert. Sie ging in S-Plieningen mit ihrem Golden Retriever im Wald🌳 spazieren. Der Hund lief ein wenig voraus, fand eine interessante Spur, kam zu ihr zurück – und brach plötzlich vor ihr tot zusammen.
Der Hund war nicht mehr jung und hatte wohl auch Vorerkrankungen. Trotzdem ist es ein Schock, wenn das Tier aus heiterem Himmel stirbt. Jetzt stand die Hundebesitzerin mitten im Wald mit ihrem toten Hund und wusste nicht, was tun. Sie hatte Gott sei Dank unsere Nummer abgespeichert und rief uns an 📲
Wir fuhren gleich los und schafften es auch, über Waldwege so nah wie möglich an sie heranzukommen. Auf der Trage haben wir den Golden Retriever dann in den Rettungswagen gebracht und ihn und seine aufgelöste Besitzerin nach Hause gefahren. Sie wollte sich in aller Ruhe von ihrem Liebling verabschieden 💔 und den Tierbestatter dann anrufen, wenn sie es für richtig hält.
Retten konnten wir in diesem Falle nicht, aber wenigstens helfen 😞
 

Im Notfall

In Esslingen wurde eine Dame aus medizinischen Gründen vom Rettungsdienst  🚑 ins Krankenhaus gebracht. Die Tierrettung brachte ihre Katze ins Tierheim.

Am vergangenen Samstag erhielt die Tierrettung einen Anruf von der Polizei. Die Polizei wiederum wurde vom Rettungsdienst informiert, dass im Esslinger Stadtteil Zollberg eine Dame ins Krankenhaus 🏥 gebracht werden musste. Die Rettungssanitäter fanden in der Wohnung auch eine Katze 🐈 vor. Weil nicht abzusehen war, wie lange die Dame im Krankenhaus sein würde, und weil keine direkten Angehörigen vor Ort waren, die die Versorgung des Haustieres gewährleisten konnten, war die Frage „Was tun mit der Katze?“. So kam die Anfrage zur Tierrettung. Wir holten also die Katze in der Wohnung ab und brachten sie ins Tierheim Esslingen.

Die direkten Verwandten werden entweder vom Krankenhaus oder vom Patienten selbst über den Aufenthalt im Krankenhaus informiert. Auf jeden Fall wird eine Informationskette 📲 in Gang gesetzt, so dass die Patienten oder Verwandten über den Verbleib des Haustieres Bescheid bekommen bzw. sie erhalten die Information, wo sie sich erkundigen können (Polizei, Tierheim, Tierrettung).

Die Tierrettung wird auch hinzugerufen, wenn Menschen sterben und sich Haustiere in ihrer Wohnung befinden, aber kein Verwandter vor Ort ist, der über den Verbleib des Tieres entscheiden kann. Auch in dem Fall holen wir das Tier ab und bringen es ins Tierheim. Dort wird es versorgt, bis sich die Verwandten melden und sie über die weitere Zukunft des Tieres entscheiden.

Der beste Fall ist natürlich, wenn Familienangehörige vor Ort sind, die sich selbst um das Haustier kümmern. Manchmal aber wohnen sie weiter weg oder erfahren erst später von dem medizinischen Notfall. Für diese Übergangszeit sind wir zur Stelle und kümmern uns in Zusammenarbeit mit dem Tierheim Esslingen um die Haustiere.

DANKE!

Heute war unser letzter Einsatz bei der Vesperkirche Nürtingen 2022 an der Lutherkirche.
Jeanette und Jürgen von der Tierrettung haben wieder viele Zwei- und Vierbeiner 🐾 mit Futter, Leckerlis und Sachgegenständen wie Leinen, Spielzeug oder Körbchen glücklich gemacht.
Herzlich bedanken möchten wir uns bei den Organisatoren der Vesperkirche Nürtingen, die uns jedes Mal die Durchführung der Tiertafel ermöglichen 🙏🏻
Ob wir mehr den Menschen oder den Tieren geholfen haben, können wir nicht nachmessen. Aber jeder ist happy, wenn der andere zufrieden ist, ob Halter, Tier oder wir 😁
Auf dem Foto seht ihr Jeanette, wie sie unter genauester Beobachtung der beiden Fellnasen steht, die gleich ein extra Leckerli mit auf den Nach-Hause-Weg bekommen🤎🤎

Gechippt, aber...

… ihr wisst schon, wie der Satz zu Ende geht: nicht registriert. Das war ein junger Labrador aus dem Scharnhauser Park auf den Fildern, der seinen Besitzern stiften ging 🐾. Er fand eine interessante Spur und konnte ihr nicht widerstehen. Weg war er.
Die Polizei 👮🏼‍♀️ bekam einen Hinweis, griff den jungen Kerl auf und informierte die Tierrettung. Wie konnten den Halter anhand der Nummer, die bei TASSO e.V. und FINDEFIX nicht mit den persönlichen Daten hinterlegt war, nicht ermitteln.
Aber das Herrchen wandte sich nach erfolgloser Suche an die Polizei und diese verwies auf uns. So konnte er seinen Abenteurer bei uns abholen. Es ist alles gut gegangen.
Chippen & registrieren gehören untrennbar zusammen - wir erinnern immer wieder gerne daran.

Januar

Ein gutes neues Jahr

Heute erzählen wir von jemandem, der ganz bestimmt ein gutes Neues Jahr haben wird: dieser Westie 🐾

Der West Highland Terrier lebte in einer Messie-Wohnung in Köngen. Die Polizei rief die Tierrettung an, weil der arme Kerl dort in nicht akzeptablen Umständen hauste. Er wurde dem Besitzer weggenommen und aus der verdreckten Wohnung geholt 🚓

Die Tierrettung brachte ihn ins Tierheim Esslingen. Ihr seht selber auf dem Foto, in welchem Zustand er sich befand. Ein Bad 🛁 und eine Rasur waren neben ordentlichem Fressen, einer sauberen Umgebung und einem weichen Hundebett absolut notwendig. Und viel Liebe und Zuwendung 💖

Das Tierheim verfügt vor Ort nicht über einen Hundesalon – das wäre eigentlich keine schlechte Idee, oder? – und so stattete er dem #SalonFellHarmonie in Denkendorf einen Besuch ab. Frisch gebadet und frisiert konnte er auch wieder aus den Augen 👀 schauen, denn die langen Zotteln hingen ihm tief ins Gesicht.

Und dann traute er seinen Augen nicht, wurde er doch von einer Tierheimmitarbeiterin mit nach Hause 🏡 genommen und für die erste Zeit in ihrer Familie integriert. Unnütz zu erwähnen, dass auch die Mitarbeiterin selber Tiere hat … ein echtes Zuhause! So schön kann das Leben sein!

Aber – das war natürlich nur eine Zwischenstation, denn er war zur Vermittlung freigegeben. Und so dauerte es nicht lange, bis der jetzt hübsche, saubere kleine Kerl ein neues Zuhause fand. Für ihn wird es sicher ein gutes Neues Jahr 💫 Mehr noch: viele gute neue Jahre, hoffen wir! 🍀 Genieß das neue Leben, kleiner Westie!


Impfpflicht für Hunde 🦮🐕‍🦺


Heute berichten wir von 2 Hunden, die am Flughafen Stuttgart wegen fehlender Impfnachweise abgefangen wurden und in Quarantäne kamen.
Schon vor einiger Zeit kam ‚Stein‘ aus Ägypten. Ja, Stein. Das ist ein etwas seltsamer Name für einen Hund. Stein ist ein junger Rottweiler, den der Besitzer bei der ägyptischen Armee als Welpe gekauft hat. Andere Länder, andere Sitten. Die Armeeangehörigen bekräftigten, er habe alle notwendigen Impfungen erhalten und übergaben dem Besitzer die Papiere 📑
[ℹ️] Die Einreise von Hunden aus ‚nicht gelisteten Drittländern‘ ist festgelegt in den Regelungen der Verordnung (EU) Nr. 576/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates in Verbindung mit der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 der Kommission (…uff!). Damit soll die Einschleppung und Verbreitung von Tollwut verhindert werden. Ägypten gehört zu den so genannten ‚nicht gelisteten Drittländern‘. Das bedeutete, dass die dortige Tollwutsituation unklar oder bedenklich ist.
In Stuttgart angekommen prüften die Flughafenbeamten die Papiere und die amtliche Veterinärbescheinigung aus Ägypten. Stein hatte Pech ☹️. Es stellte sich heraus, dass der Titernachweis fehlte (Bluttest auf Antikörper gegen Tollwut, der frühestens 30 Tage nach Impfung erfolgen darf).
Er kam in Quarantäne, und zwar richtig lange: 3 Monate. Im Tierheim Esslingen machte er dann seine erste Bekanntschaft mit deutschen Gewohnheiten, Futter, Gassigehern und Sprache. Der Besitzer kam für die Kosten 💰 auf und holte ihn nach langen 3 Monaten ab. Ihm bedeutet Stein sehr viel. Leider war die Vorbereitung für die Einreise und ‚Einbürgerung‘ des Hundes nicht gründlich genug gecheckt worden.
Ähnlich verhielt es sich bei dem kleinen Chihuahua, der Anfang Dezember aus der Türkei einreiste. Auch die Türkei gehört zu den ‚nicht gelisteten Drittländern‘. Der Kleine stammt aus einem dortigen Zoogeschäft und sollte nach Deutschland übersiedeln. Am Flughafen wurden seine Papiere geprüft, weil auch er keinen gültigen EU-Heimtierausweis besaß. Die Beamten stellten fest, dass der volle Impfschutz fehlte.
Statt nach Ludwigsburg führte ihn seine Reise erstmal ins Tierheim Esslingen. Er wurde dem Tierarzt 🧑‍⚕️ vorgestellt, der über die Dauer der Quarantäne entschied. Die Kosten werden vom Besitzer getragen, hätten aber durch vorherige gründlichere Planung vermieden werden können. Oder hätten in ein schönes Hundebett, lecker Futter o.ä. investiert werden können.
 


Der Bonus der Jugend


Ein junger Habicht flog in Ostfildern-Nellingen gegen eine Scheibe. Er erholte sich in unserer Voliere und ist gesund wieder in die Freiheit entlassen worden 🦅
Der junge Rothabicht hat sich genau die richtige Scheibe ausgesucht: er flog mitten in Nellingen gegen das Schaufenster einer Apotheke 👩‍🔬. Die Apotheker haben die Tierrettung angerufen, statt den Habicht zu beraten, welche Medikamente er am besten einnehmen sollte. Richtig so!
Mit einem hängenden linken Flügel zog er in unsere Voliere ein. War der Ellenbogen gebrochen oder nicht? Die Erstuntersuchung ergab, dass es sich nur um eine Prellung handelte. Er bekam auf Anordnung unseres Tierarztes 🩺 Schmerzmittel und wurde beobachtet. Sein Appetit war für einen jungen Vogel ganz normal, nämlich ordentlich.
Ein Rothabicht heißt so, weil er in seinem ersten Lebensjahr einen rötlichen Ton in seinem juvenilen, also jugendlichen Gefieder [🪶] hat. Wenn die Mauser nach dem ersten Lebensjahr herum ist, ist auch der Rotton verschwunden und man spricht vom adulten Gefieder. Dieser hübsche Jungvogel hatte das Baujahr 2021 und war circa ein Dreivierteljahr alt, denn die Brutzeit ist immer im März oder April 🌤
Geschickt ist das juvenile Neutralgefieder deshalb, weil der Habicht als Jungvogel ohne eigenes Territorium zu erkennen ist. Er hat damit quasi den Freifahrtschein 🎟, um sich überall aufzuhalten. Wäre er schon erwachsen und würde in das Territorium eines anderen Habichts eindringen, gäbe es definitiv Revierstreitigkeiten, denn Habichte sind sehr territorial unterwegs.
Nachdem er also sehr gut fraß, sich zusehends von seinem lahmenden Flügel erholte und in der Voliere problemlos umherflog, war klar: er darf bald wieder raus.
Und er war schneller weg 💨 als wir das Handy zücken konnten, um seinen Abflug aufzunehmen. Alles Gute und hoffentlich nicht „auf Wiedersehen“ (jedenfalls nicht bei uns) 😆
 


Was wurde eigentlich aus…


der Warzenente? Zum Jahreswechsel ist sie noch fröhlich in unserem Teich geplanscht 💦. Aber sie konnte ja nicht ewig bei uns bleiben.
Die Warzenente hat das große Glück gehabt, in eine große Community umzuziehen, wo schon ihresgleichen leben: sie wurde bei Moppel- Hoppel Tiere in Not e.V. aufgenommen. Dies ist eine Begegnungsstätte für Tiere in Not in Börtlingen bei Göppingen.
Der Schwerpunkt von Moppel-Hoppel liegt bei Kaninchen 🐰, aber es leben noch viele andere Tiere hier. Ponys 🐴, Lamas, 🦆, Gänse, 🐐, Schafe 🐑, Meerschweinchen, … auch diese Organisation benötigt Spenden für das Futter und die Unterbringung, und auch hier arbeiten ehrenamtliche Helfer. Die Tierrettung ist seit vielen Jahren in engem Kontakt mit dem familiär geführten Lebenshof und der Auffangstation für Kaninchen.
So wurde also unsere Warzenente zu den anderen gebracht, und es ist wie im wirklichen Leben: die Neue wird erstmal beäugt und dann getestet. Wehrt sie sich, wenn man sie ärgert? Nein, gekämpft hat sie nicht, sondern sie machte sich aus dem Staub 💨. Ab über den Zaun flog sie zu den Schafen 🐑 und Ziegen 🐐 rüber. Naja, sie war neu auf dem Hof und kannte sich noch nicht aus… Die Vierbeiner schauten neugierig und nahmen sie ohne Murren und Knurren bei sich auf. Aber so richtig dolle war es bei den „Großen“ auch nicht! Nicht nur, dass sie eine andere Sprache sprachen, sondern die Warzenente musste sich immer den Hals verrenken, um zu ihnen hochzuschauen. Auch nicht das Gelbe vom Ei…
Mittlerweile waren aber die anderen Enten doch zu interessiert 👀 am Neuzugang, so dass sie sich aufmachten, um ihr Gesellschaft zu leisten. Und so fanden sie sich am Ende in einer harmonischen Gruppe zusammen und haben sicher bis in die Nacht hinein geschnattert, um sich aus ihren unterschiedlichen Lebenläufen die besten Stories zu erzählen 💭💭
 


Woher kam eigentlich…


dieser schöne herrenlose Rüde?🐕 Sein Besitzer holte ihn schnell wieder ab. Wir erzählen, wie es dazu kam.
In Kirchheim schloss sich dieser Schäferhund einer Familie 👨‍👩‍👧‍👦 auf der Straße an. Er suchte Anschluss, und sein Besitzer oder seine Besitzerin waren in der Nähe nicht auszumachen. Der Hund hatte den richtigen Riecher: die Familie war nicht nur tierlieb, sondern sie hatten selber zwei Hunde. Ihre beiden Dackel verstanden sich aber gar nicht mit dem Schäferhund, und so rief die Familie die Tierrettung, damit wir ihn umgehend abholten 🚑
Den Post in Facebook haben viele Follower der Tierrettung gesehen und geteilt – danke dafür! 🙏🏻 Denn es hat sich mal wieder ausgezahlt. Ein Bekannter des Besitzers erkannte den Hund und schickte ihm eine WhatsApp Nachricht. Der Besitzer befand sich nämlich gerade in der Spätschicht auf der Arbeit. Glauben konnte er da noch nicht, was er las 😳
Zuhause angekommen musste er feststellen, dass sein Hund tatsächlich nicht mehr da war, wo er eigentlich sein sollte... Der Schreck war groß, und er war glücklich, ihn in Sicherheit bei der Tierrettung zu wissen. Dennoch rief er uns zu später Stunde sofort an und durfte seinen Liebling auch gleich abholen 🚗
Der 9-jährige Rüde war sehr lieb und hatte in der Zwischenzeit schon neue Kumpels im Rudel von Jürgen Völker gefunden 🐾 Wäre dieser glückliche Zufall ihm nicht zu Hilfe gekommen, hätte es bis zum Wiedersehen vermutlich länger gedauert. Wie so oft war der Hund gechippt, aber nicht registriert. Wir konnten den Besitzer über TASSO e.V. oder FINDEFIX nicht ermitteln. Das wird er jetzt schnellstens nachholen. Wir sind sehr einverstanden
👍🏻


Stiften gegangen


Ein Jagddhund in Köngen hatte vor kurzem Lust auf eine Tour 🐾 und entwischte seinem Besitzer aus dem Haus. Beihnahe wäre er auch in ein Auto 🚘 gelaufen, aber es ist Gott sei Dank nochmal gut gegangen. Der Autofahrer rief die Tierrettung an und in 15 Minuten waren wir vor Ort 💨.
Dort stießen wir glücklicherweise auf den Hund, dessen Besitzer, der schnell die Abwesenheit seines Hundes mitbekommen hat, und eine Nachbarin.
Der Besitzer war heilfroh, dass alles gut gegangen war, während sein Hund vermutlich etwas angefressen war, dass es nicht geklappt hat 😆
Herzlichen Dank an den umsichtigen Autofahrer. Aufpassen lohnt sich immer und überall 👀. Ebenso, wie sich unsere Notrufnummer abzuspeichern 📲
 


Gutes neues Jahr


Silvester ist schon ein paar Tage her und der Einsatz war keine ‚Blaulichtaktion‘. Gerade haben wir aber eine Serie entlaufener Hunde 🐕‍🦺🐕🐩 – das Jahr hat für uns bereits so angefangen.
Dieser kleine Hund lief in der Silvesternacht 🎊 alleine in Geislingen umher. Woher er stammte und warum er dort alleine auf der Straße war, wissen wir nicht. Passanten fanden ihn um kurz nach Mitternacht und gaben ihn bei der Polizei 👮 ab. Die Zeitungen berichten immer über das erste Neugeborene im neuen Jahr – der Kleine hier war unser erster Einsatz in 2022.
Er kam in die Tierherberge Donzdorf, wo er erst einmal in Sicherheit war. Den Besitzer konnten wir erneut nicht ermitteln, weil der Hund zwar gechippt, aber nicht registriert war. Wir hoffen, dass Hund und Halter mittlerweile wieder zusammen sind und die Registrierung nachgeholt wurde.
Um 02:30 h kam unser Mitarbeiter wieder nach Hause. Seine erste gute Tat im Neuen Jahr! 💪🏻


Marcy aus Oberesslingen


Die Bussarddame hatte ein Anflugtrauma und saß „bedeppert“ auf einer Wiese. Schnell hat sie sich erholt und ist wieder in der Luft.
Schon neulich hatten wir Grace, auch eine Bussarddame, zum Aufpäppeln bei uns. Sie war etwas größer als Macy, aber alle beide sind wunderhübsche Tiere. Macy war anfangs etwas schleckig, was das Futter anging. Aber nachdem ihr das erste Küken stückchenweise in den Schlund geschoben wurde, fand sie großen Gefallen daran und fraß hervorragend.
Sie hatte ein Schädel-Hirn-Trauma nach einer Kollision, vermutlich mit einem Auto. Über Nacht blieb sie zur Beobachtung in der Tierklinik 🩺, danach holten wir sie ab und brachten sie in unsere Flugvoliere. Da war sie schon wieder recht fit und munter. Überhaupt war sie ein lieber und kooperativer Greifvogel. Wie bei Menschen auch gibt es „sodde on soddiche“ 😆
Besonders hübsch war ihre gesperberte Zeichnung. Bei Bussarden sieht man seltener den gebänderten Bauch, eher bei Sperberhühnern und Habichten.
Weil sie schnell wieder fit war, ließen wir sie auch schnell wieder in die Freiheit. Dafür suchten wir einen Platz in 2 Kilometern Entfernung vom Fundort, abseits der Straße, nahe einem Bienengarten 🐝. So konnte sie sich in der Luft erst einmal orientieren und dann ihre gewünschte Richtung einschlagen 🧭
Und was konnten wir beobachten? Ihr Erscheinen am Himmel wurde sofort bemerkt! Es kam ein weiterer Bussard hinzu, der sich zu ihr gesellte. Anfangs dachten wir, er würde sie verjagen, aber nein – sie zogen gemeinsame Kreise. Wer weiß, ob sich da nicht zwei gefunden haben 😉… jedenfalls endete dieser Einsatz mit einem Happy End. Darüber sind wir sehr glücklich!
Alles Gute, Macy! Pass auf dich auf 🍀